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Landkreis Donau-Ries
06.01.2022

Die Arbeitslosigkeit im Donau-Ries-Kreis geht im Jahresverlauf zurück

Richard Paul, Chef der Arbeitsagentur Donauwörth, stellt die Jahresbilanz für 2021 vor.
Foto: Barbara Wild

Die Agentur für Arbeit Donauwörth legt die Zahlen für das Jahr 2021 vor. Diese zeigen: Kurzarbeit sichert Beschäftigung, Fachkräftemangel ist im Fokus.

Richard Paul, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Donauwörth blickt zufrieden auf die Entwicklung des Donau-Rieser Arbeitsmarktes im Jahr 2021 zurück: "Nach dem enormen Anstieg der Arbeitslosigkeit und einem beinahe kompletten Einbruch der Arbeitskräftenachfrage mit Beginn der Corona-Pandemie im Jahr 2020 blieben auch im ersten Halbjahr 2021 die Arbeitslosenzahlen hoch und die Nachfrage nach Personal war eher verhalten, da viele Branchen weiterhin von den Einschränkungen betroffen waren." Ab der Jahresmitte habe sich der Arbeitsmarkt überraschend schnell sehr gut erholt. "Sowohl die Arbeitslosenzahlen als auch der Stellenmarkt haben sich wieder stabilisiert und näherten sich den Werten des Vorkrisenniveaus an."

Im Jahresdurchschnitt liegt die Arbeitslosenquote bei 2,1 Prozent und damit 0,1 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. 2019 hatte sie bei 1,6 Prozent gelegen. Durchschnittlich waren im Landkreis Donau-Ries 1676 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 50 weniger als im Jahr 2020 (minus 2,9 Prozent) und 435 mehr als im Jahr 2019 (plus 35,1 Prozent).

Fachkräftemangel im Kreis Donau-Ries ist weiterhin ein großes Thema

Mit der anziehenden Konjunktur rücke aber auch das Thema der fehlenden Fachkräfte wieder in den Fokus, so Paul. Aufgrund der demographischen Entwicklung, steigender oder sich verändernder Qualifikationsanforderungen infolge des Strukturwandels und sich verstärkender Fachkräfteengpässe müssten weiterhin alle Möglichkeiten genutzt werden, Geringqualifizierte für Weiterbildungen zu gewinnen, deren Kenntnisse an die Erfordernisse anzupassen oder sie bestenfalls zu einem anerkannten Berufsabschluss zu führen.

"Denn lebenslanges Lernen ist ein entscheidender Faktor, um nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert zu werden und zu bleiben." Gering qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seien im Vergleich zu Personen mit einem Ausbildungsabschluss deutlich häufiger und länger arbeitslos. Die Förderung berufsabschlussbezogener Weiterbildung bleibe daher ein Schwerpunkt der Arbeitsförderung, dem angesichts wachsender Fachkräftebedarfe zunehmende Bedeutung zukommt, erläutert Paul.

Hohe Ausgaben beim Kurzarbeitergeld im Donau-Ries-Kreis

Das Kurzarbeitergeld habe auch im Jahr 2021 in großem Umfang Arbeitsplätze und Beschäftigung gesichert. So zahlte die Agentur für Arbeit Donauwörth 101,5 Millionen Euro an konjunkturellem Kurzarbeitergeld inklusive Sozialversicherungsbeiträgen aus. Das sind 22,6 Prozent weniger als im Jahr 2020. Damals waren es 126 Millionen Euro.

Während in der ersten Jahreshälfte von den Unternehmen noch viele Anzeigen wegen der pandemiebedingten Einschränkungen gestellt wurden, gingen in den darauffolgenden Sommermonaten die eingereichten Anzeigen deutlich zurück. Jedoch stiegen mit den auftretenden Lieferengpässen auch die Anzeigen zu Kurzarbeit ab dem Herbst wieder an - allerdings in einem weit geringeren Umfang als noch 2020. "Die Pandemie hat sehr deutlich gezeigt, wie wichtig das Instrument des Kurzarbeitergeldes ist, um den Betrieben die eingearbeiteten Mitarbeiter zu erhalten und damit die soziale Absicherung der Menschen zu gewährleisten. Um das vermehrte Antragsaufkommen in den nächsten Monaten zu bewältigen, haben wir die Personalressourcen wieder hochgefahren" so der Agenturchef weiter.

Nach einem verhaltenen Frühjahr zog ab der Jahresmitte die Nachfrage nach Arbeitskräften wieder an. Allerdings liegt der Jahresdurchschnitt noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau. "Wir hatten im Jahr 2021 durchschnittlich 1393 offene Stellen gemeldet. Das sind 121 oder 9,5 Prozent mehr als im Jahr 2020, aber 340 beziehungsweise 19,6 Prozent weniger als im Jahr 2019", berichtet Paul.

Der Neuzugang von Stellen ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen. Im gesamten Jahresverlauf wurden 3489 Arbeitsstellen zur Besetzung gemeldet - 31,5 Prozent mehr als vor einem Jahr, aber 22,1 Prozent weniger als vor zwei Jahren.

Beschäftigung im Landkreis ist branchenabhängig

Nach den aktuellsten Daten vom Juni 2021 standen zu diesem Zeitpunkt 63.710 Menschen im Landkreis Donau-Ries in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis. Die Beschäftigung stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozent.

"Absolut betrachtet verzeichnen wir die stärkste Zunahme beim Wirtschaftsbereich Handel sowie Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen mit plus 251 beziehungsweise 2,9 Prozent. Weitere Branchen wie zum Beispiel Immobilien, öffentliche Verwaltung, Baugewerbe, Gesundheitswesen und Heime und Sozialwesen hatten ebenfalls einen Beschäftigungszuwachs", so Paul. Ein Rückgang der Beschäftigtenzahlen sei in den Bereichen Finanz- und Versicherungsdienstleistungen, private Haushalte und Arbeitnehmerüberlassung zu beobachten. Am ungünstigsten war die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe. Hier zeige sich ein deutliches Minus von 1,1 Prozent.

Die Lage am Arbeitsmarkt im Dezember 2021 im Landkreis Donau-Ries

Wie saisonüblich, stieg die Arbeitslosigkeit zum Jahresende leicht an. Im Landkreis Donau-Ries sind aktuell 1.393 Menschen arbeitslos gemeldet, 112 mehr als vor einem Monat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich gegenüber November um 0,1 Prozentpunkt auf 1,7 Prozent. "Verglichen mit den Vorjahreszahlen hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt gut stabilisiert. Im Dezember 2020 waren 329 Personen (19,1 Prozent) mehr arbeitslos gemeldet, allerdings liegen wir immer noch minimal über dem Niveau vor der Krise. Im Dezember 2019 waren 109 beziehungsweise 8,5 Prozent Arbeitslose weniger registriert", so der Chef der Arbeitsagentur. Der Bestand an offenen Arbeitsstellen liegt derzeit bei 1579.Im Dezember wurden dem Arbeitgeber-Service 242 neue Stellen gemeldet.

Die Zahl der Anzeigen über konjunkturelle Kurzarbeit ist von November auf Dezember wieder gesunken. Bis zum 27. Dezember gingen 41 neue Anzeigen für 294 Beschäftigte ein. Im November wurden 57 Anzeigen für 1573 Beschäftigte eingereicht. (AZ)

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