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Stromtrasse

26.01.2015

Was der Netzbetreiber Amprion zur Demo in Oettingen sagt

Wo könnte künftig eine Gleichstromtrasse durch die Region führen? Derzeit werde die noch gar nicht geplant, sagt Amprion.

In Oettingen (Donau-Ries) haben mehrere hundert Menschen gegen die geplante Stromtrasse demonstriert. Wir sprachen darüber mit dem Sprecher des Netzbetreibers Amprion.

Hallo, Herr Dr. Preuß. Gestern ist in Oettingen gegen die Pläne von Amprion demonstriert worden. Sie sind der Sprecher des Unternehmens – haben Sie von den Protesten gehört?

Preuß: Ja, sicher.

Und was denken Sie darüber?

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Preuß: Es ist das gute Recht jedes Bürgers in Deutschland, seine Meinung zu bestimmten Projekten zu vertreten.

Ein Vertreter Ihres Unternehmens war gestern nicht vor Ort.

Preuß: Nein, wir waren dazu nicht eingeladen. Sollten wir eine Einladung bekommen, werden wir auch zu solchen Terminen kommen.

Was hätten Sie den Demonstranten gesagt?

Preuß: Wir sind der Ansicht, dass der Korridor D für die Stromversorgung in Bayern ein wichtiger Baustein ist.

Wie ist denn der aktuelle Stand der Planungen?

Preuß: Im Moment planen wir gar nicht. Wir haben unsere Idee für einen Korridor D in den Netzentwicklungsplan eingebracht und der Bundesnetzagentur vorgestellt. Ich denke, die Verantwortlichen werden bis zum Ende des ersten Halbjahrs 2015 entschieden haben, ob dieser Korridor benötigt wird. Danach geht der Plan an die Bundesregierung, die wiederum eine Novellierung des Bundesbedarfsplans verabschiedet. Und erst danach gehen wir daran, eine Trasse zu planen.

Was vermuten Sie – bis wann wird das so weit sein?

Preuß: Wir hoffen, so früh wie möglich. Realistisch ist wohl, dass das vor der Sommerpause des Deutschen Bundestags im nächsten Jahr geschieht.

In der Region gibt es immer wieder Forderungen, die Trasse möge doch entlang der Autobahn A7 verlaufen. Was sagen Sie dazu?

Preuß: Das ist noch völlig offen. Wir werden alle Varianten gleichberechtigt prüfen. Natürlich sollten Infrastrukturen möglichst entlang von Linien gebündelt werden. Aber auch an der Autobahn wohnen Leute, auch dort gibt es in der Nähe Städte.

Werden Sie mit den Bürgern über den Trassenverlauf sprechen?

Preuß: Wenn wir mit den Planungen beginnen, dann werden wir erneut auf die Bürger zugehen und gemeinsam nach einer vernünftigen Lösung suchen.

Glauben Sie, es wird eine Trasse geben, die Zustimmung findet?

Preuß: Wir werden nie alle zufriedenstellen. Zumal in Deutschland nicht nur der Mensch ein Schutzgut ist, sondern auch die Natur. Aber es gibt auch Organisationen und Unternehmen, die diese Trasse befürworten – weil sie für die erfolgreiche Durchführung der Energiewende nötig ist.

Manche Bürger haben Angst vor einer Stromtrasse. Können Sie das verstehen?

Preuß: Es gibt in Deutschland mehr als 35000 Kilometer Hochspannungsleitungen. Und es gibt Grenzwerte, die wir als Netzbetreiber einhalten müssen. Die Weltgesundheitsorganisation siedelt diese Werte übrigens viel höher an als der deutsche Gesetzgeber.

Wie hoch werden die Masten, sollte die Trasse in der Region gebaut werden?

Preuß: Sie sind zwischen 40 und 60 Meter hoch. Das hängt immer vom Gelände ab, über das die Trasse verläuft. Interview: Martina Bachmann

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