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Gemeinderat

23.05.2015

Osttangente stößt auch in Merching auf Skepsis

Bürgermeister hat Position gegen die „Ullrich-Variante“ bezogen und will für alle Fälle gut vorbereitet sein

Noch bevor die Osttangente Thema im Gemeinderat war, hatte Bürgermeister Martin Walch deswegen mit seinem Schmiechener Amtskollegen und Vertretern der Gemeinde beim Staatlichen Bauamt vorgesprochen. Dabei positionierte er sich klar gegen die vom Bundestagsabgeordneten Volker Ullrich ins Spiel gebrachte Trassenvariante, die direkt an Unterbergen vorbei führen sollte (FA berichtete). Im Gemeinderat wurde Walchs Einsatz nun ausdrücklich begrüßt.

Ratsmitglied Werner Schrom lobte vor allem, dass man nicht nur ein Zeichen gesetzt, sondern auch gemeinsam mit Schmiechen Einigkeit beweisen habe. Geschäftsleitender Beamter Bernhard Frank erläuterte, Stephan Garbsch vom Staatlichen Bauamt habe empfohlen, erst einmal abzuwarten: Deshalb werde man die Sachlage „konstruktiv beobachten“: Die Osttangente in diesem Verlauf mit der 300 Meter langen Großbrücke über den Lech und die Einhausung im Bereich der Lechauen sei bislang der Wunsch eines einzelnen Politikers.

Insgesamt sei die Osttangente ein auf Jahrzehnte angelegtes Projekt, das „genehmigt werden wird oder nicht“, wie Walch erklärte. Grundvoraussetzung dafür ist, dass es beim neuen Bundesverkehrswegeplan überhaupt in den vordringlichen Bedarf aufgenommen wird. Erst wenn dies geschehen ist, beginnt der eigentliche Planungsprozess mit Raumordnungsverfahren und einem detaillierten Vergleich möglicher Trassenvarianten.

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Auf die Problematik mit der Osttangente aufmerksam gemacht hatte den Bürgermeister Ratsmitglied Wolfgang Teifelhart, der davon wiederum von einem Unterbergener Kollegen erfahren hatte. Was die autobahnähnliche vierspurige Straße für einen Einschnitt für Landwirtschaft und das Ökosystem, das teilweise ja Landschafts- und Naturschutzgebiet ist, bedeuteten würde, wäre dramatisch, sagt der Landwirt.

Besonders hellhörig haben ihn die Aussagen aus Kleinaitingen gemacht: Denn dort seien noch gut 150 Hektar Gewerbeflächen zu haben – einige große Konzerne wie Amazon, BMW und Aldi sitzen bereits dort, einige andere haben Interesse angemeldet. Er plädierte bei der jüngsten Sitzung dafür, dass man ein Zeichen setzen müsse, dass die Gemeinde Merching „komplett dagegen sei“, um den Bau diese Straßenprojekts zu verhindern.

Bürgermeister Martin Walch will in jedem Fall gewappnet sein, wenn es zu einem Raumordnungsverfahren kommt. Er wird in engem Kontakt mit dem Staatlichen Bauamt bleiben, das jederzeit Informationen um den aktuellen Verfahrensstand zugesichert hatte. Dafür wird Walch alle Einwände, die vor allem das hochsensible Ökosystem der Lechauen betreffen, schriftlich vorbereiten. „Wir können nicht dafür sein, wir müssen eine andere Lösung finden! Sonst ist das bisschen Lechauen, das wir noch haben, auch noch kaputt.“ Er erinnerte auch daran, dass gerade Augsburger und Friedberger das Naherholungsgebiet am Mandichosee nutzen und schätzen, wo demnächst mit großem Aufwand und strengen ökologischen Auflagen eine Fischtreppe errichtet werden soll. Für Gemeinderätin Christina Haubrich, die gleichzeitig auch Vorsitzende des Aktionsbündnisses „Keine Osttangente“ ist, ist dies ein weiterer Grund, „jetzt schon zu protestieren – bevor es überhaupt in die Planung Eingang findet: Sonst ist es jahrelang dort.“

Bernhard Frank warf ein, dass Bürgerproteste keine Rolle spielen würden. Die Entscheidung würde nach einem komplexen Kosten-Nutzen-Plan fallen. Haubrich sah das nicht so: „Sie werden eher da bauen, wo weniger Protest zu erwarten ist.“ Walch weiß um das zunehmende Verkehrsaufkommen und wie diffizil auch bei anderen Planungen, insbesondere bei der AIC 25 vor Kissing vorgegangen werden muss, aber er fragt sich: „Wir haben die Ortsdurchfahrt Merching, die Unterberger Straße, die Mandichosee und Prittriching verbindet, die B17 und jetzt soll wieder eine autobahnähnliche Straße kommen: Wie viele Straßen wollen wir noch?“

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