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Justiz

13.06.2017

Räumungsklage gegen Michelauer Tierstadel: Richter muss entscheiden

Einer der Streitpunkte in dem Verfahren ist die Zucht von sogenannten Mini-Schweinen.
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Einer der Streitpunkte in dem Verfahren ist die Zucht von sogenannten Mini-Schweinen.
Bild: Monika Malcher

Die Betreiber des Hofes lehnen einen Vergleich ab. In zwei Wochen fällt das Urteil, wie es mit dem Tierstadel weitergeht.

Über die Räumungsklage gegen die Betreiber des Hobbybauernhofes im Weiler Michelau bei Adelzhausen wird das Zivilgericht Aichach entscheiden müssen. Wie das Gericht auf Anfrage mitteilte, kam der von Richter Axel Hellriegel bei der Verhandlung vor drei Wochen vorgeschlagene Vergleich nicht zustande.

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Das Ehepaar Monika und Thomas Malcher, das den sogenannten Michelauer Tierstadel betreibt, hätte sich mit dem Vergleich dazu verpflichtet, die Tiere zu entfernen und das Anwesen bis zum 1. März 2018 zu räumen (wir berichteten). Doch die beiden lehnten den Vergleich ab.

Der Richter hatte die Malchers eindringlich gebeten, über seinen Vorschlag nachzudenken. „Im Fall einer Verurteilung reden wir über eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Dann wird alles ein bisschen knapp.“ Hellriegel stellte damals klar, dass er einen Erfolg der Klage für wahrscheinlicher hielt, als dass sie abgewiesen würde. Vor allem gelte der Kündigungsschutz nur für den Wohnraum, nicht aber für die Tiere, machte Hellriegel deutlich. Selbst wenn die Räumungsklage abgewiesen würde, könne der Vermieter den Mietern den Stall kündigen.

Räumungsklage gegen Michelauer Tierstadel: Richter muss entscheiden

Die Betreiber des Hofes sehen sich im Recht

Thomas Malcher begründete auf Nachfrage die Ablehnung damit, dass er und seine Frau den Hof so betrieben, wie es bei Mietbeginn besprochen worden sei. Nach damaliger Absprache sei Tierhaltung auf dem Hof erlaubt, sagt Malcher. Über deren Zahl sei nicht gesprochen worden. Die Malchers sehen sich nach wie vor im Recht. Sollte die Räumungsklage vor dem Zivilgericht in Aichach Erfolg haben, wollen sie in Berufung gehen. Der Vermieter hatte gegen die Malchers eine Räumungsklage erwirkt. Das Paar legte Widerspruch ein.

Das Problem: Es gibt keinen schriftlichen Mietvertrag. Beide Parteien besiegelten ihr Mietverhältnis quasi per Handschlag. Für die Vermieter war klar, dass das Ehepaar nur mit wenigen kleineren Tieren auf den Bauernhof ziehen würde. Von dem großen Nebengebäude stellten sie einen Teil als Stall zur Verfügung.

Richter wird über Räumungsklage entscheiden

Von einer Zucht gingen sie nicht aus. Das wiederum aber war für die Mieter klar. Sie wollten eine Minischweinzucht starten und glaubten, die Vermieter seien darüber im Bild. Die Minischweinzucht hat das Ehepaar inzwischen wieder aufgegeben. Der Bestand aller ihrer Tiere ist auf etwa 50 angewachsen.

Nun, da der Vergleich nicht zustande gekommen ist, muss Hellriegel über die Räumungsklage entscheiden. Der Verkündigungstermin ist für Dienstag, 27. Juni, vorgesehen.

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