Newsticker
Aktuelle Studie: Einnahme eines Asthma-Sprays bei Covid-19 vielversprechend
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Kissing schützt das Gedächtnis der Gemeinde

Kissing

22.11.2019

Kissing schützt das Gedächtnis der Gemeinde

Wertvolle Dokumente hütet Petra Scola im Kissinger Gemeindearchiv, im Bild bei Nachforschungen zur Geschichte der Vertriebenen mit Dr. Peter Münch-Heubne

Ein ehemaliger Schutzraum aus Zeiten des Kalten Krieges soll zum Archiv werden. Auch die Bücherei bekommt mehr Platz.

Mit dem Umbau des ehemaligen Schutzraumes zum Gemeindearchiv und der Erweiterung der Kissinger Bücherei, wollen die Räte und Bürgermeister Reinhard Gürtner (CSU) ein Zeichen setzen. „Einst war dieser Raum eine Einrichtung zum Schutz in Zeiten des Kalten Krieges, jetzt werden wir dort die Geschichte und die Kultur Kissings bewahren“, sagte Gürtner zu Beginn der gemeinsamen Sitzung des Jugend-, Kultur- und Sozialausschusses sowie des Bauausschusses.

Wenn die Pläne, die Architekt Helmut Maurer den Ausschussmitgliedern vorstellte, in die Tat umgesetzt werden sollen, kostet das der Gemeinde etwa 850.000 Euro. Bislang stehen der Bücherei 518 Quadratmeter zur Verfügung, mit dem Anbau wären es 231 Quadratmeter mehr. Mauerer stellte die ersten Vorentwürfe und Ergebnisse seiner Konzeptstudie vor. Sowohl Raumklima als auch die Räumlichkeiten im Keller unter der Bücherei seien zum Gemeindearchiv umzubauen. Es sollen platzsparende, rollbare Archivregale installiert werden. Zudem wird ein Aufzug benötigt, um das Material in den Keller schaffen zu können. Beim Hochwasser 1999 drang in diesem Raum zwar Wasser ein, es bedeckte den Boden, doch auch dies sei kein Hinderungsgrund für die Errichtung des Archivs.

Kissinger Bücherei wird zur südlichen Seite hin erweitert

„Wir haben mit einem Experten des Staatsarchivs gesprochen, der uns versichert hat, dass wenn wir hochsensibles Material in den oberen Regalreihen lagern, nichts passiert“, erklärte Geschäftsstellenleiter Hubert Geiger. Mit der Errichtung des Archivs könnte die Kommune gleichzeitig auch die notwendige Erweiterung der Bücherei an der südlichen Gebäudeseite angehen.

„Zum einen wird dann mehr Platz für die Bücherei selbst sein, andererseits entsteht dort auch ein Raum für die Archivarbeiten“, erläuterten Maurer und Geiger. Zudem werden Teeküche, Büros, Aufenthaltsraum sowie die Toiletten in den Anbau eingeplant. Auch ein multifunktionaler Mehrzweckraum soll entstehen. „Schon jetzt arbeiten Bücherei und Schule hervorragend zusammen, in diesem Raum steckt viel Potenzial diese Zusammenarbeit noch weiter auszubauen“, warb Gürtner für den Anbau.

Bei den Ausschussmitgliedern stieß die Idee auf große Zustimmung. Roland Nemetz (SPD) gab jedoch zu Bedenken: „Bei der Planung sollten wir uns überlegen, ob nicht durch die Erweiterung der Mittelschule die Erweiterung der Bücherei miteinbezogen werden sollte.“ Grundsätzlich spreche er sich aber sehr wohl für Erweiterung und Ausbau des Schutzraumes zum Archiv aus. Michael Eder (CSU) regte an, dass die Erweiterung nicht mit einem Flachdach realisiert werden sollte: „Wir sehen ja bei anderen kommunalen Gebäuden, was uns diese Dachform für Probleme bereiten kann.“

Hochwasserproblematik muss beim Umbau bedacht werden

Peter Wirtz (FWG) sprach nochmals die Hochwasserproblematik an. Hier müsse man bei der Planung genau hinschauen. Franz-Xaver Sedlmeyr, CSU-Fraktionsvorsitzender, kann sich die Erweiterung „gut vorstellen“. Er schlug vor: „Wir sollten hier allerdings noch mehrere Ideen einfließen lassen.“ Seine Fraktionskollegin Barbara Schmelcher fragte nach, ob denn ein Aufzug dringend nötig sei. Hubert Geiger erläuterte den Räten, wie ein Archiv arbeite. „Es sind nicht nur ein paar Aktenordner, die da einfach mal die Treppe hinunter getragen werden könnten.“ Umfassende Unterlage der Gemeinde würden dort, nach Durchsicht durch den Archivar, gelagert. „Das ist das Gedächtnis unserer Gemeinde“, sagte Geiger. Er gab zu Bedenken: „Sie werden im näheren Umkreis keine Gemeinde finden, die dann über solch eine Einrichtung verfügt.“ Schließlich stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig dafür, dass für den Umbau des Schutzraumes zum Archiv mit Erweiterung der Bücherei Mittel im Investitionsprogramm aufgenommen werden sollen.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren