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Gesundheit

30.03.2015

Stress im Beruf gehört fast schon dazu

Alarmierende Ergebnisse über Stress im Beruf sind in einer neuen Studie veröffentlicht worden.
Bild: Oliver Berg, dpa

In einer Studie werden alarmierende Ergebnisse über Stress in der Arbeit veröffentlicht. Wie stark sind die Menschen in der Region überlastet und was tun die Unternehmen dagegen?

Aichach-Friedberg Schlafstörungen, Antriebslosigkeit, Kopf- und Magenschmerzen: Dies sind nur einige Symptome, die durch Stress im Berufsleben ausgelöst werden können. Viele Menschen in Deutschland sind davon betroffen. Jeder Vierte glaubt einer aktuellen Umfrage zufolge, das in der Arbeit vorgelegte Tempo langfristig nicht durchhalten zu können. 23 Prozent verzichten demnach völlig auf eine Pause und jeder Achte geht sogar krank in die Arbeit. Diese alarmierenden Ergebnisse zum Thema Berufsstress wurden von der Bertelsmann Stiftung und der Krankenkasse Barmer GEK veröffentlicht.

Relevant ist dieses Thema auch bei Bernhard Engelschall in der Gemeinschaftspraxis in Mering. Menschen die aufgrund der Arbeit an Depressionen oder Überlastung leiden kämen immer öfter in die Praxis. „Viele Firmen beuten ihre Mitarbeiter aus“ so der Allgemeinmediziner. Seiner Meinung nach wälzen Firmen oft arbeitsbedingte Krankheiten auf das Gesundheitssystem ab, anstatt dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter weniger Stress ausgesetzt sind. Außerdem sei nicht mehr die Gesundheit oberste Priorität, sondern immer mehr Druck, den die Arbeitgeber an die Mitarbeiter ausüben. Menschen die ständig unter Druck stehen sind laut Engelschall besonders gefährdet für Burn-out oder ähnliche stressbedingte Krankheiten.

Gerlinde Raab, Personalleiterin der Kliniken an der Paar in Friedberg und Aichach, hat da ähnliche Erfahrungen gemacht: „Auf jeden Fall sind Pfleger und Ärzte häufig von Stress betroffen.“ Besonders in den Wintermonaten seien viele Leute krank. „Je höher die Belegungszahlen der Betten, desto höher ist die Belastung.“ Für die Pfleger komme noch die emotionale Last durch die Betreuung von Sterbenden hinzu. Durch Stress ausgelöste Krankheiten sind aber laut Raab eher selten: „Gerade in Pflegeberufen kommt es häufiger zu Bandscheiben- und Knieproblemen durch das Heben der Patienten.“ Um das zu lernen, gebe es jedoch Schulungsmaßnahmen. Außerdem wurden zur Unterstützung des Pflegedienstes vor ein paar Jahren Servicekräfte eingeführt, die Tätigkeiten wie die Essensausgabe übernehmen. So haben die Krankenschwestern Kapazitäten für ihre eigentliche Aufgabe frei: die Betreuung von Patienten.

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Birgit Schubert, Kreisvorsitzende des Lehrerverbands BLLV, glaubt, dass die Berufsgruppe der Lehrer besonders betroffen ist: „Lehrer sind grundsätzlich gestresst, da sie für viel mehr Dinge zuständig sind als früher.“ Themen wie Inklusion, die Integration von Asylbewerberkindern und Ganztagsklassen müssen diese laut der Mittelschullehrerin heutzutage zusätzlich leisten: „Da reicht ein Acht-Stunden-Arbeitstag oft nicht aus“.

Zudem gäbe es weitere Stressfaktoren. Kinder seien häufiger verhaltensauffällig als früher und würden deshalb individuelle Aufmerksamkeit benötigen. Die dafür besonders wichtigen Förderlehrer fehlen aber an vielen Schulen, weiß Schubert. Auch wenn ein Kollege krank ist, sei das eine zusätzliche Belastung. Die 58-Jährige berichtet: „Jeder Lehrer, der fehlt, wird aufgefangen von denen, die sowieso schon am Limit sind.“

Doch was kann man gegen Stress im Beruf tun? Birgit Schubert rät zu einer „Live-Work-Balance“, dem Finden eines Gleichgewichts zwischen Arbeit und Leben.

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