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Universum

19.11.2011

Irgendwo ist immer Nacht

Sturm auf dem Saturn: Der kleine weiße Punkt im unteren rechten Viertel des Planeten hat die Dimensionen unserer Erde.
3 Bilder
Sturm auf dem Saturn: Der kleine weiße Punkt im unteren rechten Viertel des Planeten hat die Dimensionen unserer Erde.
Bild: Roman Breisch

Der Hobby-Astronom Roman Breisch beobachtet von seiner Terrasse aus nicht nur den Saturn, sondern auch viel näher Liegendes.

Es ist der 18. April 2008. Roman Breisch steht auf seiner Terrasse in Erdweg bei Odelzhausen und guckt in sein Teleskop. Was er sieht, macht ihn stutzig. Doch auch auf dem Foto, das er von seiner Sichtung aufnimmt, ist es deutlich zu sehen: Der Saturn hat einen weißen Fleck, wo er sonst keinen hat. Was Breisch sieht, ist ein Sturm in den Wolken auf dem Gasplaneten – ein Sturm so groß wie die Erde.

Fast wäre der Hobbyastronom aus dem Glonntal der Erste gewesen, der das beobachtet hat – hätte nicht ein Mann namens Christopher Go, der in derselben Nacht auf den Philippinen durch ein Fernrohr blickte, das Gleiche gesehen. Weil Breisch aber der Erste war, der ein Bild davon veröffentlichte, teilen sie sich seither die Entdeckung.

In Fachkreisen hat Breisch das berühmt gemacht. „Um noch bekannter zu werden, muss man aber etwas Größeres entdecken“, sagt der 51-Jährige. Sein persönlicher Höhepunkt bleibt dieser Moment trotzdem – obwohl die Kometen und Galaxien, die er in unzähligen Nächten am Himmel beobachtet und auf Fotos festgehalten hat, vermeintlich spektakulärer aussehen als der winzige weiße Punkt auf dem Saturn. Begonnen hat Breisch mit der Himmelsbeobachtung vor etwas mehr als 20 Jahren. Es ergab sich die Gelegenheit, von einem Bekannten ein Teleskop auszuleihen. Breisch, der sich als Elektrostatik-Spezialist von Berufs wegen her für alles Technische interessiert, wollte einfach mal gucken. „Ich habe zuerst natürlich nichts gefunden dort oben“, erinnert er sich. „Irgendwann gab es dann einen Moment,in dem die Luft ganz stillstand und ich habe ins Unendliche geschaut“, sagt er. Mit der Beobachtung von Planeten, seinem astronomischen Spezialgebiet, begann er erst viele Jahre später. Statt der Ausrüstung, die er sich hierzu angeschafft hat, hätte er sich einen Kleinwagen kaufen können, sagt er.

Irgendwo ist immer Nacht

Ein Video vom Polarlicht über dem Glonntal können sie sich hier ansehen. Eine Bildergalerie  mit Fotos von Satrun, Venus und Jupiter finden sie hier.

Mehr über den Astronom Roman Breisch lesen Sie in der heutigen Ausgabe der Friedberger Allgemeinen.

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