Newsticker

Bayerns Ministerpräsident Söder sieht Kampf gegen Corona in entscheidender Woche
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Sendeanlage besorgt Räte und Bürger in Fünfstetten

Fünfstetten

13.09.2020

Sendeanlage besorgt Räte und Bürger in Fünfstetten

Auf diesem Getreidesilo in Fünfstetten sind aktuell zehn Antennen von zwei Netzbetreibern installiert. Nun soll eine weitere hinzukommen. Dies gefällt dem Gemeinderat und einem Anlieger gar nicht.
Bild: Wolfgang Widemann

Plus Auf einem Silo in Fünfstetten wird eine weitere Antenne installiert. Im Gemeinderat äußert ein Anwohner seine Befürchtungen. Was der Besitzer des Gebäudes sagt.

Mobilfunk-Sendeanlagen gibt es inzwischen in fast jedem Ort des Landkreises. Oft befinden sich an exponierten Gebäuden gleich mehrere Antennen. An einem Getreidesilo in Fünfstetten wird demnächst die elfte Anlage installiert. Das jedenfalls hat die Gemeinde vom Netzbetreiber mitgeteilt – oder wie es im Amtsdeutsch heißt: angezeigt – bekommen. In diesem Fall ist es die Telefonica Germany GmbH & Co. OHG. Im Ort gibt es Vorbehalte. Dies wurde in einer Sitzung des Gemeinderats deutlich.

Bürgermeister Josef Bickelbacher informierte die Räte über die Nachricht des Unternehmens. Unter den Zuhörern war auch ein Anlieger. Diesem erteilten die Ratsmitglieder das Wort. Willibald Pfaller lebt seit vielen Jahren im Wohngebiet „Mittelfeld“, an welches das Getreidesilo angrenzt. Seit längerer Zeit betrachtet der 65-Jährige mit Sorge die Mobilfunk-Sendeanlagen, genauer gesagt: die steigende Zahl der Antennen. Nach Informationen der Gemeinde wird an dem Gebäude mittlerweile die elfte Antenne moniert.

Fünfstetten: Bürger äußert Sorgen im Zusammenhang zwischen Sendemasten und Krebs-Erkrankungen

Was den Fünfstettener so beschäftigt: In der Siedlung mit ihren rund 50 Häusern sind nach seinen Erkenntnissen in den vergangenen mindestens 15 Menschen an Krebs erkrankt und zum Teil inzwischen gestorben. Dies sei aus seiner Sicht eine „massive Häufung“. Die Befürchtung des Rentners: Es könnte ein Zusammenhang mit den Anlagen beziehungsweise deren Strahlung bestehen. Freilich könne er dies nicht beweisen.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Pfaller ergriff vor elf Jahren zusammen mit anderen Bürgern schon einmal die Initiative und startete eine Unterschriftenaktion. Doch die sei im Sande verlaufen. Bereits damals habe die Gemeinde bedauert, sie könne da nichts machen. Die Bayerische Bauordnung sieht vor, dass Mobilfunkanlagen in dieser Größe verfahrensfrei sind. Festgelegt ist, dass die Funkanlagen die Grenzwerte der elektrischen und magnetischen Feldstärke für den jeweiligen Frequenzbereich nicht überschreiten dürfen. Dies wird laut Landratsamt von der Bundesnetzagentur sichergestellt und überwacht.

Besitzer des Gebäudes mit Sendemasten in Fünfstetten versteht die Aufregung nicht

Mit seinem Redebeitrag in der Sitzung des Gemeinderats habe er die Kommunalpolitiker „zum Grübeln“ bringen wollen, erklärt Willibald Pfaller. Die Räte sprachen sich denn auch allesamt gegen die weitere Antenne aus. Dies könne man aber dem Netzbetreiber lediglich zur Kenntnisnahme übermitteln, so Bürgermeister Bickelbacher. „Alle haben dagegen geschimpft“, berichtet er, aber: „Man kann es nicht verhindern, solange es vom Gesetz her erlaubt ist.“ Pfaller sagt, dass er unter den Anliegern der Siedlung (Mittelfeld, Itzinger Straße, Hubertusstraße, Sonnenstraße) aktuell mehr oder weniger Einzelkämpfer sei: „Alle wissen, dass sich da wahrscheinlich nichts ändert.“

Karl Schwab, der Besitzer des Gebäudes, kann die Aufregung nicht ganz nachvollziehen: „Jeder will doch mit dem Handy telefonieren.“ Schwab stellt auch klar: Auf dem Silo befinden sich Antennen von lediglich zwei Anbietern: D2 und O2 (Telefonica). Als vor vielen Jahren die erste Anfrage eines Netzbetreibers (D2) gekommen sei, habe er diesen – auch auf Anraten der Gemeinde – auf das Silo gelassen. Anschließend habe sich aber Widerstand im Ort geregt. Deshalb, so Schwab, habe er weitere Anfragen der Telekom (D1) und von E-Plus abgelehnt. Folge: Kurz darauf habe die Telekom unweit der Siedlung ihre Anlage auf einem Strommast der Lechwerke montiert. Die Anlage von E-Plus habe die Kommune auf dem Trinkwasser-Hochbehälter zugelassen. Angesichts der Gesamtumstände habe er später auch die Firma Telefonica (O2) ihre Anlage auf dem Getreidesilo installieren lassen, erklärt Schwab.

Lesen Sie auch:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren