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Wemding - Impfskandal: Arzt will "noch viele Jahre" praktizieren

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Impfskandal in Wemding: Arzt will "noch viele Jahre" praktizieren

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    Dieser Zettel hängt seit Kurzem an der geschlossenen Praxis von Dr. Gerhard Holst in Wemding.
    Dieser Zettel hängt seit Kurzem an der geschlossenen Praxis von Dr. Gerhard Holst in Wemding. Foto: Müller

    Er steht im Verdacht, Hunderte von Corona-Impfungen vorgetäuscht zu haben. Die einen mit Einverständnis der betreffenden Personen, die anderen einfach so ohne Wissen der Patienten. Deshalb darf Dr. Gerhard Holst seit Anfang Oktober nicht mehr seine Praxis betreiben. Die hat die Stadt per Bescheid bis auf Weiteres geschlossen. Kripo und Staatsanwaltschaft ermitteln mit großem Aufwand gegen den Mediziner. Der scheint aber gewillt, seine Arbeit schnellstmöglich wieder aufzunehmen.

    An der Tür der Praxis in Wemding hängt jetzt ein Zettel

    Offenbar seit Mittwochvormittag befindet sich an der Eingangstür der Praxis in der Bahnhofstraße ein Aushang, der bei Passanten für Verwunderung und Irritation sorgt. Holst teilt auf dem Zettel mit, die Praxis sei „auf Anordnung“ geschlossen worden, aber: „Ich hoffe, noch viele Jahre meine Patienten betreuen zu können.“ Viele von ihnen hätten ihm „ihr Vertrauen bekundet“, lässt der 72-Jährige weiter wissen. Der Arzt stellt auf dem Aushang zudem klar: „Ich war nie in der Psychiatrie.“

    Als die Arbeitsräume am 2. Oktober zugemacht worden waren, hieß es auf einem Schreiben an der Tür zunächst nur: „Die Praxis ist aus gesundheitlichen Gründen geschlossen.“

    Arztpraxis von Dr. Holst ist aus Gründen der öffentlichen Sicherheit geschlossen

    Den Schließungsbescheid erließ die Stadt nach Abstimmung mit dem Landratsamt, der Staatsanwaltschaft, der Kriminalpolizei und der Regierung von Schwaben aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung. Hintergrund: Die Behörden gingen davon aus, dass Menschen in Gefahr sind, weil der Arzt bei ihnen die Impfung vorgetäuscht hat und dies die Betroffenen nicht wussten. In diesem Fall ist zunächst die Kommune als Untere Sicherheitsbehörde zuständig.

    Die Schließung der Praxis sei als alternativlos betrachtet worden, berichtet Landrat Stefan Rößle: „Nur ein Impfverbot zu erlassen, wäre nicht kontrollierbar.“ In dem Bescheid sei außerdem ausdrücklich festgehalten, dass der Schließungsbescheid „gegebenenfalls bis zum Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens und des Berufsverbot-Verfahrens“ gelte. Diese Verfahren werden erfahrungsgemäß wohl Monaten in Anspruch nehmen.

    Am Donnerstag ist nur die Herausgabe von Krankenakten gestattet

    Am Donnerstag, 14. Oktober, öffnet die Praxis freilich vorübergehend für Patientinnen und Patienten, die für weitere Behandlungen bei einem anderen Mediziner dringend ihre Krankenakte brauchen. Das Landratsamt teilte am Dienstag mit, in Absprache mit dem bevollmächtigten Rechtsanwalt von Holst und den Ermittlungsbehörden habe man erreichen können, dass die Unterlagen abgeholt werden können – und zwar in der Zeit von 10 bis 19 Uhr. Die Praxis sei zu diesem Zweck mit Personal besetzt.

    Landrat Stefan Rößle betont gegenüber unserer Zeitung Redaktion, dass die Öffnung ausschließlich zur Herausgabe der Krankenakten stattfindet. Es sei „das Notwendige veranlasst worden“, dass dies auch sichergestellt sei.

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