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Mering

10.03.2020

Gymnasium Mering: Eltern haben Angst vor Corona

Am Meringer Gymnasium sind Eltern einer achten Klasse wegen des Coronavirus-Verdachts verunsichert.
Bild: Bernhard Weizenegger

Schulleiter Josef Maisch erklärt, wie das Meringer Gymnasium mit dem Verdachtsfall umgeht und warum heute die achte Klasse wieder zum Unterricht kommen kann. Gesundheitsamt hat den Schüler nicht getestet.

Kaum war die Nachricht veröffentlicht, dass am Meringer Gymnasium sich der Verdacht eines am Coronavirus erkrankten Schülers nun doch nicht bestätigt hatte, wandten sich Eltern aus der betroffenen achten Klassen an unsere Zeitung: „Wir werden morgen unser Kind auf keinen Fall wieder in die Schule schicken, weil wir diesen Verdacht nicht hinreichend ausgeräumt sehen.“

Schulleiter Josef Maisch hatte am Sonntag aus „reinen Vorsichtsmaßnahmen“ sich dazu entschieden, die betroffene achte Klasse am Montag vom Unterricht zu befreien. Ein Schüler war in den Faschingsferien in Südtirol. Er kehrte zum Unterricht in der darauffolgenden Woche zurück, erkrankte jedoch und blieb zwei Tage zuhause und kam dann wieder zurück ans Gymnasium. Am Freitag wurde er zur weiteren Abklärung wieder nach Hause geschickt. „Weil in dieser Klasse eine besondere Situation vorherrscht, da Angehörige eines Schülers aufgrund einer Erkrankung immungeschwächt sind, habe ich mich am Sonntag zur Unterrichtsbefreiung entschieden“, erläutert Maisch. Er räumt auch das Gerücht aus, dass ein Schüler selbst unter einer Immunschwäche leide. „Es handelt sich um Angehörige“, betont Maisch.

Bild: Bernhard Weizenegger


Nach Informationen der Eltern, sei nun ein weiterer Schüler erkrankt. „Er weist die Symptome auf, die auf eine Coronaviruserkrankung hinweisen“, so der Vater, der sich an unsere Redaktion gewandt hat. Sie seien verunsichert und wollen, dass die Situation geklärt werde. „Momentan schicken wir unser Kind nicht zur Schule“, so der Vater weiter. Man werde sich auch an die Schule wenden und eine Klärung fordern.

Bei Fragen rät Merings Schulleiter Maisch, sich an das Gesundheitsamt zu wenden

Josef Maisch erklärt: „Ich selbst kann nicht einfach die Klasse vom Unterricht befreien.“ Dies sei am Montag nur als reine Vorsichtsmaßnahme geschehen, da am Wochenende noch keine Erklärung vom Gesundheitsamt vorlag. Am Montag erreichte ihm von der zuständigen Behörde die Aussage: „Der Schüler wird nicht als Verdachtsfall eingeschätzt.“ Damit sei für Maisch klar gewesen, dass am Dienstag die betroffene achte Klasse wieder zum Unterricht erscheinen könne.


Maisch zeigt Verständnis für die Sorgen der Eltern. „Ich bin aber nicht die richtige Adresse und bitte darum, sich bei Fragen zu einer möglichen Coronaviruserkrankung an das Gesundheitsamt zu wenden.“

In den besonderen Fall, bei dem die Angehörigen immungeschwächt sind, hat Maisch den Eltern und dem Schüler angeboten, sich mit ihm persönlich in Verbindung zu setzen. „Wir können hier individuell entscheiden, ob der Schüler zum Unterricht geht oder nicht.“


Mittlerweile wurde das Risikogebiet auf ganz Italien und ganz Iran ausgeweitet. In einer Mitteilung an die Eltern erklärt Maisch, dass dies nun zu Folge hat, dass alle Schüler, die in Italien waren während der Ferien bis einschließlich Freitag, 13. März, zuhause bleiben müssen.

Wolfgang Müller, Sprecher des Landratsamtes Aichach-Friedberg bestätigt nun, dass der erkrankte Schüler nicht auf den Coronavirus getestet wurden: "Er hielt sich ja im Risikogebiet Süditrol auf und muss deshalb ohnehin zuhause bleiben." Deshalb habe, so seine Informationen von Gesundheitsamt, kein Test stattgefunden. Die Eltern der achten Klasse beruhigt diese Aussage jedoch nicht: "Ein weiterer Schüler zeigt jetzt Symptome und wir wissen nicht, ob dieser vielleicht nicht doch an Corona erkrankt ist." Es sei doch sinnvoll den Schüler, der im Risikogebiet war zu untersuchen, damit die Verunsicherung reduziert werde.

Alle Meldungen zum Coronavirus finden Sie hier bei uns im Live-Blog: Erste Todesfälle durch das Coronavirus in Deutschland

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