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Mering

20.05.2019

Ein Gewerbepark in Mering im Sinne der Bienenretter?

Angrenzend an den Bahnhaltepunkt St. Afra entsteht der neue Gewerbepark Mering West.
Bild: Gönül Frey

 Die Meringer Grünen fordern, dass die Kommune sich selbst und die Firmen bei den Freiflächen zur Anpflanzung gemäß der Ziele im Artenvielfalt-Volksbegehren verpflichtet. Indessen überrascht der Kiebitz.

Im Gewerbepark Mering West will die Marktgemeinde auf rund 10 Hektar Fläche Firmen und Betriebe ansiedeln, um die Steuereinnahmen zu verbessern. Mit dem entsprechenden Bebauungsplan und einer nötigen Änderung im Flächennutzungsplan befasste sich nun zum wiederholten Mal der Marktgemeinderat. Wie bei der großflächigen Gewerbeland-Ausweisung noch Belange des Naturschutzes und der Nachhaltigkeit berücksichtigt werden könnten, diese Frage bestimmte die Diskussion. Dazu stellten Mitglieder der Meringer Grünen in einem Antrag konkrete Forderungen auf.

Stück für Stück arbeiteten sich die Gemeinderäte durch die Stellungnahmen, die im Zuge der Öffentlichkeitsbeteiligung von Bürgern und Behörden eingegangen waren. Einige Anliegen wiederholten sich dabei.

Ein wiederkehrendes Thema war die Dachgestaltung. Der Kreisbaumeister des Landkreises Aichach-Friedberg regte an, wegen der guten Einsehbarkeit von oben, begrünte Dächer vorzuschreiben. Dieser Vorschlag wurde auch von einigen Bürgern in ihren Stellungnahmen aufgenommen. Der Gemeinderat beschloss jedoch mehrheitlich, diese Anregung nicht aufzunehmen, weil die höheren Baukosten den Firmen nicht zuzumuten seien.

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Mehrfach geäußert wurde auch die Forderung nach mehr Fahrradstellplätzen. Hier vergrößert der Markt Mering die vorgesehene Fläche auf ca. 120 Quadratmeter direkt gegenüber des Aufstiegs zum Bahnsteig. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler schätzt, dass hier rund 80 Fahrradstellplätze untergebracht werden können. Zur Sprache kam in den Stellungnahmen auch die vorgeschriebene Bepflanzung in dem Gewerbegebiet, die einige als zu dürftig ansehen.

Auch künftige Eigentümer wollen die Grünen in die Pflicht nehmen

Mitglieder der Grünen-Fraktion fassten wiederkehrende Wünsche in einem Antrag zusammen, über den der Gemeinderat abzustimmen hatte. Sie forderten, mindestens 100 Fahrradstellplätze inklusive abschließbarer Boxen zu planen und zuvor den zu erwartenden Bedarf fundiert zu ermitteln. Ferner sollen Flachdächer und leicht geneigte Dächer begrünt werden. Die Grünen wollen außerdem, dass die Festsetzung von Straßenbegleitgrün im Bebauungsplan verankert wird. Öffentliche Grünflächen sollen nach Biodiversitätskriterien angelegt werden. Auch die künftigen Eigentümer der Gewerbeflächen will die Fraktion in die Pflicht nehmen. Diese sollen angehalten werden, Freiflächen mit Bäumen zu begrünen. Kies-, Schotter- und ähnliche Materialschüttungen sollen verboten werden.

Petra von Thienen verwies in ihrer Begründung auf die breite Zustimmung zum Volksbegehren „Artenvielfalt“ mit dem plakativen Titel „Rettet die Bienen“. Auch in Mering sei zu sehen gewesen, dass der Artenschutz den Menschen ein großes Anliegen sei. Sie appellierte, als Kommune mit gutem Beispiel voran zu gehen: „Wir haben hier im Gewerbepark minimale Grünflächen, die sollten wir so optimal wie möglich gestalten.“

Weitere Marktgemeinderäte unterstützen die Forderungen

Unerwartete Schützenhilfe bekam sie von Wolfgang Bachmeier (SPD/parteifrei): „Wir Landwirte werden jetzt auch gezwungen, dass wir solche Maßnahmen machen. Ich denke schon, dass wir die Vorgaben, wie sie uns das Volksbegehren macht, auch hier im Bebauungsplan festlegen sollten“, forderte er. Auch Stefan Enzensberger (CSU) erklärte, dass er den Antrag unterstütze.

Ansonsten stieß dieser jedoch auf wenig Begeisterung. Kandler wandte ein: „Wer sagt denn, dass wir es nicht tun wollen?! Wir wollen es nur nicht im Bebauungsplan festsetzen. Der Bauhof macht es dann schon“, war er zuversichtlich.

Die anwesenden Planer gaben zu bedenken, dass die Vorschläge der Grünen die Grundzüge der Planung berühren würden. Das heißt, dass diese noch einmal eine öffentliche Auslegung erforderlich gemacht hätten.

Auch angesichts dieser Tatsache fand der Antrag keine Mehrheit. Zum Thema Landwirtschaft und Artenschutz machte Martin Scherer (CSU) noch eine Anmerkung. Er berichtete, dass auf seinen Feldern insgesamt vier bis fünf Kiebitzbrutpaare gesichtet worden sind, in den benachbarten Ausgleichsflächen des Marktes Mering jedoch keine. „So schlecht können also unsere bewirtschafteten Flächen gar nicht sein“, kommentierte er.

Letzten Endes fällte der Marktgemeinderat mit 18: 4 Stimmen den Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan Gewerbepark West.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Der Bauhof allein kann es in Mering nicht richten

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