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Freizeit

14.06.2017

Auch Friedberg spinnt schon

Fidget Spinner sind im Trend: Es gibt sie in vielen Farben und Formen.
Bild: Glöckner

Der Spielzeug-Trend aus den USA ist im Wittelsbacher Land angekommen. Die bunten Kreisel vertreiben nicht nur Langeweile. Wofür sie genutzt werden

Das Fidget-Fieber grassiert in Deutschland und alle drehen am Rad. Auch Friedberg. Vielerorts sind die ulkigen Kreisel vergriffen oder schlicht nicht lieferbar, selbst der hiesige Schreibwarenladen Gerblinger muss regelmäßig nachbestellen.

Ein Fidget Spinner ist ein flacher Kreisel, der sich rasant drehen kann. Geübte Finger balancieren ihn auf den Spitzen, werfen ihn, jonglieren ihn, fangen ihn wieder auf. „Und manche können ihn sogar auf der Nase drehen lassen“, sagt Christine Gerblinger von der gleichnamigen Buchhandlung. Auch ihr Geschäft sprang vor einiger Zeit auf diesen Zug auf. Dabei ist diese „Spinnerei“ keine vollkommen neue. „Auf dem Weltmarkt gibt es das Spielzeug schon seit Längerem“, erklärt sie. „Bei uns hat das Fieber erst vor etwa acht Wochen begonnen.“

Überzeugt war die Geschäftsführerin nicht von Anfang an. „Ich war skeptisch“, räumt sie ein. Trotzdem konnte sich Christine Gerblinger mit der rotierenden Spielerei anfreunden. Was das Außergewöhnliche daran ist? Gerade bei Kindern trainiere es Feinmotorik und Konzentration, erklärt die Geschäftsführerin aus der Ludwigstraße. „Besser als ständiges Tippen in Tablet oder Smartphone.“

Pascal aus Königsbrunn besitzt nicht nur einen, sondern gleich zwei der Fidget Spinner. „Sie sind witzig“, findet der Elfjährige. Der Schüler ist ein großer Fan des Spielzeugs: „Wenn sie sich drehen, vibrieren sie.“ Und nicht nur das: „Auch Akrobatik und Balanceakte sind möglich“, weiß Christine Gerblinger. Manche Menschen vollbrächten aufwendige Kunststücke damit. „Sie experimentieren richtig“, sagt sie.

Auch die Print- und Zeitschriftenbranche ist auf den Trend aufmerksam geworden. Einige Blätter beschäftigen sich ausschließlich mit dem Hype um den Handkreisel, zeigen Tricks in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Da gibt es zum Beispiel den „Hot Potato“: Hierbei muss man den drehenden Kreisel in die Luft werfen. Das sei nicht einfach, erläutert Pascal. „Wenn man es übt, kann es sehr viel Spaß machen“, so der Schüler.

Die Spinner gibt es in verschiedenen Professionalitätsgraden und Formen, mit eckigen oder mit runden Flügeln, sogar mit Metallbesetzen und LED-Leuchten. Auch Marion Ratzeck liebäugelt mit dem Spielzeug – allerdings nicht für sich, sondern für ihren 13 Jahre alten Enkel. Er wünsche sich den trendigen Kreisel schon seit Längerem. „Und Oma ist der richtige Ansprechpartner, wenn das Taschengeld nicht reicht“, scherzt sie. Ob Standard-Modell oder LED- Version? „Ich bin mir nicht sicher“, gibt Ratzeck zu und lacht. „Allerdings ist der Junge technikverrückt.“

Christine Gerblinger rät beim Kauf auf die Produktqualität zu achten. „Manche Exemplare mussten wir zurückgeben, weil sie Kratzer hatten oder nicht richtig drehten“, sagt sie. Ob es sich bei dem Hype um eine kurze Spinnerei handelt? Nein, denkt die Inhaberin – besonders aus therapeutischer Sicht eigneten sich die Kreisel für Zappelphilipps aller Art. „Sie sind gut für unruhige Kinder, die permanent Beschäftigung brauchen.“

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