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Friedberg

25.01.2019

Die Friedberger Zeit: Anders als andere Stadtfeste

Die Friedberger stecken schon mitten in den Vorbereitungen für ihr beliebtes Altstadtfest, die Gäste können sich schon mal den Termin notieren: Vom 12. bis 21. Juli dreht die einstige Uhrmacherstadt die Zeit zurück ins 17. und 18. Jahrhundert. Ein Spektakel ist stets auch die „Bäckertaufe“.
Bild: Peter Kleist

Historientreue wird beim Altstadtfest in Friedberg großgeschrieben, ein Beraterstab wacht darüber, dass alles stilecht ist. Doch nicht nur das ist das Besondere.

Handwerker, Gaukler und Musikanten beherrschen im Juli die Friedberger Innenstadt. Vom 12. bis 21. Juli läuft dort die Friedberger Zeit. Das historische Altstadtfest findet seit 1989, als es zum Stadtjubiläum aus der Taufe gehoben wurde, im Drei-Jahres-Rhythmus statt. Geboten sind Umzüge, Akrobatik, Theater-, Tanz- und Musikaufführungen und mehr. Statt ins Mittelalter, wie bei vielen Festen dieser Art, geht es zurück in das 17. und 18. Jahrhundert, als Friedberg seine Hochphase als weithin bedeutende Uhrmacherstadt hatte – daher auch der Name.

Was an Friedberg so beonders ist

Die Friedberger Altstadt mit ihren farbenfrohen Häusern, den vielen Plätzen, Höfen und Gässchen, Stadtmauer und Wittelsbacher Schloss als Kulisse macht einen Reiz des Festes aus. Ein anderer liegt in der Historientreue. Es gibt einen Beraterstab, der darauf achtet, dass alles stilecht ist – von den Gewändern bis zum Essen. Gerichte wie Döner oder Obstsorten wie Kiwi sind nicht zugelassen, weil es sie damals in Friedberg nicht gab. Vor einigen Jahren führte das im Vorfeld der Veranstaltung zu einem Streit über Tomatensoße, der durch die Medien ging. Veranstaltungsleiter Frank Büschel sagt jedoch, die Stadt stehe zu ihrem Konzept, auch wenn es manchmal nicht ganz leicht umzusetzen ist – zum Beispiel wenn es mit Sicherheitsmaßnahmen kollidiert.

Außergewöhnlich ist auch das Engagement der gesamten Bürgerschaft, die das Fest mitträgt. Das macht viel von dem Flair aus. Das Programm wird – abgesehen von Höhepunkten wie dem spanischen Pantomime-Theater Cia La Tal – hauptsächlich von Bürgern und Gruppen aus der Stadt und ihren Ortsteilen gestaltet. Die Organisatoren legen Wert darauf, dass es eine gute Mischung zwischen Ess- und Handwerkerbuden gibt, um die Veranstaltung nicht zu sehr zu kommerzialisieren.

Der letzte Sonntag beim historischen Altstadtfest Friedberger Zeit
61 Bilder
Das stimmungsvolle Ende des Friedberger Altstadtfestes
Bild: Peter Kleist, Sebastian Mayr, Andreas Schmidt

Örtliche Handwerker – neben den Schultheatern sind sie von Beginn an eine tragende Säule der Friedberger Zeit – sperren in dieser Woche ihr Geschäft zu, um ihre Fertigkeiten beim Altstadtfest zu präsentieren. Maurer, Schmied und Steinmetz sind dabei, aber auch Papierschöpfer, Klöpplerin oder Drechsler. Außerdem tragen die Friedberger mit Begeisterung Gewand. Die Stadt hat dafür eine Stoffstube eingerichtet, in der passende Stoffe günstig erworben werden können und es Beratung von Schneiderinnen gibt. Die ist auch nötig. „Die Miederschnitte mussten zum Beispiel in den 30 Jahren angepasst werden“, verrät Büschel.

8000 Gewänder gingen laut dem Veranstaltungsleiter allein in der Stoffstube schon über den Tressen – und das bei 30000 Einwohnern. Manche haben bereits ihr drittes oder viertes Gewand. Auch den Eintritt – die gesamte Altstadt ist gesperrt und wird zur Festzone – kassieren 150 Zöllner, die aus zwei Sportvereinen stammen. Wer stilecht gewandet ist, erhält freien Eintritt. Auch das Schloss und sein schöner Innenhof werden dieses Mal nach einer Pause wegen der Sanierung wieder in die Festzone einbezogen; dort stehen Schultheater, Musik und Tanz auf dem Programm.

"Das bekannteste Fest von Friedberg"

„Es ist das größte und bekannteste Fest der Stadt“, so Büschel – und es ist bisher stets friedlich verlaufen. So lautet ein Prinzip „Zeitreise für Generationen“, um die Familienfreundlichkeit zu gewährleisten. An vielen Ständen ist Kinderprogramm geboten, so können sich die Kleinen – die übrigens auch keinen Eintritt zahlen – bei einer Kalligrafin erproben. Auch andere Attraktionen für Kinder gibt es, darunter Aufführungen des Figurentheaters Moussong und ein historisches Karussell, das mit Muskelkraft angetrieben wird. Höhepunkte für Erwachsene sind unter anderem der Handwerkertag oder der Pilgerzug zur Wallfahrtskirche Herrgottsruh. Nur auf eines sollte man achten – stilecht zu grüßen: „Habe die Ehre!“ und „Auf die Gesundheit!“ gehören dazu.

Lassen Sie sich einstimmen vom Kommentar: Die Vorfreude auf das Altstadtfest ist groß


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