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07.03.2019

Wer kann sich in der Region noch leisten zu bauen?

Welcher Häuslebauer kann sich angesichts der steigenden Kosten und gesetzlichen Vorgaben noch leisten zu bauen? Hier das Baugebiet in Tapfheim-Erlingshofen
Bild: Helmut  Bissinger

Die Kosten beim Bauen steigen immer weiter. Was Unternehmer aus der Region dazu sagen und welche Forderungen sie an die Politiker haben

Die Baukostensteigerung belastet die Bauunternehmen. Beim Wirtschaftsgespräch betonte Werner Luther, Obermeister der Bauinnung Nordschwaben: „Überhöhte Gebühren und Gesetzesverschärfungen treiben die Kosten in die Höhe, die Baupreise laufen davon.“ Andreas Demharter, Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Bauinnungen, befürchtet: „Bald kann sich keiner mehr leisten zu bauen.“

Die Anhebung der Energiestandards, der Schall- und Brandschutz, Deponiegebühren und Analysekosten, die Lkw-Maut, die Erhöhung der Sozialabgaben, zahlreiche Beispiele mehr nannte Obermeister Luther. Reinhold Bittner, Stellvertretender Landrat Donau Ries, ärgerte sich, dass Projekte am Ende meist wesentlich teurer sind als die Zahlen, die Planer und Architekten nennen. Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange weiß, dass eine Summe von Ursachen dieser Kostensteigerung zugrunde liegen, die Bundesregierung habe das auch im Blick. Handlungsempfehlungen lägen bereits vor, die eine Baukostensenkungskommission nun wieder unter die Lupe nähme.

Immer neue Vorschriften machen die Arbeit teuer

Demharter möchte, dass die zurzeit immer wieder zu hörenden Aussage, dass sich die Bauunternehmen die Tasche voll machen würden, aus dem Köpfen der Menschen verschwindet: „Wir und Sie kommen aus der Spirale nicht mehr heraus. Vorgaben müssen erfüllt werden.“ Doch vor allem müsse die Regierung die derzeit gängige Praxis stoppen, immer neue Vorschriften zu erlassen.

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Zahlreiche Bürgermeister und Vertreter von Bauunternehmen aus dem nordschwäbischen Raum trafen sich in den Räumen der Bauinnung an der Kerschensteiner Straße in Nördlingen zum offenen Gespräch mit Bundestagsabgeordnetem Ulrich Lange, Landtagsabgeordnetem Wolfgang Fackler und den stellvertretenden Landräten Reinhold Bittner (Donau-Ries) und Alfred Schneid (Dillingen). Nach zwei Jahren Pause, in der sich die Bauinnungen Donau-Ries und Dillingen zur Bauinnung Nordschwaben zusammengeschlossen haben, fand das Wirtschaftsgespräch wieder an gewohnter Stelle statt.

In den Betrieben integrierte Flüchtlinge werden abgeschoben

Ein weiteres Thema, das den Bauunternehmern unter den Nägeln brennt: die Migrationspolitik. Genauer gesagt die 3+2 Regelung und der Bleibestatus von Flüchtlingen. Obermeister Luther berichtete von Mitarbeitern, die arbeitswillig sind, sich anstrengen und sich trotz der Sprachbarriere integrieren. Doch viele Firmen mussten bereits erleben, wie Mitarbeiter, die sie mangels anderer Bewerber mit viel Mühe ausgebildet haben, in ihre Heimat abgeschoben wurden. Keine zufriedenstellende Lösung sei, dass einige erst nach einer erzwungenen Ausreise wiederkommen und weiterarbeiten dürfen. Hier erklärte Lange mehrfach, dass Gesetze allgemeingültig greifen müssten. Wenn zu viele Ausnahmeregelungen getroffen werden, schaffe das neue Schlupflöcher.

Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler erläuterte, dass ein Asylantragsverfahren, das nicht begründet sei, nun einmal abgeschlossen werden müsse. Und dazu gehöre, dass der Antragsteller das Land verlassen müsse. Wieder einreisen dürfen diejenigen, die sowohl Sprachkenntnisse nachweisen können, als auch, dass ihr Lebensunterhalt gesichert sei.

Forderung nach flächendeckendem Mobilfunk

Der flächendeckende Mobilfunk und die Hoffnung auf ein schnelles Internet, auch innerorts, kam ebenso zur Sprache wie die Frage, welcher Flächenverbrauch künftig tatsächlich realistisch sei. Weiterhin war Thema, wie wichtig die Digitalisierung in der beruflichen Bildung ist und dass der Meistertitel auch künftig Voraussetzung für eine Betriebsgründung sein müsse, weil nur dann die notwendigen Qualitätsstandards erwartet werden können. Ein Thema, für das dieses Jahr die Zeit nicht reichte, wird mit Sicherheit im nächsten Jahr wieder auf der Tagesordnung stehen: Der Bürokratieabbau.

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