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Steindorf

24.09.2019

Hochwasserdamm in Steindorf ist jetzt offiziell eingeweiht

Der Damm für den Hochwasserschutz in Steindorf ist fertiggestellt: Im Bild der Durchlass, der die Wasserzufuhr in den Ableitungsgraben und den Schmitterbach steuert.
Bild: Philipp Schröders

Die Anlage schützt schon seit zwei Jahren die Gemeinde Steindorf. Doch Bürgermeister Wecker freut sich noch über etwas ganz besonders.

Obwohl die Hochwasserschutzanlage in Steindorf schon seit zwei Jahren den Ort schützt, wurde sie jetzt erst offiziell eingeweiht. Nachdem im wahrsten Sinne des Wortes „Gras über die Sache gewachsen war“, waren Bürger und Politiker und die Geistlichkeit eingeladen, sich zu überzeugen, wie gut die Einbindung einer solchen Maßnahme in die Landschaft gelingen kann.

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„Die Probleme mit Naturgewalten, insbesondere mit dem Hochwasser hat in unserer Gemeinde in den letzten Jahrzehnten immer wieder große Schäden angerichtet“, sagte Bürgermeister Paul Wecker. Stark betroffen sei Steindorf beim Pfingst-hochwasser 1999 und bei starken Schneefällen und anschließendem Tauwetter im März 2006 gewesen uns 2013 sei es sehr knapp ausgegangen.

Der sonst so harmlos anmutende Schmitterbach schlängelt sich mitten durch Steindorf. Beim Pfingsthochwasser 1999 und im Jahr 2006 trat er aber weit über die Ufer und richtete massive Schäden an. Teilweise seien Grundstücke noch in 100 Meter Entfernung betroffen gewesen, erklärte Wecker.

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190 Meter langer Damm schützt Steindorf

Mittlerweile schützt Steindorf eine rund 190 Meter langer Damm, der an einigen Stellen über dreieinhalb Meter hoch ist. Im Notfall staut er das Wasser in einem Rückhalteraum - vor allem Felder -, der ein Volumen von über 56 000 Kubikmetern umfasst.

Wecker gab einen Überblick über den Bauverlauf und bedankte sich bei allen für die gute Zusammenar-beit. Die Ingenieurbüros, die Behör-den und die Grundstückseigen-tümer seien alle sehr kooperativ gewesen. Vor allem hätte es auch von Bürgern keinerlei Widersprüche gegeben. Und dann sei alles viel billiger geworden, als veranschlagt war. Vor dem Baubeginn im März 2017 waren 2,6 Millionen Euro angesetzt. 2,2 Millionen Euro hatten am Ende aber gereicht. aut Wecker stellte sich während der Arbeiten heraus, dass der Untergrund für das Vorhaben besser geeignet war, als ursprünglich angenommen. Daher konnten die Kosten gesenkt werden. Und die Förderung ist höher ausgefallen, als zunächst angenommen. Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko, hatte erreicht, dass Steindorf als „Raum mit besonderem Handlungsbedarf“ eingestuft wird und mit 65 Prozent statt mit 50 Prozent gefördert wird. Der Freistaat unterstützt das Projekt mit 1,4 Millionen Euro.

Landrat Klaus Metzger bezeichnete den Bau bei der Einweihung als Vorzeigeprojekt.

Die Hochwasserschutzanlage südlich von Steindorf ist zusammen mit zahlreichen Bürgern eingeweiht worden.
Bild: Brigitte Glas

Wie Wecker weiter informiert, sind insgesamt sind 4500 Tonnen Granit verbaut worden, dazu kommen 2000 Tonnen Beton und 4800 Kubikmeter Dammschüttmaterial. Im Ort wurden zwei neue Durchlässe beim Weiherweg und der Kirchstraße errichtet. Unter dem Gelände der Firma Oilquick und der Hauptstraße verläuft der Schmitterbach nun durch Rohre.

Nach zwei Jahren ist der Damm so mit Gras bewachsen, dass er sich in die Landschaft einfügt. In einem Vorgespräch informierte Wecker, dass der Damm zuvor durchaus ein Einschnitt in das Landschaftsbild gewesen sei: „Das schaut neu relativ furchtbar aus dieser technische Hochwasserschutz.“

Steindorf musste zum Hochwasserdamm auch Ausgleichsflächen schaffen. In der Nähe des Damms wurde ein großer Blühstreifen anleget. Wecker spricht von rund 2500 Pflanzen. Zudem wurden ein halber Hektar Wald wieder aufgeforstet und eine kleine Allee mit Eichen geschaffen.

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