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Landkreis

26.08.2017

Wahlhelfer zu sein, ist eine Bürgerpflicht

Rudolf Lauda (links) bei der Stimmauszählung im Kellergewölbe des Nördlinger Rathauses bei der Europawahl im Jahr 2009.

In vier Wochen findet die Bundestagswahl statt. Einige Menschen opfern ihren freien Sonntag, um in Wahllokalen zu helfen, damit alles reibungslos abläuft.

Wenn am 24. September morgens um 8 Uhr die Wahllokale öffnen, waren viele Männer und Frauen schon fleißig. Sie haben die Wahlkabinen aufgebaut, die Stimmzettel bereitgelegt und die Wahlurne aufgestellt. Einer von ihnen ist der Nördlinger Rudolf Lauda, der seit mehr als 40 Jahren als Wahlhelfer mithilft: „Vielleicht bei zwei Wahlen konnte ich nicht.“

Der 60-Jährige ist Beisitzer im Wahllokal im Gewölbekeller des Nördlinger Rathauses. In diesem Jahr wird auch seine Ehefrau mithelfen. „Zwar ist es ein Sonntag, aber mit den richtigen Leuten vergeht der Tag wie im Flug“, sagt Lauda. Manchmal würde jemand einen Kuchen mitbringen. Bis 18 Uhr ist das Wahllokal geöffnet. Dann beginnt das Auszählen. Die Wahlhelfer brauchen bei der Bundestagswahl dafür rund eineinhalb Stunden.

In Nördlingen gibt es 29 Wahlbezirke. Insgesamt 213 Wahlhelfer sind an diesem Tag im Einsatz. Rudi Scherer, Pressesprecher der Stadt Nördlingen, ist der Meinung, dass es selbstverständlich sein sollte, an einer Wahl zu helfen. „Der höchste Souverän im Staat ist der Bürger“, sagt Scherer. Er selbst hilft seit 1978 bei den Wahlen mit.

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Die Einladung für die Wahlhelfer wurde bereits vor drei Wochen verschickt. „Wir schreiben vor allem Mitarbeiter der Stadtverwaltung an, Lehrer oder Bankangestellte“, sagt Scherer. Ab und zu würden sich auch Freiwillige bei der Stadt melden. Um am Wahltag nicht zu helfen, brauchen die angeschriebenen einen triftigen Grund. „Einfach keine Lust zu haben, ginge nicht.“ Die Stadt Nördlingen zahlt jedem Helfer 35 Euro für den Sonntag. Andere Städte zahlen mehr oder bieten andere Anreize wie Konzertkarten. „Bei uns braucht es so etwas nicht.“

Ronald Häckel vom Ordnungsamt Harburg hat ebenfalls „keine Probleme“ seine rund 110 Wahlhelfer zusammenzubekommen. „Hat bei den vergangenen Wahlen immer gut geklappt“, sagt er. Die Einladungen seien schon verschickt worden. Elf Stimmbezirke hat die Stadt Harburg. Die Verwaltungsgemeinschaft Wemding zählt dagegen 20 Bezirke. Die Wahlberechtigten des Bezirks 1 wählen bei dieser Wahl nicht im Rathaus, sondern im St.-Emmeram-Haus. Wahlvorsteher der Helfer ist der Dritte Wemdinger Bürgermeister Gottfried Hänsel. Ihm ist wichtig, dass die Wahl einen öffentlichen Charakter hat. „Beim Auszählen dürfen die Bürger gerne zuschauen“, sagt Hänsel. Seit 1970 hilft er bei allen Wahlen mit. Der 66-Jährige selbst wohnt in einem anderen Wahlbezirk und muss daher zu einem anderen Wahllokal gehen, um seine Stimme abzugeben.

„Wir brauchen rund 150 Wahlhelfer“, sagt eine Sprecherin der Stadt. Derzeit sehe es aber gut aus. Das würde auch an der Bundestagswahl liegen. „Bei den Kommunalwahlen mit den vielen Auswahlmöglichkeiten schreckt der große Stimmzettel die Wahlhelfer ab.“ Die Erfahrung hat auch der Nördlinger Rudolf Lauda schon gemacht: „Nicht nur die Helfer, auch die Bürger bleiben den Kommunalwahlen fern.“ Er selbst wählt meistens gleich in der Früh oder beim Schichtwechsel um 13 Uhr.

Im Landkreis Donau-Ries sind am 24. September rund 100000 Bürger aufgerufen, ihre Stimme abzugeben, teilt das Landratsamt mit. Dann werden knapp 2100 Wahlhelfer im Einsatz sein. Bei der vergangenen Bundestagswahl 2013 haben rund 23500 Wahlberechtigte an der Briefwahl teilgenommen. Wo die Bürger wählen müssen, die ihr Kreuz vor Ort machen wollen, steht in der Wahlbenachrichtigung, die bis zum 3. September ausgeteilt wird.

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