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09.08.2011

Das Guthaben will verteidigt sein

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Rieds Bürgermeister Anton Drexl sieht seine Kommune auf einem guten Weg. Er beklagt aber auch, dass der Frieden im Dorf „dahin ist“

Ried Ruhe und Frieden im Dorf, das wünscht sich Rieds Bürgermeister Anton Drexl. Der CSUler wurde Anfang März 2008 mit 81,8 Prozent der Stimmen wiedergewählt – zwar ohne Gegenkandidat, aber eigentlich mit einer satten Basis. Drei Jahre später sieht das anders aus, obwohl Ried ein nettes Finanzpolster angesammelt, Drexl an der Spitze seiner Kommune fast ohne Urlaub gearbeitet und vieles bewältigt hat.

Er sei halt ein einfacher Dorfbürgermeister und Landwirt, der mit komplexen Fragen wenig am Hut habe und für manche Bürgerbelange mehr, für andere weniger Interesse habe, werfen ihm Gegner vor. Die sitzen derzeit vor allem in Baindlkirch, aber auch in Hörmannsberg ist man Drexl nicht wohlgesonnen. „Ich weiß, der Bürgermeister ist immer als Erster im Visier. Aber manche Dinge kann eine Kommune einfach nicht zulassen.“

So fürchtet Drexl im Abwehrverhalten der „Gemeinschaft zur Erhaltung der Lebensqualität in der Gemeinde Ried“ nicht nur, dass es gegen den Neubau eines Hühnermaststalls allein geht, sondern darum, landwirtschaftlichen Aussiedlerhöfen generell einen Riegel vorzuschieben. „Die wollen den Status quo erhalten. Wo aber sollen sich die Bauernhöfe weiterentwickeln?“ Man wohne schließlich nicht in der Stadt. Die Auseinandersetzung wird schärfer.

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Etwas beruhigt haben sich die Gemüter in Hörmannsberg, seit der Bürgerentscheid per klarem Votum den Bau der Kinderkrippe an der Rieder Schule und der Umwidmung von Schulräumen in Kindergartenzimmer den Weg frei gemacht hat. „Wir haben dort oben ab September nur noch fünf Klassen statt möglicher acht. Mir war es wichtig, dass eine zentrale Einrichtung nach Ried kommt“, so der Bürgermeister. Zudem werde es sowieso noch ein Jahr dauern, ehe die Einrichtung am Lindenberg geschlossen werde.

Im Gemeinderat selbst, das bestätigt nicht nur Drexl, sei die Zusammenarbeit „ganz gut“. Und auch im Rathaus werde gut gearbeitet, obwohl die Personalsituation durch Krankheit sehr angespannt war. „Das ging schon hart an die Grenze der Belastbarkeit.“ Seit Anfang Juli sei man aber jetzt bereits wieder komplett. Drexl zählt auf, was man alles bewältigt habe: Zwei Baugebiete erschlossen, das in Baindlkirch (elf von 15 Plätzen verkauft) und die Verlängerung der Tannenstraße (vier Plätze bebaut). Zusammen mit Pfaffenhofen errichtete Ried den Radweg von Zillenberg bis Egenhofen und mit Friedberg den nach Bachern. „Bei beiden haben wir mehr als 70 Prozent Zuschüsse erhalten.“ An allen großen Straßen Rieds gibt es jetzt einen begleitenden Radweg – das findet sich im Landkreis sonst nirgends. Ausgebaut wurde auch die Ortsdurchfahrt Holzburg, Ried beteiligte sich mit Gehweg und Beleuchtung. „Und unser Kanalnetz ist komplett vermessen und digitalisiert, etwas, das keiner sieht und doch viel Geld kostet.“

Glasfaserkabel liegen im gesamten Gemeindegebiet. Die Busverbindung 104 nach Mering wurde stark verbessert. Die Nachmittagsbetreuung an der Schule wurde auf 17 Uhr ausgedehnt, auf dem Dach eine 100-Kilowatt/peak-Photovoltaikanlage installiert. Die gut 300000 Euro an Kosten hat Ried direkt überwiesen: „Dann sieht die Rendite gleich gut aus. Das ist ein bessere Verzinsung als auf der Bank.“ Drexl muss allerdings die Guthaben seiner Kommune mit Zähnen und Klauen verteidigen. „Mir erscheint es fast leichter, Schulden zu verwalten.“

Begehrlichkeiten gibt es allenthalben. Etwa noch nicht ausgebaute Ortsstraßen zu asphaltieren; Kanal- und Wasserleitungen kommen in die Jahre; Hochwasser gilt es in den Griff zu bekommen. „Und dann haben wir noch unseren Grünzug da drüben.“ Ried müsste Geld in die Hand nehmen, um ein kleines Ortszentrum auf dem ehemaligen Völk-Grundstück zu schaffen. „Aber einen Laden oder einen Arzt herzubekommen, ist schwierig“, weiß er.

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