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Friedberg

24.11.2019

Profis sollen das Friedberger Südufer-Festival retten

Das Südufer-Festival am Friedberger fand bislang zweimal statt. 2019 war Pause wegen des Altstadtfestes; die Zeit sollte genutzt werden, um ein neues Konzept zu erarbeiten. Das gibt es jetzt.
Foto: Christian Kolbert

Plus Stadtverwaltung und Ehrenamtliche sind von der Organisation des Südufer-Festivals In Friedberg überfordert. 2020 ist Pause – danach soll eine Agentur weitermachen.

Alles neu beim Südufer? Der Stadtrat überlegt, das Festival in die Hände von Profis zu legen. Es gibt bereits Ansätze für ein neues Konzept inklusive neuem Namen. Denn „Südufer“ sei durch die öffentliche Diskussion negativ belastet. Wie kam es dazu?

Erst gut zwei Wochen ist der Schock her: Der Projektgruppe für das Südufer-Festival wurde klar, dass das Team von der Veranstaltung organisatorisch und konzeptionell überfordert sind. Die zwei maßgeblich organisatorisch eingebundenen Volunteers müssen sich auf ihre Arbeit konzentrieren, dem Jugendclub ist die Sache organisatorisch und rechtlich zu brenzlig, die Stadtverwaltung ist mit der Landesausstellung ausgelastet und hat eingesehen, dass Bürokratie und Festivals einfach nicht zusammenpassen.

Dominique Gregor von der Projektgruppe sagte dazu im Stadtrat: „Es gehört etwas mehr dazu als zu überlegen, was cool ist.“ Nun soll die Veranstaltung an die Augsburger Mategroup übertragen werden, eine Agentur, die bereits an den ersten beiden Auflagen mitgewirkt hat.

Südufer in Friedberg hatte schwache Besucherzahlen

Südufer war in den Jahren 2017 und 2018 nicht gerade vom Erfolg geküsst. Die Besucherzahlen waren mau, 2018 auch wegen schlechten Wetters. 2019 war wegen des Altstadtfests Pause und eine Projektgruppe aus Jugendlichen, Stadträten und Mitarbeitern der Stadtverwaltung machte sich daran, die Schwachpunkte des Konzepts zu analysieren und neue Ideen zu entwickeln. Im Stadtrat stellten die Volunteers Luca Aschenbrenner und Dominique Gregor – Letztere mittlerweile Auszubildende bei der Mategroup – die Ergebnisse vor.

Ziel ist es, die Festivalzone in einen Umsonst-Bereich am Ufer und einen Bezahl-Bereich aufzuteilen. Auch einen Campingplatz soll es geben. Hintergedanke ist, den Missmut von Badegästen zu besänftigen, die tagelang auf ihre angestammten Plätze verzichten müssen. Sie sollen künftig auf der Liegewiese von Gastronomie, Kreativangeboten und „Walking Acts“ wie umherziehenden Gitarrenspielern profitieren. Im Bezahl-Bereich für Konzerte würde ein Zelt aufgebaut, um Wettersicherheit zu garantieren. Auch am Musikangebot wurde gefeilt – hin zu mehr Massentauglichkeit, mehr DJs, mehr lokalen Bands – aber weiter je einem bekannten Headliner pro Abend.

Arbeitstitel: „Festival am Friedberger Baggersee“

Mit langfristigen Workshop-Programmen will man junge Freiwillige als Helfer binden, mit reduzierten Standgebühren Vereine anlocken, die - so ein Hintergedanke – dann ja auch wieder ihr Publikum mitbringen. Das Ex-Südufer, das momentan den Arbeitstitel „Festival am Friedberger Baggersee“ trägt, soll etwas schaffen, bei dem alle mitwirken können, und zu dem alle kommen. Und irgendwann soll es von professionellen Händen in ehrenamtliche übergeben werden – eventuell auf Basis eines Vereins.

Verdeutlicht wurde außerdem, dass die angestrebte Besucherzahl von 3000 sich nicht aus Friedbergern allein generieren lässt. Ziel sei es daher, Gäste aus dem ganzen Landkreis und Augsburg nach Friedberg zu holen. Luca Aschenbrenner, der mittlerweile beim Bayerischen Rundfunk arbeitet, stellte eine Medienpartnerschaft mit dem BR in Aussicht. All diese Ansätze sollen das Defizit, das 2018 bei 100.000 Euro (plus 70.000 Euro Aufwand bei Bauhof und Stadtverwaltung) lag, um bis zu 20.000 Euro reduzieren.

Profis sollen das Friedberger Südufer-Festival retten
119 Bilder
Heiße Party am Südufer
Foto: Elisa-Madeleine Glöckner

Prinzipiell ernteten die beiden Volunteers und die restliche Arbeitsgruppe Lob vom Stadtrat für die kritische Analyse und die neuen Ideen. Eine Absage gab es trotzdem gleich: Mit zwölf zu 15 Stimmen entschieden die Politiker, dass das Fest 2020 noch einmal ausfällt. Problem: Durch eine noch längere Pause drohe die Idee verloren zu gehen, argumentierte Bürgermeister Roland Eichmann (SPD).

Doch jetzt sei die Zeit knapp, meinte etwa Jugendpflegerin Simone Losinger (CSU), die sich ansonsten stark für das Event einsetzt: „Ich glaube nicht, dass wir es hinbekommen werden.“ Ihr Parteikollege Richard Scharold weigerte sich in seltener Einigkeit mit Marion Brülls (Grüne) zuzustimmen, weil beide hart kritisierten, dass kein Wort über Kosten gesprochen werde.

Der Friedberger Stadtrat diskutiert am 12. Dezember über Südufer

Auch Hubert Nießner (ÖDP) sah das mit Sorge. Über Kosten reden könne man auch noch nicht, konterte Bürgermeister Roland, weil das Konzept samt Businessplan erst bis zur zum 12. Dezember fertig sei. In der Sitzung an diesem Tag (Beginn 19 Uhr) wird die Mategroup des Augsburgers Christoph Elwert, die bis 2019 auch das Augsburger Modular organisiert hat, ihre Ideen vorstellen.

Lesen Sie auch den Kommentar: Südufer: Eine Ende mit Schmerzen.

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