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Mering

23.05.2019

Schulleiter unterstützen die Idee vom Sportbad

Der eigentlich vorgesehene Schwimmunterricht ist für die Schulen im Landkreis-Süden nur schwer zur verwirklichen. Deswegen unterstützen die Schulleiter die Idee eines Sportbads für Mering.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Im südlichen Alt-Landkreis hoffen Lehrer und Schüler darauf, dass es doch noch eine Lösung für die Idee von Wilhelm Peter gibt. Schwimmunterricht ist derzeit nur schwer zu realisieren.

Die Schulleiter sind mehr als nur begeistert von der Idee, dass es in Mering ein Sporthallenbad geben könnte. Josef Maisch vom Gymnasium Mering sprach sich schon im Vorfeld der Diskussionen für die Idee des Privatinvestors Wilhelm Peter aus, der zudem Elternbeirat am Meringer Gymnasium ist. Aber auch die Grund- und Mittelschulen im südlichen Alt-Landkreis sind von dem Vorhaben angetan.

„Ein Schwimmbad in Mering, das wäre toll“, sagt Christine Teuber. Die Schulleiterin der Kissinger Mittelschule erklärt, dass für ihre Schüler bislang aus organisatorischen Gründen ein Schwimmunterricht nicht machbar ist. Nicht nur, dass die Schwimmzeiten in den Hallenbädern der Umgebung sehr begrenzt seien, auch die Fahrzeiten mit dem Bus seien einfach zu lange. „Ich würde das aber für die Kinder mehr als nur begrüßen, wenn es in Mering ein Sporthallenbad gibt“, sagt sie.

Schüler könnten zu Fuß in das Hallenbad im Gewerbepark

Ähnlich sieht das Susanne Geiger von der Grundschule an der Ambérieustraße in Mering. „Ein Schwimmbad, das wir sogar fußläufig mit den Kindern erreichen können, ist doch traumhaft“, sagt sie. Wie berichtet, hatte der Unternehmer Wilhelm Peter sich darum bemüht, im neuen Gewerbepark an der Friedenaustraße ein Grundstück für ein privat geführtes Sporthallenbad zu bekommen. Im Vergabeausschuss des Marktgemeinderats stießen diese Pläne in nichtöffentlicher Sitzung aber auf Ablehnung.

Momentan fahren lediglich die dritten Klassen der Ambérieu-Schule zum Schwimmunterricht. „Wir wechseln uns ab, bis zum Ende des Schuljahrs war jeder Drittklässler zwischen zehn und zwölf Mal beim Schwimmunterricht“, schildert Geiger. Aus organisatorischen Gründen müsse dieser Unterricht auf den Nachmittag gelegt werden.. „Wir richten uns da nach den Schwimmzeiten, die wir vom Hallenbad in Friedberg zur Verfügung gestellt bekommen“, erklärt Geiger.

Auch die Luitpold-Grundschule fährt nachmittags mit den dritten Klassen ins Schwimmbad nach Friedberg. Konrektor Wolfgang Frank berichtet: „Wir legen zwei Sportstunden zusammen, um so wenigstens genügend Zeit für einen sinnvollen Schwimmunterricht zur Verfügung zu haben.“

Schwimmunterricht für Grundschüler steht eigentlich im Lehrplan

Im Schulamt in Aichach-Friedberg erklärt Schulamtsdirektorin Ingrid Hillenbrand, dass der Lehrplan für die Grundschüler den Schwimmunterricht vorsehe. „Dieser kann jedoch nur dann angeboten werden, wenn den Grundschulen auch genügend Schwimmzeiten zur Verfügung stehen und das Schwimmbad in erreichbarer Nähe ist“, so die Schulamtsdirektorin. Zudem müssten die Lehrer dafür eine spezielle Schwimmunterrichtsberechtigung besitzen.

Josef Maisch bestätigt, dass auch fürs Gymnasium der Lehrplan Schwimmunterricht in jeder Jahrgangsstufe beinhaltet. Nach Rücksprache mit den Sportlehrern informiert er, dass etwa sechs Doppelstunden pro Woche jeweils in der Unter- und Mittelstufe benötigt würden. Für die Oberstufe etwa vier Doppelstunden. „Somit wären wir bei insgesamt 20 Stunden für das Gymnasium pro Wochen“, erklärt Maisch. Nach seinen Informationen ist es nicht erforderlich, dass ein Bademeister vor Ort ist, wenn eine Lehrkraft mit geeigneter Ausbildung die Schüler betreut. Zudem spreche nichts gegen die Nutzung eines nichtöffentlichen Schwimmbades. „Als es noch die Königstherme in Königsbrunn gab, sind wir mit unseren Schülern dorthin gefahren“, gibt er als Beispiel an.

Schwimmbad würde die Hallenbelegung entzerren

Vor allem in der Oberstufe sei eine Einzelsportart für die Schüler Pflicht. „Das kann neben Gymnastik/Tanz, Geräteturnen, Leichtathletik oder eben Schwimmen sein“, erklärt Maisch. Leichtathletik ist auf der maroden Sportanlage nicht möglich, Tanzen und Gymnastik ist bei Buben nicht unbedingt ein Favorit, da sei Schwimmen eine gerne belegte Einzelsportart. „Wir wären mehr als nur froh über ein Schwimmbad in Mering“, sagt Maisch. Zudem führt er wiederum ins Feld, dass der Belegungsplan für die Sporthallen so eng zugeschnitten ist, dass er nur deshalb funktioniere, weil alle Schulen am Schulzentrum sowie die Vereine gut zusammenarbeiten würden. „Wird aber die Realschule oder die Grundschule erweitert, dann funktioniert das so nicht mehr“, prognostiziert Maisch. Allein deshalb würde ein Sporthallenbad Entlastung bringen.

Zu den Befürwortern des Projekts gehört auch Schulleiter Andreas Pimpl von der Realschule. Regelmäßiger Schwimmunterricht wird dort derzeit nicht angeboten. „Wir versuchen, so weit es möglich ist, aber das Freibad zu nutzen“, informiert Pimpl. Er ist der Meinung, dass das Schwimmbad auch im Gewerbegebiet fußläufig für die Schüler erreichbar sei. „Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass man dem Investor ein Grundstück gegenüber dem Bauhofgelände anbieten könnte“, schlägt er vor. Auch hier sei es noch gut zu erreichen.

Bürgermeister Hans-Dieter Kandler ist nach wie vor offen gegenüber den Plänen von Wilhelm Peter. „Auch wenn wir an diesem Standort nun kein Schwimmbad vorsehen, wenn mich der Gemeinderat damit beauftragt, dass ich mich um die Vorbehaltsfläche gegenüber der Ambérieugrundschule bemühen soll, dann trete ich natürlich in Verhandlungen ein.“ Der Bevölkerung müsse aber bewusst sein, dass der Investor dieses Sporthallenbad nicht für den öffentlichen Publikumsverkehr plane.

Lesen Sie dazu auch: Hallenbad in Mering: Sportbeauftragter bezieht Stellung und Privater Investor will Sporthallenbad für Mering

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