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Aichach-Friedberg

11.12.2020

Neuer Chefarzt der Gynäkologie: Trotz Rausschmiss in Eichstätt erste Wahl

Dr. Sokol Rexhepi (links) wird der neue Chefarzt für die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Friedberg.
Bild: Wolfgang Müller, Landratsamt

Plus Warum bekommt die Geburtshilfe am Krankenhaus Friedberg mit Dr. Sokol Rexhepi einen Chefarzt, der anderswo fristlos gekündigt wurde? Es gibt einige Gründe.

Dr. Sokol Rexhepi ist der künftige Chefarzt der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie am Krankenhaus Friedberg. Einen Schatten auf die Nachricht wirft auf den ersten Blick die Tatsache, dass er im Sommer 2020 seinen Posten als Chefarzt der Gynäkologie in Eichstätt verloren hatte. Ihm wurde fristlos gekündigt. Dr. Hubert Mayer, Geschäftsführer der Kliniken an der Paar, nennt die Gründe, warum Rexhepi trotzdem der Favorit war.

Wegen der Bedeutung der Abteilung kam eine relativ große Auswahlkommission zusammen, um einen Nachfolger für Dr. Siegbert Mersdorf, der in Ruhestand geht, zu finden. Neben Vertretern aus Personal und Ärzteschaft, von Klinikleitung und Landratsamt zählte laut Mayer dazu ein "hoch reputierter externer Gutachter aus dem Fachbereich Frauenheilkunde". Man habe sich mit der fristlosen Kündigung ausführlich auseinandergesetzt, intensiv recherchiert - und das mehrere Jahre zurück - und das Thema mit dem Arzt offen diskutiert. "So etwas kann man nicht mit einem Handstreich wegwischen", betont Mayer.

Dr. Sokol Rexhepi kommt von Eichstätt nach Friedberg

Die menschlichen und fachlichen Qualitäten des 51-Jährigen sowie seine Fähigkeiten als Führungskraft hätten in der Gesamtbetrachtung dazu geführt, dass die Kommission ihn übereinstimmend als Favoriten sah. Die endgültige Entscheidung fällte am Mittwoch der Werkausschuss. Zwar sei die Arbeitsmarktsituation im medizinischen Bereich eng, doch keineswegs habe Bewerbermangel zu der Entscheidung geführt, betont Mayer.

Der 51-Jährige war acht Jahre lang Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Klinik in Eichstätt. Er ist fachlich hoch angesehen. Mit Rexhepi wollen die Kliniken an der Paar künftig über die Geburtshilfe hinaus ein Angebot für gynäkologische minimal-invasive Chirurgie am Standort in Friedberg schaffen. Das bedeutet jedoch laut Mayer nicht, dass die Geburtshilfe im Vergleich zu den Operationen ins Hintertreffen gerät - im Gegenteil. Die Station solle ausgebaut, verbessert und attraktiver gemacht werden. Rexhepi habe dazu den klaren Auftrag und befürworte das auch. Seine Aufgabe wird es auch sein, dort eine Hauptabteilung mit fest angestellten Ärzten zu etablieren; bislang kommen die Mediziner über Zeitarbeitsagenturen.

Geburtshilfe Eichstätt wurde 2019 geschlossen

Der Bereich der Geburtshilfe an der Klinik Eichstätt war 2019 geschlossen worden; dies lag laut Mayer jedoch an Ärztemangel und nicht fehlendem Interesse des damaligen Chefarztes Rexhepi.

Gegen seine fristlose Kündigung ging der Arzt vor. Sein Rechtsanwalt Raphael Vergho wollte sich auf Anfrage unserer Redaktion nicht zu dem Thema äußern, da das arbeitsrechtliche Verfahren noch laufe. Im August hatte er gegenüber dem Donaukurier jedoch gesagt, die fristlose Kündigung sei überzogen. Zum Hintergrund: Eine fristlose Kündigung kann nur bei massiven Vergehen ausgesprochen werden.

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