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Gymnasium Friedberg

22.03.2012

Ein Ort, der das Herz zittern lässt

Als Jugendlicher war David Salz im KZ Mittelbau-Dora, wo die Zwangsarbeiter für Wernher von Braun die Terrorwaffe V 2 fertigen mussten.
Bild: Bild: Marcel Rother

Bei seinem Besuch in Friedberg macht der KZ-Überlebende David Salz deutlich, was er von der Benennung der Schule nach Wernher von Braun hält

Von Marcel Rother

David Salz fand deutliche Worte für die Namensgebung des Gymnasiums in Friedberg: „Wernher von Braun gebührt keine Ehre. Er ist kein Beispiel für die heutige Jugend in Deutschland“, und erntete damit großen Beifall bei den Zuhörern. Salz weiß, wovon er spricht: Als 14-Jährigen hatten ihn die Nazis ins KZ Mittelbau-Dora gesperrt. An jenen Ort also, wo die Zwangsarbeiter in unterirdischen Anlagen die Vernichtungswaffe V2 bauen mussten, die von Braun und seine Kollegen entwickelt hatten.

Auf Einladung des Frauenforums und der Stadt Friedberg sprach David Salz am Dienstagabend in der Remise des Wittelsbacher Schlosses über die Zeit, die er als die schlimmste seines Lebens bezeichnet. Salz zeigte sich sichtlich bewegt von seinem Besuch des Gymnasiums am Vortag: „Mein Herz hat gezittert, an einem Ort zu sprechen, der diesen Namen trägt“, berichtete er. Auch wenn sein Kommen für ihn nicht leicht sei, sein Besuch sei der Mahnung gewidmet. Er forderte die Gäste im Schloss auf: „Tut alles, damit dieser Name vom Gymnasium verschwindet!“

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