1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Stefan Fuß hat seinen eigenen Gin kreiert

Friedberg

02.07.2019

Stefan Fuß hat seinen eigenen Gin kreiert

Stefan Fuß vom Goldenen Stern in Friedberg-Rohrbach ist stolz auf seinen ersten eigenen Gin „Crazy Mary“.
Bild: Sabine Roth

Der Wirt des Gasthauses Goldener Stern in Rohrbach hat den „Crazy Mary“ zusammengestellt. Ulrich Roth vom Fass bietet Gin zur „Friedberger Zeit“ an.

Der Gourmet Stefan Fuß ist sichtlich stolz ist auf seinen ersten eigenen Gin, den er in seiner neuen Vinothek im Goldenen Stern vorstellt. Er schmeckt angenehm fruchtig mit einer sauren, würzigen Note. Den Trend zu erfrischenden Getränken mit Gin möchte der Gastronom nicht verpassen. Weil der Goldene Stern viele Gesellschaften bewirtet, suchte er nach einem besonderen Aperitif.

In der Gin Destillerie „MyOwnGin“ in Augsburg hat Fuß seinen eigenen Gin aus über 80 sogenannten Botanicals kreieren und den Geschmack wie bei einem Rezept bestimmen dürfen. „Das ist wie bei einem Parfüm oder einer Soße. Ich liebe diese Methode, die dort angewendet wird“, sagt Fuß. „Wir haben mehrere Aromen aus rein natürlichen Zutaten miteinander vermischt und destilliert.“

Der Gin aus Rohrbach schmeckt nach Bergamotte, Vogelbeere und mehr

Seinen Geschmack verleihen seinem Gin die Botanicals Wacholder, Angelikawurzel, Bergamotte, Enzianwurzel, Grapefruit, Hagebutte, Hopfenblüte, Iriswurzel, Kaffernlimette, Kardamon, Koriander, Latschenkiefer, Mönchspfeffer, Passionsblumenkraut, Paradieskörner, Quitte, Schlehdorn, Tonkabohne, Vanille und Vogelbeere. „Zu uns passt dieser Gin hervorragend, weil wir ihn als Aperitif gerade im Sommer wunderbar anbieten können. Und wir haben dann mal etwas Besonderes“, so Fuß.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Sein Finest Rohrbach Gin bekam den Namen Crazy Mary (benannt nach seiner Tochter Mary, die auch manchmal etwas crazy sei). Auch jede Flasche dazu ist ein Unikat. Sie ist oben breit und wird nach unten hin immer schmäler. Das Bild auf der Vorderseite hat Fuß nach seiner Idee erstellt. Jetzt ziert der „Crazy Mary“ das Regal der neuen Vinothek in Rohrbach, die sich unter dem modernen Anbau befindet. „Für uns ist dieser Raum quasi eine begehbare Weinkarte. Hier kann man sich seinen Tischwein selbst aussuchen. Demnächst sollen hier auch Verkostungen stattfinden. Selbstverständlich kann dann auch unser eigener Gin getestet werden“, sagt Fuß. Man darf sich freuen.

Gin ist immer Schnaps aus Wachholder, die jeweiligen Spielarten sind mannigfach. Man kann entweder noch bestimmte „Botanicals“ einlegen, zum Beispiel Orangenschalen, Pfeffer, Zimt, Rosmarin, oder diese mitdestillieren, wie es beim Gin von Stefan Fuß der Fall ist.

"Zum Fass" in Friedberg hat beim Altstadtfest Gin im Angebot

Bei Ulrich Roth „Vom Fass“ gibt es über sieben verschiedene Gins im Angebot, darunter der selbst zusammengestellte Gin zum diesjährigen Friedberger Altstadtfest mit dem Namen „Friedberger Achwasser“. Das ist ein Gin mit Aromen von Limette, Apfel und Basilikum. Er wurde auf 280 Flaschen limitiert. „Das Etikett ziert ein alter farbiger Kupferstich aus genau dieser Friedberger Zeit vor 1800. Gin gab es geschichtlich ja schon im 17. Jahrhundert, also kann man davon ausgehen, dass Genever, wie er genannt wurde, auch in Friedberg zu dieser Zeit bekannt war“, so Roth. Seine nächste Verkostung mit Gin ist am 14. September. Tickets dabei gibt es bei ihm im Laden.

„Klassisch wird Gin mit Tonic Water, der Schale bzw. einem Stück Zitrone oder mit Gurke garniert getrunken“, so Andreas Gerblinger vom gleichnamigen Laden in der Ludwigstraße. Er hat ein Gin-Botanicals-Basic-Set von seiner Marke „Genial Genießen“ im Sortiment. Es enthält die fünf wichtigsten Gewürze: Hibiskusblüten, Kardamon, Wacholderbeeren, Koriander, Rosa Beeren. Seine drei Ginsorten sind nicht regulär am Markt zu finden, weil die Herstellerfamilie aus der Pfalz nicht selbst vermarktet. „Ich kenne diese Familie persönlich und weiß, mit wie viel Herzblut sie arbeiten und welchen Wert sie auf Qualität legen“, so Gerblinger. Probieren kann man seine Gins beim nächsten Marktsonntag am 4. August.

Vita Gin gibt es beim Platzhirsch in Friedberg

Der Vita Gin hat es dagegen David Gregor-Altmann vom Platzhirsch am Marienplatz angetan. Sein Lieblingsgetränk ist ein echter, aus Wacholderbeeren gebrannter Gin mit Alkohol - und etwas ungewöhnlichen Zutaten. Mit Rosmarin und einem Birnenschnitz werde die Kreation ganz ohne Zitrusfrüchte fruchtig.

Bei Christoph Pietzsch vom Barbetrieb hat sich der Gin inzwischen zum Topfavoriten gemausert. Gin serviert er gerne mit Zitrusfrüchten. Sein Geheimtipp ist der Gin Basil Smash, der durch Zitrone und Basilikum eine ganz Note erhält und sich so von anderen Gin-Cocktails abhebt. „Der Geschmack ist ungewöhnlich, aber wirklich gut“, so Pietzsch.

Gin ist übrigens nicht etwa eine englische Schnapsidee, sondern eine Holländische. Der heutige Gin geht auf den Wacholderschnaps Genever zurück. Die erste Brennerei, die diese Spirituose herstellte, heiß Bols und eröffnete 1575 Amsterdamer Stadtrand. Als die Briten die Niederländer im Holländisch-Spanischen Krieg (1568 bis 1648 ) unterstützten, kamen sie auf den Geschmack. Aber erst als der Niederländer Wilhelm von Oranien 1689 den britischen Thron besteigt, wurde der Gin zum Modegetränk.

Fünf Jahre später wurde die Biersteuer erhöht. Gleichzeitig erlebte die Landwirtschaft durch Modernisierung einen Aufschwung. Das führte auf der Insel zu einem Getreideüberschuss. Plötzlich war Gin bzw. Branntwein günstiger als alles andere. Die Folge ist heute als Gin-Epidemie bekannt. Um 1740 wurden in London während eines Jahres 50 Millionen Liter Gin getrunken. Das entspricht 100 Liter pro Person und Jahr.

Lesen Sie, was 2019 in ist: Was muss man in diesem Sommer unbedingt haben?

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren