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Mering

15.05.2019

Privater Investor will Sporthallenbad für Mering

Ein Hallenchwimmbad für Mering will der Unternehmer Wilhlem Peter bauen. (Symbolfoto)
Bild: Axel Schmidt

Plus  Der Unternehmer Wilhelm Peter hat die Pläne für sein Projekt bereits in der Schublade. Doch im Vergabeausschuss für das neue Gewerbegebiet kommt die Idee nicht bei allen gut an.

Unternehmer Wilhelm Peter macht keine Scherze, wenn er von seinen Plänen spricht. Er möchte gerne in der Marktgemeinde ein Schwimmbad bauen. Es soll hauptsächlich den Schulen zur Verfügung gestellt werden. „Die Finanzierung steht, doch Teile des Gemeinderats haben wohl keine Lust darauf, sich von mir ein Schwimmbad bauen zu lassen“, sagt Peter. Dass sein ungewöhnliches Vorhaben Erfolg haben kann, davon ist Peter dennoch überzeugt.

Er möchte im neuen Gewerbepark an der Friedenaustraße eine Schwimmhalle errichten, mit semi-olympischen Ausmaßen. Das bedeutet, dass das Becken 12,5 Meter breit und 25 Meter lang ist. Bei dem Schwimmbad setzt er bewusst auf ein reines Sportbad. „Ein Spaßbad ist viel zu teuer und rechnet sich nicht“, sagt der Unternehmer. Bei der Gestaltung wolle er rein funktional bleiben. „Wenn ein öffentlicher Träger ein Schwimmbad baut, dann muss er ganz anders ausschreiben“, weiß Peter. Da entstünden ganz schnell Kosten in einer Höhe von bis zu 4,5 Millionen Euro. Er rechne maximal mit 1 Million Euro Baukosten. Neben den Schwimmbecken soll es zwei Umkleiden geben sowie Sanitärräume.

Peter hat alles für das Projekt in Mering durchgerechnet

An weiteren „Schnickschnack“ denkt Peter nicht. Auch müsse er keinen Bademeister anstellen, der die Aufsicht für das Bad übernimmt. „Wir benötigen Reinigungspersonal, jemanden, der sich um die Wasserqualität kümmert und diese überprüft“, schildert Peter.

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Alles sei bereits durchgerechnet und auch die Schulen angefragt worden. „Die haben mir positive Rückmeldung gegeben“, sagt Peter. Er habe sich ausgerechnet, wenn die Schulen in Mering, Merching und Kissing das Bad nutzen, ist es unter der Woche bis zum Nachmittag voll ausgelastet.

Nun mache ihm jedoch der Projektausschuss der Marktgemeinde, der für die Vermarktung des Gewerbegebiets zuständig ist, einen Strich durch die Rechnung. Zunächst sei man in nichtöffentlicher Beratung noch positiv seinem Vorhaben gegenüber gestanden. Doch in einer zweiten Runde, kam dann die Absage. Man habe ins Feld geführt, dass ein Schwimmbad keine Gewerbesteuer entrichte. „Es ist nicht richtig, denn als privater Schwimmbadbetreiber muss ich Gewerbesteuer zahlen“, erklärt Peter. Außerdem sehe der Bebauungsplan keine Schwimmbäder für das Gebiet vor.

CSU-Fraktionsvorsitzender Georg Resch habe sich beispielsweise für eine Platzierung am Schulzentrum ausgesprochen. „Doch hier hat die Kommune kein Grundstück und wer weiß, wann ich da meine Pläne realisieren kann“, wendet Peter ein.

Resch sagt dazu: „Es handelt sich hier um eine nichtöffentliche Diskussion im Projektausschuss und ich werde mich deshalb dazu nicht weiter äußern.“ Er verweist darauf, dass in dem Ausschuss, neben seiner Person und Bürgermeister Kandler noch zwei weitere CSU-Marktgemeinderäte sowie zwei Vertreter der SPD-Fraktion und einer der Grünen Mitglied sind. „Die Ablehnung des Schwimmbads für das Gewerbegebiet fiel mehrheitlich aus“, so Resch. Zudem zitiert Resch den Bebauungsplan für das Gebiet, er keine Sport- und Gesundheitsanlagen vorsieht.

Peter gibt die Hoffnung nicht auf. „Ich glaube daran, dass ein Schwimmbad in Mering funktioniert.“ Vor allem auch die Lage direkt am Haltepunkt St. Afra sei ideal. „Das ist für Schule oder Vereine von auswärts dann ebenfalls möglich hierher nach Mering zu kommen“, sagt Peter.

Die Sporthallensituation sei in Mering sehr angespannt. Schon jetzt werde es eng, wenn die Schulen und Vereine die Hallen belegen. Das bestätigen die Schulleiter Andreas Pimpl von der Realschule und Josef Maisch vom Gymnasium Mering. Zudem könne das Gymnasium nur schwer die nötigen Schwimmzeiten für ein Sportabitur anbieten, weil auch die Nutzungszeiten für die Schwimmbäder begrenzt seien. „Ich bin selbst Elternbeirat am Gymnasium und als ich davon erfuhr, dachte ich mir, da könnte man Abhilfe schaffen und eine private Schwimmhalle errichten“, erklärt Peter seine Beweggründe für das Vorhaben. Auch von der Merchinger Schule sei er bereits angefragt worden, wann er denn mit dem Bau des Schwimmbad beginne.

Zuhause hat er sich eine eigene Schwimmhalle gebaut

Er selbst schwimmt leidenschaftlich gerne und seine Tochter ist sportlich so erfolgreich, dass sie bei den schwäbischen Meisterschaften als Schwimmerin startet. „Ich habe einfach ein Faible für den Schwimmsport“, gibt Peter zu. Er hat für sich und seine drei Kinder sogar ein eigenes Schwimmbad mit einem 15 Meter langen Becken bei in seinem Zuhause gebaut.

Bürgermeister Hans-Dieter Kandler bestätigt Peters Pläne. „Ich bin ja bekannt dafür, dass mich ungewöhnliche Idee reizen“, sagt er. Deshalb stehe Kandler dem Vorhaben offen gegenüber. Auch wenn Peter in der Vergangenheit als Inhaber der Firmal Polytech nicht immer ein leichter Verhandlungspartner gewesen sei, so finde er die Idee von einem Schwimmbad für Mering, das von einem privaten Investor betrieben wird, „sehr interessant“.

Peter glaubt an sein Vorhaben und an seine Kritiker gewandt: „Wer das Bad für Mering nicht haben will, der hat doch im Gemeinderat nichts verloren.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Ungewöhnliche Pläne erfordern Mut

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