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Mering

07.11.2019

Mehrfamilienhaus verändert Charakter in Meringer Wohngebiet

In Meringer Bauausschuss gibt es Diskussionen darüber, ob künftig im Gebiet an der Karlstraße Mehrfamilienhäuser möglich sind. Ein Bauherr will auf der freien Fläche ein Gebäude mit sechs Wohnungen errichten. Foto: Eva Weizenegger

Plus CSU-Marktgemeinderat Stefan Enzensberger setzt sich für einen Bebauungsplan rund um die Karlstraße ein. Er sorgt sich darum, dass mit der Zustimmung zum Mehrparteienhaus ein Präzedenzfall geschaffen wird.

Bislang gilt das Gelände entlang der Karlstraße in Mering als reines Wohngebiet mit Einfamilien- und Reihenhäusern. Vor allem Marktgemeinderat Stefan Enzensberger (CSU) setzte sich in der jüngsten Bauausschusssitzung dafür ein, dass dieser Charakter auch nicht verändert werden sollte. Die Bauausschussmitglieder berieten über den Bauantrag eines Grundstückbesitzers, der auf einer freien Fläche ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen errichten will.

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Schon in der Oktober-Sitzung stand das Projekt auf der Tagesordnung. Damals forderte Enzensberger, hier keinen Präzedenzfall zu schaffen und sich die Möglichkeit eines Bebauungsplans für das Gebiet offen zu halten.

Der Grundstückseigentümer plant ein Mehrparteienhaus mit Garage. Das Gebäude soll zwei Vollgeschosse mit Dachgeschoss. Die Firsthöhe beträgt 11,43 Meter. Im Gebäude, das auf dem Grundstück mit leichter Hanglage errichtet werden soll, befinden sich jeweils zwei Wohnungen im Keller-, Erdgeschoss sowie im Obergeschoss. . Alle notwendigen neun Stellplätze werden nachgewiesen. Fünf Stellplätze werden über eine Zufahrt von der Annastraße, vier weitere über die Karlstraße erschlossen.

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Planungsbüro: Mehrfamilienhaus wirkt optisch recht massiv

Auch das Planungsbüro OPLA wurde um eine städtebauliche Einschätzung gebeten. Wie auch die Verwaltung, kommen die Planer zur Auffassung, dass sich das Gebäude in die nähere Umgebung einfügt. Doch wirke das Bauvorhaben durch den wohnlich genutzten Keller „optisch recht massiv“. Auch füge es sich bezüglich der Anzahl der sechs Wohnungen nicht in die Nachbarschaft ein. Wobei dies kein Kriterium bezüglich Einfügens gemäß Paragraf 34 des Baugesetzbuches sei. Einzige Möglichkeit dies zu regeln, sei ein Bebauungsplan, der durch die Marktgemeinde aufgestellt werde. Hier kann man die zulässige Anzahl der Wohneinheiten definieren.

Stefan Enzensberger setzte sich auch nach dem Ortstermin weiter für einen Bebauungsplan ein. Gegen Reihenhäuser spreche nichts und damit könne der Bauherr ebenfalls sechs Wohnungen schaffen. „In diesem relativ alten Gebiet wird es sicher dann zu weiteren großen Wohnanlagen kommen, wenn wir das jetzt zulassen“, mahnte Enzensberger. Bürgermeister Hans-Dieter Kandler dazu: „Diese Argumente haben durchaus ihre Berechtigung.“ Wenn man sich gegen einen Bebauungsplan ausspreche, sei baurechtlich das Projekt nicht zu verhindern.

Götz E. Brinkmann (SPD/parteifrei) vertrat die Auffassung, dass es „unsozial“ sei, wenn man diese Vorhaben verhindere: „Hier will ein Bauherr bezahlbaren Wohnraum schaffen und wir können es uns nicht mehr leisten, so etwas abzulehnen.“

Auch Martin Scherer (CSU) sah keine Bedenken: „Das Grundstück ist groß genug und Reihenhäuser sind nicht viel anders zu bewerten als diese Wohnhaus jetzt.“

Klaus Becker (Grüne) wandte ein: „Wir haben in der Zugspitzstraße einem Objekt nicht zugestimmt, weil es über zwei Zufahrten erschlossen wird, hier ist das ebenfalls der Fall, auch deshalb kann ich nicht zustimmen.“

Mit sieben zu fünf Stimmen lehnte der Bauausschuss jedoch die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet um die Karlstraße ab.

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