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Friedberg

21.01.2011

Bücher: "Verbrannt, aber nicht vergessen"

Die Realschüler haben mit ihrem Lehrer Matthias Schmid (links) die Ausstellung organisiert. Sammler Georg Salzmann (dritter von rechts) war begeistert. Foto: Musolf
Bild: Musolf

An die Autoren, deren Werke den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen im Mai 1933 zum Opfer fielen, erinnert die Ausstellung "Verbrannt, aber nicht vergessen" im Friedberger Schloss. Das Projekt der Friedberger Konradin-Realschule stellt das Schicksal von acht im Dritten Reich verfolgten Schriftstellern vor. Auf die ganz großen Namen, wie etwa Thomas Mann oder Bertolt Brecht, wurde dabei bewusst verzichtet. Von Sebastian Musolf

Friedberg An die Autoren, deren Werke den nationalsozialistischen Bücherverbrennungen im Mai 1933 zum Opfer fielen, erinnert die Ausstellung "Verbrannt, aber nicht vergessen" im Friedberger Schloss. Das Projekt der Friedberger Konradin-Realschule stellt das Schicksal von acht im Dritten Reich verfolgten Schriftstellern vor. Auf die ganz großen Namen, wie etwa Thomas Mann oder Bertolt Brecht, wurde dabei bewusst verzichtet.

"Wir wollten vor allem die Autoren in den Fokus rücken, die bereits ein bisschen in Vergessenheit geraten sind", sagt Geschichtslehrer Matthias Schmid, der zusammen mit zehn Schülern die Ausstellung organisiert hat. Schautafeln zeichnen das Schicksal besagter Literaten nach, eine Leseecke hält deren Werke bereit. In einem Multimedia-Raum läuft ein Hörspiel des Bayerischen Rundfunks zur Bücherverbrennung im Dritten Reich. Ein aufgetürmter Bücherstapel und an die Wand projizierte Fotos von den Ereignissen im Mai 1933 erzeugen eine authentische Atmosphäre.

Der Sammler Georg Salzmann, der einige Bücher der verfolgten Autoren als Exponate zur Verfügung gestellt hatte, war von dem Schülerprojekt begeistert. "Ich finde die Ausstellung sehr professionell, ich habe wenige gesehen, die so hervorragend gemacht sind", sagte der 82-Jährige. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte der Geschäftsmann systematisch an die 12 000 Bände der Werke der verfolgten Autoren lückenlos gesammelt und im Herbst 2009 der Bibliothek der Universität Augsburg übergeben. "Ich wollte retten, was noch zu retten war", so Salzmann. Das Sammeln half ihm, sich mit seiner Jugend im Dritten Reich auseinanderzusetzen. Ihn erfülle es mit Freude, dass sein Lebenswerk gepflegt weitergeführt und das Wissen an junge Leute weitergegeben wird.

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Die Ausstellung "Verbrannt, aber nicht vergessen" entstand in Kooperation mit der Universitätsbibliothek und dem Lehrstuhl für Didaktik der Geschichte an der Universität Augsburg. Ein Jahr lang hatten Schmid und die Schüler in ihrer Freizeit ihr Konzept verwirklicht. Zur Eröffnung kamen neben Georg Salzmann noch Bürgermeister Dr. Peter Bergmair, Schulleiter Anton Oberfrank und Dr. Gerhard Stumpf von der Universitätsbibliothek. "Diese Ausstellung steht für einen absolut lebendigen Deutsch- und Geschichtsunterricht", lobte der Bürgermeister. Er dankte Schmid und den Schülern für ihr Engagement, die heutige Generation für diese Thematik zu sensibilisieren.

Viel über die NS-Zeit gelernt bei diesem Projekt

"Ich habe bei dem Projekt viel über die NS-Zeit gelernt" sagt der Schüler Marcel Kramer. Der 15-Jährige wünscht sich, dass in Zukunft mehr Schüler an solchen Aktionen teilnehmen. Die Arbeit habe Spaß gemacht, bestätigt seine Mitschülerin Anna Haunschild.

Öffnungszeiten Bis zum 20. Februar kann die Ausstellung freitags von 14 bis 17 Uhr, samstags von 11 bis 14 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr im Friedberger Schloss besichtigt werden.

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