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Schmiechen

07.04.2021

Der Schmiechener Günter Wurm erhält die Bundesverdienstmedaille

Die Bundesverdienstmedaille erhielt der Schmiechener Günter Wurm. Begleitet wurde er von seiner Frau Annemarie und seiner Tochter Theresa.
Foto: Landratsamt Aichach-Friedberg, Wolfgang Müller

Der Schmiechener Günter Wurm ist für sein vielfältiges Engagement mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet worden. Was er alles auf die Beine gestellt hat.

Der Schmiechener Günter Wurm ist mit einer hohen Auszeichnung geehrt worden. Für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement erhielt Wurm die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, der auch Bundesverdienstkreuz genannt wird. Landrat Klaus Metzger überreichte ihm die Auszeichnung.

In einer umfangreichen Laudatio berichtete der Landrat bei der Ehrung über die vielfältigen ehrenamtlichen Leistungen von Wurm. So war der gebürtige Meringer 2002 Jugendbeauftragter der Gemeinde Schmiechen, als die jungen Menschen dort sich mit dem Thema Israel auseinandersetzen wollten. Wurm suchte daraufhin Kontakt zur deutsch-israelischen Gesellschaft. So entstanden innerhalb eines längeren Zeitraums zunächst Israelfeste mit kulturellem und musikalischem Programm in der Gemeinde Schmiechen, was dort als sehr außergewöhnlich angesehen wurde. Diese Feste weckten das Interesse der Einwohner, mehr über die Lebensweise und Kultur der Israelis zu erfahren.

Schmiechener Günter Wurm baute vielfältige Kontakte nach Israel auf

Durch seine Trainertätigkeit in einer Mädchenfußballmannschaft in Mering entstand die Idee, einen Sportaustausch mit Israel zu organisieren. So wurden über die Israelitische Kultusgemeinde München erste Kontakte mit der israelischen Stadt Karmiel geknüpft. "Die Jugendlichen auf beiden Seiten waren sofort davon begeistert", sagt Metzger. Deshalb wurden über die Jahre hinweg viele weitere Begegnungen auf beiden Seiten organisiert und das nicht nur auf sportlicher Ebene, sondern auch auf politischer. Es entstand ein stabiles Netzwerk von über 150 Personen. Die Marktgemeinde Mering besiegelte später durch Beschluss die offizielle Städtefreundschaft Mering-Karmiel.

"Inzwischen gehören Vorträge über Israel und das Judentum zum Standardrepertoire des kulturellen Lebens in Mering", sagte der Landrat. Der Höhepunkt war im Jahr 2018 der Besuch des langjährigen Bürgermeisters Adi Eldar aus Karmiel mitsamt einer Delegation in der Marktgemeinde. Im Rahmen der Städtefreundschaft organisiert Wurm auch jährlich den "Israeltag", der von der deutsch-israelischen Gesellschaft unterstützt und sehr geschätzt wird. An diesem Tag nehmen bis zu 600 Besucher aus Augsburg, München, Saarbrücken und Karmiel teil.

Die Stadluni bietet in Unterbergen Bildung für alle

Wurm war von 2002 bis 2008 im Schmiechener Gemeinderat und Jugendbeauftragter der Gemeinde. Bis heute organisiert er Veranstaltungen in der gemeindlichen Halle sowie bei sich zuhause im Namen des Vereins Stadluni, dessen Mitbegründer er ist. Im Jahre 2012 hatten er und Mitinitiator Jonas Biet die Idee, eine "Universität für alle" anzubieten. Aus der Überzeugung, jeder Mensch habe ein Talent und sei es noch so verborgen, wuchs ein Projekt, das nun auch Ableger weit über die Grenzen des Schmiechener Ortsteiles Unterbergen hat. Diese einzigartige Bildungseinrichtung, die anfangs 20 Studierende zählte, ist inzwischen auf über 700 Personen gewachsen. Bildung soll für alle zugänglich sein, unabhängig eines Abiturs. Lernen soll Spaß machen und Wissen soll ein Fenster zur Welt sein. Beheimatet ist die Stadluni in einem Stadel im Garten ihrer Familie. Zu einer Vorlesung kommen im Schnitt rund 30 Personen. Die Dozenten kommen aus aller Herren Länder. Sogar Kinder finden ihren Platz. "Ebenso wichtig wie Bildung und Lehre ist an der Stadluni die persönliche Begegnung der Studierenden und Dozenten. Am Ende jeder Veranstaltung stehen meist Zeit für Gespräche, gemeinsames Essen und Musizieren", sagte Metzger.

Die Stadluni Unterbergen bietet verschiedene Veranstaltungen an.
Foto: Peter Holthaus (Archivbild)

Diese private "Talentuni" sei deutschlandweit zum Vorbild für ähnliche Bildungseinrichtungen geworden. So ist in Augsburg die "Kelleruniversität Herrenbach" entstanden. Auch in Oldenburg gibt es nun eine derartige Institution und in München wurde "eat and learn" gegründet. Ein Unternehmen wurde sogar zur Einrichtung einer "Mittagspausen-Uni" inspiriert.

Wurm ist darüber hinaus ein sehr aktives Mitglied der Gruppierung Paarkult, die kulturelle Benefizveranstaltungen organisiert. Und auch im Asylhelferkreis in Schmiechen-Unterbergen ist er seit Beginn dabei und half tatkräftig bei der Integration der zugewiesenen Flüchtlinge. (AZ)

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