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Projekt in Merching

27.06.2018

An der Merchinger Schule wird es bunt

Sprayen, pinseln, kreativ sein: Die Schüler hatten großen Spaß, ihre Schule zu verschönern
Bild: Christina Riedmann-Pooch

Mit dem neuen Graffitti-Schriftzug soll das Gebäude unverwechselbar sein. Kinder der zweiten bis achten Klasse entwerfen gemeinsam mit Augsburger Künstlern das neue Design.

Die Grund- und Mittelschule in Merching ist jetzt vollkommen unverwechselbar. Die Schüler der zweiten bis achten Klassen designten mit zwei Profis vom Augsburger Verein „Die Bunten“ einen coolen Graffitti-Schriftzug – und konnten ihre künstlerische Ader so richtig ausleben.

Eigentlich ist der Schulumbau ein wenig daran schuld, dass es überhaupt zu der Aktion kam. Im vergangenen Sommer waren einige Pakete, deren Inhalt dringend für die Ausstattung der Werkräume gedacht waren, irrtümlich vor die Mehrzweckhalle deponiert worden, das hätte beinahe dafür gesorgt, dass es nicht so reibungslos mit dem Fortschritt der Arbeiten weitergehen konnte. Gemeinde und Schulleitung waren sich einig: So etwas soll nicht mehr passieren. Die Hausnummer musste vor allem deutlich zu lesen sein - und dass es ein kindgerechter Schriftzug sein sollte, war ebenso ein Punkt absoluter Übereinstimmung.

Schulleiterin Renate Janovsky setzte sich dafür ein, dass das Projekt noch in diesem Schuljahr laufen konnte - und so bekam Lehrerin Birgitt Wagner Grünes Licht, „Die Bunten“, den Verein zur Förderung von Graffitti-Kultur zu kontaktieren.

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Daniel Tröster, 1. Vorsitzender des Vereins, und Sophie TE kamen gerne - und bekamen Unterstützung von begeisterten Zeichnern und Malern der Klassen zwei bis acht. „Alles Schüler, die entweder den Zeichenwettbewerb gewonnen hatten oder sonst besonders gut in dem Bereich sind.“, bestätigt Renate Janovsky.

Birgitt Wagner, die die Schüler durch das Projekt begleitet, erzählt, dass die Kinder schon im Vorfeld gemeinsam den Schriftzug und auch den Hintergrund entwarfen und die beiden Schulmauern vorbereitet wurden - sodass die Kids heute richtig loslegen können. Voller Anerkennung schwärmt sie von der Kreativität der Schüler und der konstruktiven Arbeitsweise während des Projekts. Herauskristallisiert hat sich schließlich der Entwurf mit einer Buchstabenmaschine, die den Schriftzug „Grundschule“ und „Mittelschule“ produziert und schließlich - da sich alles unter Wasser in dem versunkenen Atlantis voller goldener Schätze abspielt - von hinten von einem Hai aufgefressen zu werden droht. Schließlich endet für die Mittelschüler ja mit ihrem Abschluss die Regelschulzeit, erklären die Schüler ihr Werk.

Graffitis auf legalen Flächen

Sophie TE von „Die Bunten“ in Augsburg, selbst seit ihrer Jugend Graffiti-Künstlerin, die nur auf „legalen“ Flächen sprüht und beruflich Kommunikationsdesignerin, hilft den Kindern ihre Ideen umzusetzen. Mandy und Yusuf, beide Achtklässler, wurde der Schriftzug anvertraut. Viertklässlerin Veronika erzählt stolz, dass sie eine derjenigen war, die Atlantis entworfen hat, wie viel Spaß es machte gemeinsamen einen Entwurf aus vielen Ideen zu kreieren - und wie erstaunt sie war, wie schwer das Sprühen sein kann. „Der schmerzende Zeigefinger ist typisch für Anfänger“, sagt Sophie TE und nickt verständnisvoll.

Emilia aus der zweiten Klasse war auch eine der Atlantis-Künstler - sie hat eine Meerjungfrau entworfen und neben der Hintergrundbemalung mit einigen Mitschülern Schablonen angefertigt, die später zum Einsatz kommen sollen. „Ich find’s toll, dass die Schule überhaupt so was Cooles macht“, meint Fünftklässler Tobias. Atlantis und die Buchstabenmaschine entstehen - und der Hai lauert mit gewaltigen Raffzähnen am Ende der „Mittelschule“.

Lehrerin Birgitt Wagner findet besonders gelungen, dass der Schriftzug in so kontrastreichen Farben gestaltet ist: Orange Schrift - blauer Hintergrund. Daniel Tröster korrigiert hier und da ein wenig und zeigt, wie man der Schrift mit Outlines und Effekten den ultimativen Kick gibt. Sophie TE testet inzwischen mit einer kleinen Gruppe mit Hilfe des Sonnenlichts und den Schablonen, die Wirkung der Motive, die als Schatten auf den Boden fallen, bevor sie aufgesprüht werden. Staunend bleiben die Mitschüler und auch Lehrer, die schon Unterrichtsschluss haben stehen - und fachsimpeln angeregt über das Kunstwerk. Von der Schulleiterin gibt es jedenfalls ein dickes Lob: „Super sieht es aus!“

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