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Probleme der Wachstumsregion Aichach-Friedberg

Kommentar Von Gönül Frey
25.01.2019

Der Landkreis Aichach-Friedberg wächst an Einwohnern und Gewerbe. Doch wie weit kann dieses Wachstum noch gehen, ohne dass die negativen Folgen zu groß werden?

Was haben das Friedberger Baumförderprogramm, das Volksbegehren zum Artenschutz und die Debatte um das Baugebiet am Meringer Kapellenberg gemeinsam? Sie sind im Grunde alle eine Reaktion auf das rasante Wachstum und die enorme Verdichtung – ganz besonders in unserer Region.

Mering findet kaum noch Ausgleichsflächen

Als unsere Zeitung die letzte Statistik zum Wachstum veröffentlichte, lag Mering mit über 18 Prozent wieder weit vorne. Eine der Herausforderungen daran ist, dass der Grund immer knapper werden. Landwirte können kaum noch Grund verkaufen, weil sie sonst ihre Höfe gar nicht mehr betreiben könnten. Für größere Projekte wie zuletzt den Gewerbepark bringt die Kommune kaum noch die Ausgleichsflächen auf. Und das macht das mögliche Baugebiet am Kapellenberg zu so einer großen Versuchung. Durch den zeitlich nur befristet gültigen Paragrafen 13 b wäre hier ein neues Wohnviertel möglich - ohne dass die Gemeinde dafür Ausgleichsflächen schaffen muss.

Friedberg startet ein Baumförderprogramm

Doch der Druck auf den Wohnungsmarkt führt nicht nur zu Neubaugebieten, sondern auch dazu, dass in bestehenden Siedlungen immer stärker verdichtet wird. Große Bäume mit wuchsfreudigen Kronen, können auf engem Raum eine Nachbarschaft gewaltig strapazieren. Pflegeschnitte sind aufwändig und teuer, da ist die Fällung oft der leichtere Weg. Unter solchen Umständen zumindest einzelne Bäume zu retten, dazu soll das Baumförderprogramm der Stadt Friedberg Anreize schaffen.

Denn wenn zu viel Grün verschwindet, leidet die Lebensqualität. Unmittelbarer noch als für die Menschen gilt das für die Insekten. Mit diesem Problem befasst sich das Volksbegehren für den Artenschutz. Wirkungsvoller wäre es vermutlich, das rasante Wachstum abzubremsen. Aber das ist bei dem enormen Andrang auf dem Wohnungsmarkt sehr schwierig und würde die Bereitschaft zu unpopulären Maßnahmen erfordern.

Lesen Sie dazu : Friedberg hilft Bürgern, Bäume zu retten und Baugebiet Kapellenberg bleibt in Mering umstritten


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