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Bildung

28.01.2019

Junge Umweltschützer am Gymnasium

Schüler des Gymnasiums Friedberg – hier Michael, Benjamin und Miriam (von links) – gestalteten in Eigenregie Plakate und Flyer zum Thema Klimawandel und Umweltschutz.

Eine Gruppe von Schülern will auf den Klimawandel aufmerksam machen und andere zu Sparsamkeit und nachhaltigerem Handeln animieren

Tausende Schüler in Bayern versammelten sich unter dem Motto #FridayforFuture zur Demonstration gegen die Klimapolitik. Nicht aber die Schüler des Gymnasiums in Friedberg. Ihnen begegnete beim Betreten der Schule erst einmal die Frage: „Wie bist du heute zur Schule gekommen?“

Nicht nur am Eingang, im ganzen Schulgebäude hängen Plakate mit kritischen Fragen oder nützlichen Hinweisen zum Klimaschutz. Auch Flyer zum Thema „Wie kann ich die Umwelt schützen?“ liegen verteilt. Hinter der Aktion steckt eine Gruppe von 15 Schülern der achten bis zwölften Klasse. Sie gestalteten ein Wochenende lang in Eigenregie die Aufhänge. „Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass jeder einzelne etwas verändern kann, nicht nur die Politik“, so Benjamin, der die zehnte Klasse besucht.

Die Poster wurden gezielt an den Wänden der Schule aufgehängt. Neben dem Wasserspender und den Toiletten sind Plakate zum Wassersparen, über den Abfalltonnen zum Müllsparen, in der Pausenhalle zu Metallvesperdosen und neben den Druckern Poster zum Papiersparen angebracht worden. Die Gruppe wolle die Mitschüler nicht überfordern oder mit erhobenem Finger auf sie zeigen, sie wolle einfach die Probleme bekanntmachen, meint Benjamin. Schulleiterin Ute Multrus wusste erst nichts von der Wochenendbeschäftigung der Schüler. Als sie von deren Plänen erfuhr, unterstützte sie die Schüler jedoch sehr gerne: „Es freut mich wahnsinnig, dass ich so engagierte Schüler habe.“ Für die Kosten des Drucks der Poster und Flyer kam dann die SMV des Gymnasiums auf. SMV ist die Abkürzung für „Schüler-Mit-Verantwortung“. Sie ist eine Gruppe bestehend aus allen Klassensprechern, die die Anliegen all ihrer Mitschüler vertritt.

Die Schüler selbst versuchen, im Alltag schon länger umweltbewusst zu handeln. „Ich gehe immer die Treppe hinauf, statt den Aufzug zu nehmen und zur Schule fahre ich mit dem Fahrrad, sogar jetzt im Winter“, erzählt Michael, ein Elftklässler. Genau auf solche Dinge möchte die Gruppe die anderen Schüler und Lehrer aufmerksam machen. In ihrem Flyer haben sie einige Tipps notiert, die leicht umzusetzen sind. Unter der Rubrik „Harte Fakten“ finden sich Zahlen zur Umweltverschmutzung auf unserer Erde. Auf der Rückseite des Flyers rufen die Schüler zum Handeln auf.

Die Zwölftklässlerin Miriam hatte anfangs die Befürchtung, dass Poster abgerissen oder Flyer weggeschmissen werden könnten. Dem ist aber nicht so, wie die Schulleiterin berichtet: „Es ist alles noch an seinem Platz und das ist durchaus eine Besonderheit bei 800 Schülern.“ Auch sonst bekamen die Schüler von allen Seiten positive Rückmeldung. Die Jugendlichen haben mit ihrer Aktion schon nach kurzer Zeit Erfolg: Multrus überlegt sich bei allem, was sie früher sofort ausgedruckt hätte „Muss das jetzt wirklich sein?“

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29.01.2019

Hut ab und Daumen hoch (aber ganz dick und weit hoch) zu diesem "Werk" der Schülerinnen und Schüler! Hier wird doch wirklich gezeigt das etwas - und wie etwas - geht! Ich persönlich habe immer noch Zweifel, ob bei dieser Augsburger "Freitagsdemo" auch so viele Schülerinnen und Schüler gekommen wären, wenn sie "nach der Schule" am Nachmittag oder am Samstag stattgefunden hätte!
Christian Krüger
(Adresse und Telefonnummer entfernt/mod/Bitte publizieren Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit keine privaten Informationen online, zumal das an einem Leserkommentar auch nicht notwendig ist.)

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