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27.07.2010

Flüchtiger JVA-Häftling gestern Abend wieder gefasst

Den ganzen Nachmittag über suchten gestern Polizeibeamte und JVA-Mitarbeiter nach dem Häftling, der gegen 13.30 Uhr geflohen war. Auch vom Polizeihubschrauber aus fahndeten die Einsatzkräfte nach dem 19-Jährigen. Foto: ech
Bild: ech

Aichach Ein 19-jähriger Häftling der Justizvollzugsanstalt Aichach ist gestern gegen 13.30 Uhr geflüchtet. Weit kam er jedoch nicht. Nach dem Hinweis einer 60-jährigen Bürgerin konnte er rund fünf Stunden später in Ecknach wieder gefasst werden. Die Frau hatte den 19-Jährigen an der Pfarrer-Steinacker-Straße in der Nähe des Kindergartens entdeckt. Er lief laut Polizei gerade über die Felder östlich von Ecknach und über eine Pferdekoppel in Richtung Industriegebiet Aichach.

Den ganzen Nachmittag über hatte die Polizei nach dem Flüchtigen gefahndet. Mehrere Mitarbeiter der JVA machten sich zu Fuß oder motorisiert auf die Suche nach ihm. Die Polizei Aichach war mit rund 15 Leuten unterwegs. Auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Der 19-Jährige verbüßt in der JVA eine über dreijährige Haftstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung.

Der junge Mann war nicht aus der JVA selbst geflohen, sondern lief zwei Polizisten davon, als diese ihn vom Gefängnis zum Amtsgericht Aichach bringen wollten. Laut JVA-Leiter Konrad Meier war der 19-Jährige in der Torwache des Gefängnisses an die Beamten übergeben worden. Meier sagte gestern auf Anfrage: "Der Gefangene war nicht mehr in unserem Gewahrsam, sondern in dem der Polizei." Die Beamten wollten den Gefangenen wenige Meter zu einem Transporter vor der JVA bringen, um ihn zum Amtsgericht zu fahren. Dabei entwischte ihnen der 19-Jährige, die Beamten holten ihn nicht mehr ein.

Beamte brachten Häftling ohne Handschellen zum Transporter

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Am Amtsgericht hätte sich der Mann laut Meier wegen eines Übergriffs auf einen Mithäftling in dem Gefängnis verantworten sollen, in dem er früher eingesessen hatte. Erkenntnisse, wie der 19-Jährige den Beamten entwischen konnte, lagen der Polizei Aichach gestern nach eigenen Angaben nicht vor. Laut Pressesprecher Erich Weberstetter wurde der Mann ohne Handschellen zum Transporter gebracht. "Er war nicht als besonders gewalttätig bekannt", so Weberstetter.

Der 19-Jährige ist der zweite entflohene JVA-Häftling in nur zwei Monaten. Erst Ende Mai war eine hochschwangere JVA-Insassin ausgebüxt, als sie zur Untersuchung im Krankenhaus Aichach gewesen war. Sie wurde drei Stunden später im Schiltberger Ortsteil Rapperzell wieder gefasst. Die Frau verbüßte eine sechsmonatige Haftstrafe wegen Diebstahls und hatte kurz vor Hafterleichterungen gestanden. Sie war mit einer anderen JVA-Insassin ins Krankenhaus gebracht worden.

Dort gelang ihr die Flucht, obwohl sie unter der Aufsicht einer JVA-Mitarbeiterin stand. Diese hatte sich auf die andere Gefangene konzentriert, die als viel fluchtgefährdeter eingestuft worden war. Laut Konrad Meier muss die JVA-Mitarbeiterin nach derzeitigem Stand nicht mit disziplinarischen Maßnahmen rechnen, da sie sich den Anweisungen gemäß verhalten hatte. In Zukunft soll laut Meier jede Gefangene von einem "eigenen" JVA-Mitarbeiter begleitet werden, wenn eine Bewachung nötig erscheint. (nsi)

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