1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Ortsgestaltung Mering: Initiatoren pochen auf Lösungen

Mering

15.11.2019

Ortsgestaltung Mering: Initiatoren pochen auf Lösungen

Die Neugestaltung der Meringer Ortsmitte ist vielen seit langem ein Anliegen. Nun wollen es die Gewerbetreibenden und der Gemeinderat miteinander anpacken und eine verkehrsberuhigten Geschäftsbereich einrichten.
Bild: Gönül Frey

Plus Statt der geforderten Gestaltungsvorschläge präsentiert der Bürgermeister dem Gemeinderat eine Vielzahl rechtlicher Probleme.

Konkrete Vorschläge, wie sich ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich im Meringer Zentrum schnell und möglichst unkompliziert umsetzen lässt – das hätte es eigentlich in der aktuellen Sitzung des Meringer Marktgemeinderates geben sollen. So zumindest lautete der einstimmige Beschluss des Gremiums rund einen Monat zuvor. Doch tatsächlich ging es im Sachstandsbericht von Bürgermeister Hans-Dieter Kandler schwerpunktmäßig um die rechtlichen Anforderungen und Schwierigkeiten bei einer solchen Ausweisung.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

So sei ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich gemäß Straßenverkehrsordnung gar nicht wie beantragt mit 30 Stundenkilometern zulässig sondern nur mit einer Höchstgeschwindigkeit von 20 oder gar 10 Stundenkilometern, heißt es in den Ausführungen. Außerdem sei er nicht, wie vorgeschlagen, einfach durch das Aufstellen von Pflanztrögen möglich. Vielmehr stelle er umfangreiche Anforderungen an die Funktionsflächen.

Als problematisch sah der Bürgermeister auch den von den Initiatoren – sechs Gemeinderäte aus allen Fraktionen sowie die Meringer Geschäftswelt vertreten durch Miriam Wölfle – angestrebten Geltungsbereich bis zur Einmündung der Bahnhofstraße in die Münchner Straße. Eindringlich warnte hierzu auch Bernhard Bordon, Leiter des Ordnungsamtes. Die Auswirkungen seien bereits unter Planer Klaus Kehrbaum 2012/2013 genau untersucht worden. Dieser habe eine Ausweisung nur bis zur Bouttevillestraße empfohlen, damit diese den Umfahrungsverkehr aufnehmen könne.

Ortsgestaltung Mering: Initiatoren pochen auf Lösungen

Grünen-Sprecherin kritisiert Bürgermeister

Grünen-Fraktionssprecherin Petra von Thienen zeigte sich äußerst unzufrieden. „Eigentlich geht es den Leuten um die Umsetzung dessen, was wir letztes Mal beschlossen haben“, betonte sie. Doch der Beschluss sei gleich in mehreren Punkten nicht vollzogen worden. Demnach hätte das Planungsbüro Dragomir in die Erarbeitung der Gestaltungsvorschläge einbezogen werden sollen. Dies sei nicht geschehen. Außerdem hätte ein Vorschlag gemacht werden sollen, wie die Maßnahme kurzfristig umgesetzt werden könne. Auch das sei nicht geschehen. „Meine Bitte ist, das bis zur nächsten Sitzung zu tun und uns einen ausgereiften Vorschlag vorzulegen“. Die Grünen-Sprecherin verwies auch darauf, dass der Geltungsbereich möglichst bis zur Bahnhofstraße reichen sollte, dass dies beim ursprünglichen Antrag der Gemeinderäte aber nicht als zwingende Bedingung formuliert gewesen sei.

Florian Mayer (CSU) bekräftigte die Forderungen der Grünensprecherin. Er erläuterte, dass sich alle Initiatoren des verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs vor der Gemeinderatssitzung noch einmal getroffen hatten und sich einige seien, dass ihre Forderungen nicht abgearbeitet worden seien. „Wir wollten uns ja gerade nicht wieder in einer Detaildiskussion verlieren. Ziel das Antrags war es, dass wir hier Vorschläge bekommen“, sagte Mayer. Er fordere daher eine Vertagung. In der Zwischenzeit könnten an einem Runden Tisch unter anderem mit Planungsbüro sowie Polizei und Verkehrsbehörde am Landratsamt Lösungen gefunden werden, die auch rechtlich gangbar seien. Von Seiten des Landratsamtes sei ihm hierzu schon die Bereitschaft signalisiert worden.

Große Zustimmung für einen Runden Tisch zur Meringer Ortsgestaltung

SPD-Fraktionssprecher Markus David, der den ursprünglichen Antrag mit unterzeichnet hatte, bezeichnete den Runden Tisch als guten Weg. „Und wenn dabei heraus kommt, ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich geht nicht, aber eine streckenbezogene Temporeduzierung schon: Dann haben wir unser Ziel doch auch erreicht“, sagte er.

Das hob auch Wolfgang Bachmeir (SPD/parteifrei) hervor: „Die Frage ist doch: Will ich alles so weiterlaufen lassen oder will ich etwas verändern? Und ob das Kind dann verkehrsberuhigter Geschäftsbereich heißt oder anders, das ist doch zweitrangig“.

Stefan Spengler (CSU) bat darum, eine Ausweisung bis zur Einmündung der Bahnhofstraße zumindest zu prüfen und nicht vorab gleich zu verwerfen. Denn in dem Bereich gebe es nicht nur viele Geschäfte sondern auch Ärzte, ein Hotel und weitere Gastronomiebetriebe, die von einer Neugestaltung profitieren würden.

Einstimmig sprach sich der Gemeinderat schließlich für die Einrichtung des Runden Tisches unter Beteiligung des Büros Dragomir oder eines Verkehrsplaners aus. Dieser soll möglichst noch vor der letzten Gemeinderatssitzung in diesem Jahr zusammen kommen, die am 12. Dezember stattfindet.

Lesen Sie dazu auch den Artikel Diese Meringerin mischt die Geschäftswelt auf

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren