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Donauwörth

19.03.2015

Sonnenfinsternis: Schutzbrillen sind ausverkauft

Symbolbild.
Bild: Klaus Kiesel

Bei den Optikern gibt es meist nichts mehr zu holen. Wie Sie das Spektakel trotzdem noch verfolgen können.

Donauwörth Wenn sich heute ab 9.30 Uhr der Mond langsam vor die Sonne schiebt, dann ist das für viele ein Spektakel. Nicht jeder aber wird die partielle Sonnenfinsternis auch sehen können – denn die nötigen Schutzbrillen sind schon seit Tagen bei vielen Optikern im Kreis ausverkauft. Mit bloßem Auge sollte der Blick auf gar keinen Fall nach oben gerichtet werden, warnt Thomas Markhot, der zusammen mit seiner Frau den Optikladen Breiner in Monheim betreibt: „Das kann die Netzhaut schädigen.“

Die Nachfrage nach den speziellen Brillen mit der Schutzfolie sei zuletzt sehr groß gewesen, sagt Markhot. Vor allem gestern habe ständig das Telefon geklingelt, weil Kunden in letzter Minute noch Exemplare ergattern wollten. Markhot musste sie enttäuschen: Die gut 40 Brillen, die er im Lager hatte, waren da schon längst ausverkauft. „Wir wollten vor einigen Tagen noch mal welche nachbestellen, aber selbst unser Großhändler hatte keine mehr“, sagt er. So ging es auch anderen Optikern im Kreis, wie sie auf DZ-Nachfrage bestätigten.

Markhot kann sich noch gut an die letzte totale Sonnenfinsternis im Jahr 1999 erinnern: Auch damals gab es einen Ansturm auf die Brillen. Die Händler aber seien besser darauf vorbereitet gewesen, weil das Ereignis in den Medien viel präsenter gewesen sei. Auch er habe 1999 mehr Brillen auf Vorrat gehabt: „Jetzt wurden wir etwas davon überrascht, dass das Geschäft so gut laufen würde.“ Wer von früher noch eine Schutzbrille habe, der könne sie wiederverwenden: „Aber nur, wenn die Folie unbeschädigt ist.“ Auf keinen Fall sollte die Sonnenfinsternis mit normalen Sonnenbrillen beobachtet werden, sagt er – auch von Schweißerbrillen rät er ab.

Besonders gefährlich ist es übrigens, mit Ferngläsern auf die verdunkelte Sonne zu blicken: „Denn das bündelt ja noch mal das Licht“, warnt der Nördlinger Augenarzt Dr. Daniel Herzog. Aber auch wer mit bloßem Auge beobachte, könne sich seine Sehschärfe ruinieren. Der Grund: Die Sonne sei ja nicht vollständig bedeckt. Und wenn sie sich dann wieder stärker zeige, werde die Intensität der Strahlen zu groß: „Unsere Augen können diese Helligkeit nicht filtern“, sagt der Augenarzt. Schon nach wenigen Sekunden könne die Netzhaut Verbrennungen erleiden. Auch er empfiehlt, das Spektakel nur mit den Schutzbrillen zu verfolgen, die das Licht zum Großteil herausfiltern.

Wer keine Brille hat und die Finsternis trotzdem nicht verpassen will, kann auch zum „Public Viewing“ nach Nördlingen fahren: Sofern das Wetter mitspielt, treffen sich die „Rieser Sternfreunde“ ab 9 Uhr am Freibad Marienhöhe und stellen dort Teleskope für die Öffentlichkeit zum gemeinsamen Beobachten auf. Diese haben Sonnenfilter – eine Gefahr besteht somit nicht. Interessierte können sich kurzfristig unter www.rieser-sternfreunde.de informieren.

Auch sonst ist die Sonnenfinsternis nicht ungefährlich. Die Stromversorger machen sich Sorgen darüber, dass es zu einem „Blackout“ kommen könnte, da Solaranlagen keinen Strom mehr liefern, sobald die Sonne hinter dem Mond verschwindet. Xaver Hofmann, der als Inhaber der Firma Solar-Power aus Wolferstadt Solaranlagen verkauft, hält solche Ängst allerdings für überzogen: „Wir haben das modernste Versorgungsnetz weltweit und gute Möglichkeiten, das zu regeln“, sagt er. Zumal sich die Sonne ja nicht schlagartig verdunkle, sondern erst nach und nach verschwinde. (mit jaka)

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