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Ausgrabungen

21.04.2012

Schon vor 3000 Jahren besiedelt

Bei Ausgrabungen im neuen Baugebiet „Obere Breige“ in Ebermergen sind Keramikgefäße gefunden worden, die gut 3000 Jahre alt sein dürften. Zur Orientierung: Der Stab unten wechselt alle zehn Zentimeter die Farbe.
Bild: Landesamt für Denkmalpflege

In Ebermergen kommen Keramikgefäße aus der Urnengräberzeit zum Vorschein

Harburg-Ebermergen Die Stadt Harburg schafft in Ebermergen ein neues Baugebiet namens „Obere Breige“. Noch bevor das erste Haus hochgezogen ist, steht nun fest, dass genau dort bereits vor rund 3000 Jahren Menschen siedelten. Bei Ausgrabungen kamen Funde aus der sogenannten Urnenfelderzeit zum Vorschein. Das berichtet auf Anfrage unserer Zeitung Dr. Wolfgang Czysz vom Landesamt für Denkmalpflege.

Dass auf dem bisherigen Acker am Ortsrand von Ebermergen menschliche Spuren aus früheren Jahrtausenden zu finden sein könnten, vermuteten die Experten schon länger. Der Bereich über der Wörnitz und nahe dem Reisbach sei schon vor Jahrtausenden ein günstiger Platz zum Wohnen gewesen, so Czysz. In der näheren Umgebung gab es bereits Funde aus der Bronzezeit – sie ist eine Epoche der Urnenfelderzeit – und auch die Römer ließen sich im Umfeld nieder.

Bevor in der „Oberen Breige“ Kanal-, Wasser-, Strom-, Gas- und Telefonleitungen verlegt sowie eine Straße gebaut werden, rückten vor Ostern die Archäologen an. Das Landesamt beauftragte eine Spezialfirma mit den Sondierungsgrabungen. Die Experten entdeckten mehrere Stellen, an denen einst Gruben bis in eine Tiefe von etwa eineinhalb Metern reichten. Die unterste Schicht war trotz der landwirtschaftlichen Nutzung des Areals noch weitgehend unversehrt. Hier holten die Archäologen einige Gefäße aus dem Boden. Diese seien in den Gruben vermutlich gelagert gewesen, so Czysz. Folglich hätten dort auch Menschen gelebt.

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Feingeschirr für das tägliche Leben

Bei den Stücken handle es sich zum Teil um „Feingeschirr“, das im täglichen Leben verwendet worden sei. Die Urnenfelderzeit erstreckte sich Czysz zufolge um 1300 bis 1100 vor Christus.

„Gut, dass wir dort gegraben haben“, freut sich der Vertreter des Landesamts über die erfolgreichen Grabungen, „man weiß jetzt definitiv, dass im Bereich von Ebermergen schon vor 3000 Jahren Menschen lebten“. Kreisheimatpfleger Erich Bäcker aus Donauwörth spricht von einem „interessanten Mosaikstein der frühen Geschichte“.

Die Fundstücke werden nach Auskunft von Czysz erst einmal eingelagert. Wann sie genauer untersucht oder sogar zusammengesetzt und präpariert werden, sei wegen der personellen und finanziellen Möglichkeiten des Amts nicht absehbar.

Klar sei jedoch, dass – wenn Straßen und Leitungen in dem Baugebiet fertiggestellt sind – in einem weiteren Teilbereich der „Oberen Breige“ nach Spuren der Zivilisation gesucht wird. Diese Maßnahme solle sicherstellen, dass die künftigen Bauherren wegen der Relikte der Vergangenheit nicht eingeschränkt werden. (wwi)

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