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Fasching in Friedberg

26.02.2017

Hier tanzen die Germanen im Tutu

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3 Bilder
Petra Gerber vom Bauchtanzstudio Tulay zeigte den Germanen den richtigen Hüftschwung.
Bild: Sabine Roth

Der ORCC lädt zur traditionellen Prunksitzung mit Übergabe des Rathausschlüssels ein. Doch der ist spurlos verschwunden. Wer steckt dahinter?

ORCC-Präsident Markus Nowak war sichtlich stolz auf das, was die Mitglieder seiner Faschingsgesellschaft auf die Beine gestellt haben. „Die Germanen und Göttin Sunna wissen, wie man in Friedberg feiert“, sagte er bei der Eröffnung der Prunksitzung, zu der die Narren in den Saal des Ristorante Ferrari eingeladen hatten.

Das Programm war ganz schön vollgepackt, sodass die Zeit wie im Flug verging. In zwei Teilen wurden die Gäste von den Tänzerinnen und Tänzern des ORCC selbst ins Land der Germanen entführt – mit Göttin Sunna alias Prinzessin SaskiaI und Göttin Hel aus der Unterwelt, die für böse Überraschungen sorgte.

Bürgermeister Roland Eichmann kam dieses Jahr als kauziger Kaiser Franz Joseph daher. Er musste den goldenen Rathausschlüssel an Prinzessin Sunna überreichen, doch der war nirgendwo zu finden. Deshalb hat sich der Rathauschef überlegt, dafür einen kleinen Schlüssel zu überreichen. Ein Raunen im Publikum war zu hören. Einer rief: „Das ist sein Wohnungsschlüssel!“ Ein anderer war überzeugt: „Der knausert doch an jeder Ecke, so nun auch am Schlüssel.“ Eichmann konterte spontan, dass er ja an jeder Ecke kürzertreten müsse. Versteckt wurde der echte Schlüssel von den Germanen. Denn es kostet viel, wenn man den Schlüssel nicht dabei habe, ließen sie den Bürgermeister wissen. Der versprach ihnen, dass sie mit dem kleinen Schlüssel Zugang zum Weinkeller bekämen, was den Germanen sehr gut gefiel.

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Was wäre eine Prunksitzung ohne Büttenreden? Reinhold Korper nahm als „Trommler der Wacht“ die Politiker der Stadt Friedberg unter die Lupe, wie zum Beispiel Peter Tomaschko, der ja stets unterwegs sei für des Volkes Sache. Selbstverständlich hatte er noch einige Geschichte vom letzten Altstadtfest parat. Er verriet, dass Landrat Klaus Metzger wasserscheu gewesen und Simone Losingers Taufe schon wieder reserviert sei für die nächste „Friedberger Zeit“. Roland Eichmann sei übrigens der Knüller, denn er schufte ja von früh bis spät – wie die Sonnenaufgangs- und -untergangsbilder auf seiner Facebook-Seite verraten.

Auch die Stadtratssitzung – geleitet von Roland Eichelmann mit seiner Mutter alias Jasmin und Sven Korper – brachte die Narren sehr zum Lachen. Dabei standen akute Probleme der Stadt Friedberg auf der Tagesordnung: der teure Schlossumbau, die 100-jährige Eiche, ein USB-Stick, der Büroalltag im Rathaus und vieles mehr. Auch so mancher Stadtrat wurde von Eichelmanns Mutter aufs Korn genommen: „Vielleicht kann Jakob Eichele auch meine Blume noch zum Erblühen bringen.“ Das Publikum krümmte sich vor Lachen.

Nach den Einlagen und mehreren Tanzrunden waren die traditionellen Verleihungen der ORCC-Orden an der Reihe. Gegen Mitternacht durften sich die Gäste dann auf ein ganz besonderes Highlight freuen: die „Königinnen der Nacht“ vom Bauchtanzstudio Tulay aus Friedberg. Das Publikum klatschte viel Beifall und rief nach mehreren Zugaben. Zum großen Finale wollten die Germanen des ORCC unbedingt noch mittanzen und kamen im rosafarbenen Tutu auf die Bühne.

Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt der Tanzgruppe Burgavia aus Burgau zum 66. Jubiläum mit ihrer Show „Im Land der Pharaonen“ und ihrem Markgrafenpaar Caro, die Närrische aus dem Mindeltal, und Max, der Blechbläser vom Hang und Gefilde. Nach dem offiziellen Programmende feierten die Gäste noch bis tief in die Nacht hinein - und das zu Partymusik und deutschen Schlagern. Bei der traditionellen Polonaise waren alle wieder mit Feuereifer mit dabei.

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