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Verkehr

16.02.2018

Der Horror auf zwei Rädern

An dieser Stelle endet der Radweg zwischen Mering und Unterbergen. Unser Leser Anton Spöttl vermisst den Lückenschluss.

Viele unserer Leserinnen und Leser treten täglich in die Pedale. Hier berichten sie, mit welchen Schwierigkeiten sie dabei zu kämpfen haben.

Auf dem Weg zur Arbeit müssen Sie über holprige Feldwege radeln, die sich bei Regen in Schlammpisten verwandeln? Ohne richtigen Fahrradweg führen Sie einen täglichen Überlebenskampf mit den Autos? Sie fürchten um Ihr wertvolles Radl, für das es am Bahnhof keinen sicheren Abstellplatz gibt? Solche und andere Schwachstellen im Radwegenetz soll eine neue Untersuchung ermitteln, die der Landkreis als Beitrag zur Luftreinhaltung in Auftrag gibt. Im Fokus stehen dabei nicht die Freizeitradler, sondern diejenigen, für die der Drahtesel das alltägliche Fortbewegungsmittel ist. Unsere Leserinnen und Leser haben uns schon einige Vorschläge für notwendige Verbesserungen geschickt.

Einen durchgehenden Radweg nach Unterbergen vermisst Anton Spöttl aus Mering. Er endet bislang an der Abzweigung zur Lechstaustufe. Zwar plant der Landkreis im weiteren Verlauf einen Ausbau der Straße und will dazu auch den Radweg bis Unterbergen verlängern. 3,3 Millionen Euro sind dafür in der Finanzplanung des Kreises vorgesehen. Doch weil die Merchinger Landwirte künftig Umwege in Kauf nehmen müssten, um zu ihren Feldern westlich der Kreisstraße zu gelangen, drohen sie, keinen Grund für den Straßenbau herzugeben.

Der Affinger Andreas Reiner sieht großen Bedarf für einen Radweg entlang der Staatsstraße 2035 zwischen dem Aindlinger Ortsteil Weichenberg und Affing. „Viele in meinem Freundeskreis fahren mit dem Rad nach Augsburg zur Arbeit, andere sehen aufgrund des fehlenden Radweges davon ab. Damit würde sich das Radfahrnetz von Pöttmes bis Augsburg schließen und außerdem der Durchgangsverkehr für Affing, Aulzhausen und Mühlhausen etwas reduzieren“, schreibt Reiner, der aus Petersdorf stammt.

In der Tat ist dieses fehlende Teilstück immer wieder Thema der Kommunalpolitiker. Das Straßenbauamt ist zwar zuständig, die anliegenden Kommunen müssten zuvor aber die notwendigen Grundstücke besorgen. Das Projekt liegt derzeit auf Eis, weil die Gemeinde Affing nicht mitzieht. Dort hat man Bedenken, weil dieser Radweg die Planung für die seit Jahrzehnten diskutierte Nordumfahrung tangiert, die zwischen dem Weiler Katzenthal und dem Ortseingang Affing von der Staatsstraße ausschwenken soll.

In Aindling gab es zwischenzeitlich Überlegungen, den Radweg zumindest zwischen Weichenberg und Katzenthal zu bauen. Aber auch da gibt es Gegenargumente: Dann würden die Radler ausgerechnet an der besonders gefährlichen und kurvigen Stelle südlich des kleinen Ortes auf der Staatsstraße stehen. Für Andreas Reiner ist es jedenfalls höchste Zeit, dass sich hier endlich was tut: Das besagte Stück sei „ein Horror“.

Ein anderes Problem hat Mara Wiegand aus Kissing – nämlich die Sorge, dass ihr Fahrrad gestohlen wird. „Ich habe mir im Herbst ein E-Bike gekauft und aus Platzgründen das alte Fahrrad verschenkt. Jetzt merke ich, dass ich oft lieber mit dem Auto fahre, weil ich mich nicht traue, das Fahrrad vor dem Geschäft, der Bank oder der Kirche stehen zu lassen. Es könnte ja weg sein, bis ich zurückkomme“, fürchtet die Kissingerin: „Nicht die umweltfreundlichste Lösung, aber verlieren will ich mein Rad auch nicht.“

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