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Schule

03.03.2011

Statt Sport gibt es künftig ein Mittagessen

Stadt prüft Umbau der kleinen Halle zu einer Mensa. Vereinen fehlt dann eine Trainingsmöglichkeit

Friedberg Kann die kleine Sporthalle als Mensa für die Friedberger Schulkinder genutzt werden? Diese Frage lässt Bürgermeister Dr. Peter Bergmair derzeit prüfen. Im Bauausschuss des Stadtrats stellte er ein erstes Konzept vor und erntete damit prompt Widerspruch aus seiner eigenen Fraktion. „Damit kann ich nicht leben“, kritisierte Franz Reißner (SPD/Parteifreie Bürger) den „Schnellschuss“ der Verwaltung. Denn weder Schul- noch Vereinssport könnten mehr in der Halle stattfinden, wenn dort der Mittagstisch eingerichtet wird.

Nachdem ein Umbau des Hauses Ludwigstraße 27 an den hohen und zudem nicht förderfähigen Kosten gescheitert ist, sucht die Stadt derzeit nach Alternativen. Ein Neubau scheidet aus, weil es angesichts von „Überhangflächen“ in den bestehenden Schulhäusern keinen Zuschuss gibt. Auch die Idee, Klassenzimmer in der Theresia-Gerhardinger-Grundschule oder das als Pausenhalle genutzte Foyer der Stadthalle umzubauen, war aus unterschiedlichen Gründen nicht zielführend. Ebenso wenig ließ sich der Vorschlag verwirklichen, die Kinder im Restaurant „Jedermann’s“ zu verköstigen. „Wir können sonst nirgendwo eine Mensa einbauen“, versicherte Finanzreferent Wolfgang Schuß.

Dass damit künftig kein Sportbetrieb mehr möglich ist, bedauert der Finanzreferent, doch „einen Tod muss man sterben“. Dabei wird die kleine Halle intensiv genutzt. Zwischen 8 und 16 Uhr, von kleinen Unterbrechungen abgesehen, durch Schulklassen, am Abend dann zwischen 17 und 22 Uhr von verschiedenen Vereinen wie den Radsportlern der Solidarität, Karatekämpfern oder jugendlichen Fußballteams aus den Stadtteilen. „Die Halle ist vor allem im Winter weitgehend voll“, bestätigt Frank Büschel von der Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Zeitung. Daneben finden auch Elternabende, Theateraufführungen und städtische Veranstaltungen dort statt, die wohl auch weiterhin möglich wären.

Statt Sport gibt es künftig ein Mittagessen

Fällt sie als Sportstätte aus, haben Schulen und Vereine ein Problem, weiß Büschel, denn die übrigen Hallen sind fast völlig ausgebucht. Es müsste dann über eine Kürzung der Übungszeiten für die einzelnen Vereine nachgedacht werden. Und die Schulen müssten ihren Sport ins Freie verlegen oder das Stadtbad intensiver benutzen. „Ich weiß nicht, was die Vereine verbrochen haben“, ärgert sich Stadtrat Franz Reißner. Erst seien die Jugendzuschüsse gekürzt worden, jetzt nehme man ihnen noch die Halle weg.

Bürgermeister Bergmair reagierte im Bauausschuss verärgert auf die Kritik und betonte, er werde dieses Konzept zur Entscheidung vorlegen. Es handle sich um eine wirtschaftliche Lösung mit vertretbaren Kosten. Bis zur nächsten Ausschusssitzung am 7. April sollen die Details geklärt sein. Gesprächsbereits zeigt sich die CSU, die das Thema Mensa heuer anpacken will. Der Umbau der kleinen Halle sei „sicherlich eine Lösung, die zu diskutieren ist“, sagte Fraktionschef Thomas Kleist unserer Zeitung: „Wir werden nicht vorher schon sagen, das ist nichts.“ "Aufgefallen

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