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Friedberg

17.04.2019

Hat Friedberger kranke Frau ausgenommen?

Wer sagt die Wahrheit im Untreue-Prozess gegen einen Friedberger? Eine 63-Jährige behauptet, der Mann habe teure Grundstücke gegen ihren Willen verkauft.
Bild: Matthias Becker (Symbolbild)

Plus Ein Friedberger soll eine 63-Jährige getäuscht und ihr Vermögen gegen ihren Willen ausgegeben haben. Die Beteiligten erzählen völlig verschiedene Geschichten.

Hat der Friedberger Maler Klaus M.* rund 700000 Euro der 63-jährigen Christl A. gegen deren Willen ausgegeben oder nicht? Im Prozess gegen den Mann wegen untreue hörten alle Beteiligten vor dem Aichacher Amtsgericht am Dienstag das Gegenteil von dem, was er selbst vergangene Woche ausgesagt hatte.

Friedberger gab vermögen von Frau für Privatvergnügen aus

Die vermeintlich Geschädigte Augsburgerin gab 2011 Malerarbeiten bei dem Friedberger in Auftrag. Es entwickelte sich eine Freundschaft, 2012 erhielt Klaus M. eine Vorsorgevollmacht und wurde im Testament von Christl A. bedacht. Sie erkrankte dann schwer und verbrachte ab Anfang 2015 zweieinhalb Jahre in einem Pflegeheim.

Spätestens in dieser Zeit begann Klaus M. große Geldbeträge für seine eigenen Zwecke zu verwenden: Unter anderem einen Hauskauf sowie Urlaube für seine Tochter. Zudem veräußerte er Grundstücke, das teuerste für 350.000 Euro – angeblich alles im Einvernehmen. Zudem habe er sich um Christl A. gekümmert und dafür seinen Betrieb aufgegeben, sagte er.

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Frau verbot Friedberger angeblich Verkauf von Grundstücken

„Ich habe immer gesagt, dass er kein einziges Grundstück verkaufen darf“, sagte Christl A. jetzt im Prozess. Überhaupt habe Klaus M. sie weniger umsorgt, als er es in seinen Aussagen beschrieben hatte. Christl A. wirkte vor Gericht allerdings sowohl körperlich als auch geistig stark beeinträchtigt. Beispielsweise erinnerte sie sich nicht an die Auflösung einer Lebensversicherung über rund 30.000 Euro und deren Auszahlung an den Angeklagten, die sie selbst unterschrieben hatte. Sie habe ohnehin in den zweieinhalb Jahren im Pflegeheim keinen einzigen Kontoauszug gesehen, sagte sie.

Ein Bekannter und dessen Schwägerin, die mittlerweile die Vorsorgevollmacht für Christl A. besitzt, gaben an, dass sie lange nichts von der Erkrankung und dem Aufenthalt im Pflegeheim gewusst hatten. Als sie es dann erfuhren und die 63-Jährige besuchten, habe Klaus M. ein Besuchsverbot erteilt. Die beiden Bekannten sagten aus, Christl A. sei vom Verkauf mehrerer Grundstücke tatsächlich schockiert gewesen.

Der Prozess wird am 2. Mai fortgesetzt. Dann könnte das Urteil fallen.

Lesen Sie dazu auch: Bereicherte sich Friedberger um 700 000 Euro?

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