1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Neuer Schwung für deutsch-französische Freundschaft

27.09.2016

Neuer Schwung für deutsch-französische Freundschaft

Wer wohnt bei wem, war gleich nach der Ankunft der jungen Franzosen noch die Frage, die Französischlehrein Karin Rattenbacher stellte. Schnell waren die Gäste dann aber mit ihren deutschen Partnern vertraut. 

Meringer treffen ihre Gäste aus Amberieu. Für die Gymnasiasten war es das erste Mal

Sie absolvierten gemeinsam eine Zoorallye in Augsburg, ließen dort beim Turamichelefest Luftballons steigen und hatten einen Riesenspaß am Mandichosee. Die 16 jungen Franzosen im Alter von elf bis 14 Jahren und ihre gleichaltrigen deutschen Gastgeber vom Meringer Gymnasium (GyM) waren die eigentlichen Stars beim Besuch der Freunde aus Ambérieu. Denn sie sind die Hoffnung für den Fortbestand der seit 43 Jahren bestehenden Städtepartnerschaft zwischen Mering und Ambérieu. Sie geben dem Austausch neuen Schwung, wie Bürgermeister Hans-Dieter Kandler bei der Begrüßung der Gäste aus der französischen Partnerstadt erfreut feststellte.

Pünktlich um 17 Uhr kam am Freitagabend nach rund zehnstündiger Fahrt ein gut gefüllter Bus aus Ambérieu in Mering an. Während die Erwachsenen sich mit ihren größtenteils langjährigen Partnern zur Begrüßung erfreut in den Armen lagen, waren die jungen Gäste und Gastgeber zunächst etwas befangen. Auf dem Schulhof traf sich die quirlige Meute zum Kennenlernen nach ersten Email-Kontakten im Vorfeld. Das Eis war jedoch schnell gebrochen und die jungen Meringer Gymnasiasten, die sich gerade einmal zwei Jahre mit der französischen Sprache beschäftigen, trafen auf aufgeregte Franzosen, von denen die wenigsten überhaupt Deutsch lernen. Alles kein Problem, wenn man jung und aufgeschlossen ist. Bianca Jarlan, Französischlehrerin am Meringer GyM, und ihre Kolleginnen Miriam Lehnert und Karin Rattenbacher jedenfalls zeigten sich begeistert. „Wir haben Europa gelebt und trotz Sprachschwierigkeiten festgestellt, dass die Jugendlichen hüben wie drüben die gleichen Interessen haben.“

Auch die Gasteltern hätten sich gut eingebracht, sodass der erste Versuch eines Austauschs als gelungen betrachtet werden könne, lobte Bianca Jarlan. „Ich habe das ganze Wochenende über auf einen Notanruf gewartet, aber er blieb aus“, wunderte sich die Französischlehrerin. Im Gegenzug wollen nun Meringer Schüler im kommenden Jahr den Mitgliedern des französischen Jugendparlaments einen Besuch abstatten. „Dies geschieht im Rahmen der Städtepartnerschaft und wir treten nicht in Konkurrenz zum langjährigen Schüleraustausch der Friedberger Gymnasiasten“, betont Bianca Jarlan.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Einen rundum gelungenen Ausflugstag verbrachten auch die Erwachsenen bei ihrer Fahrt zu Chiemsee. Das positive Bild von Bayern können die Gäste noch einmal auf einer als Präsent überreichten DVD nachempfinden. „Das Wetter spielte mit, sodass wir einen wunderschönen Aufenthalt hatten“, schwärmte auch Gabi Litschmann-Huber. Als stellvertretende Partnerschaftssekretärin war sie wie immer für die Übersetzung zwischen den beiden Sprachen zuständig. Vor allem bei der Arbeitssitzung nur wenige Stunden nach der Ankunft hatte sie als Dolmetscherin viel zu tun.

Während Bürgermeister Daniel Fabre und drei Stadträte noch auf dem Weg vom Münchner Flughafen nach Mering waren, wurde im Sitzungssaal der Marktgemeinde Rückblick auf vergangenen Aktivitäten gehalten. Ein Highlight war mit Sicherheit im Frühjahr der Besuch von vier angehenden Industriemechanikern vom Lycée professionnel Alexandre Bérard in Ambérieu. Sie lebten für vier Wochen in Mering und konnten bei einem Praktikum bei der Firrma FAURECIA Augsburg zeigten, was sie in ihrer Berufsausbildung gelernt haben.

Das Meringer Gymnasium plant nun den Gegenbesuch bei den Mitgliedern des Jugendparlaments in Ambérieu im nächsten Jahr. „Wir wollen auch das Projekt Praktikantenaustausch mit dem Lycée Professionnel Alexandre Bérard fortsetzen“, erklärte Bianca Jarlan. „Sophie Guénin hat als Stadtjugendreferentin die Kontakte zu Ausbildungsbetrieben und kann uns bei der Praktikumssuche für unsere Gymnasiasten behilflich sein, die als Schüler aus dem Wirtschaftszweig ein Betriebspraktikum absolvieren müssen. Zur Sprache kam der Wunsch, dass die Vereine sich wieder mehr untereinander austauschen. Merings Ehrenbürgerin Ellen Kratzer erinnerte daran, dass der Tennisclub als Gründungsmitglied der Partnerschaft aktiv war und wünschte sich eine Wiederbelebung von gegenseitigen Vereinskontakten. Beim Aperitif auf der neuen Terrasse des Schlosswirts und dem anschließenden Festmahl, zu dem die Gemeinde eingeladen hatte, wurden neue Pläne geschmiedet. Nur ein Wermutstropfen trübte die Stimmung. Der französische Partnerschaftspräsident Yves Pinon kündigte an, dass er nach zehnjähriger Ausübung seines Amtes im kommenden Jahr nicht mehr in dieser Funktion zur Verfügung stehen werde.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Lesen Sie dazu auch
Rotlicht(3).jpg
Kommentar

Friedberg darf keinen Vorschub leisten

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen