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Kissing

12.07.2020

Umstrittener Sozialbau in Kissing bekommt eine Tiefgarage

Auf dem Grundstück der ehemaligen neuapostolischen Kirche in Kissing an der Rosenstraße soll eine neue Wohnanlage mit geförderten Wohnungen entstehen.
Bild: Philipp Schröders

Plus Auf dem Grundstück der ehemaligen neuapostolischen Kirche in Kissing soll eine große Wohnanlage entstehen. Nun wurden die veränderten Pläne des Projekts vorgestellt.

In Kissing soll auf dem Grundstück der ehemaligen neuapostolischen Kirche an der Rosenstraße eine geförderte Wohnanlage entstehen. Im Bauausschuss ist nun weiter über die Ausführung diskutiert worden. Es kommt zu einer Änderung, die Auswirkungen auf die zukünftige Parkplatzsituation in der Straße hat.

Wie berichtet hatte die Mehrheit des Gemeinderats beschlossen, der Wohnbau GmbH des Landkreises das Grundstück an der Rosenstraße zur Verfügung stellen. Die SPD spricht sich aber gegen das Projekt aus. Zudem gibt es auch bei den Anwohnern Bedenken.

Auf dem Grundstück der ehemaligen neuapostolischen Kirche in Kissing soll eine neue Wohnanlage mit geförderten Wohnungen entstehen.
Bild: Philipp Schröders

In der vergangenen Sitzung des Bauausschusses stellten der Wohnbau-Geschäftsführer Robert Englmeier und Architekt Markus Schneider veränderte Pläne des Projekts vor. Bei der ursprünglichen Ausführung waren zu wenig Parkplätze rund um das geplante Gebäude ausgewiesen worden. Die Vertreter der Wohnbau erklärten, dass sie angewiesen seien, aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen möglichst kostengünstig zu bauen. Daher hatten sie im ursprünglichen Entwurf von einer Tiefgarage abgesehen und die Gemeinde gebeten, eine Klausel für sozialen Wohnungsbau in die Stellplatzsatzung einzubauen. Die regelt unter anderem, wie viele Parkplätze pro Wohnung bei einem Neubau angelegt werden müssen. Es gab Stimmen im Gemeinderat, die bereits einen Mangel an Parkmöglichkeiten in der Gegend sahen.

Geförderter Wohnbau in Kissing: Architekt präsentiert neuen Plan

In der vergangenen Sitzung des Bauausschusses präsentierte Architekt Schneider nun einen Plan, der eine Tiefgarage mit 19 Parkplätzen vorsieht. In dem Haus sollen über zwei Etagen und in einem ausgebauten Dachgeschoss 18 Wohnungen untergebracht werden. Auf die Anlage kommt ein Satteldach, das zur Rosenstraße hin flacher wird. Dort hat das Gebäude dem Plan nach eine Traufhöhe von 8,75 Meter. Zur B2 hin sind es 11,50 Meter.

Schneider erklärte, mit dem veränderten Plan die laut Satzung erforderliche Anzahl von 39 Parkplätzen nachweisen zu können. Wenn die Gemeinde aber zu einer Anpassung ihrer Bestimmungen bereit sei, ließen sich auch nur 35 Stellplätze einplanen. „Da hätten wir weniger Bodenversiegelung.“

Englmeier sagte, dass die Bewohner der Wohnbau-Anlagen meist weniger Autos hätten als Besserverdienende. Fabian Bär von den Freien Wählern fragte, ob die Parkplätze mitvermietet werden. Englmeier erklärte, dass das Ziel sei. Er sagte aber: „In Mering haben wir auch leer stehende Stellplätze.“ Die zukünftigen Mieter in Kissing hätten aber die Möglichkeit, ihre Parkplätze weiterzuvermieten.

Zukünftige Mieter: Gemeinde Kissing bekommt Vorschlagsrecht

Zudem wollte Bär wissen, welche Bestimmungen gelten, um in die Anlage einziehen zu können. Englmeier erklärte das Vorgehen der Wohnbau: Die Interessenten brauchen einen Wohnberechtigungsschein und werden in Einkommensstufen eingeteilt. Zu der ersten gehören Sozialleistungsempfänger, Geringverdiener aber auch Rentner. Zur zweiten „normale Angestellte“ und Handwerker. In der Einkommensstufe eins zahlen die Mieter dank Förderung zwischen 5,50 und 5,70 Euro pro Quadratmeter. Es gebe Wartelisten, aber die Gemeinde habe auch ein Vorschlagsrecht für Mieter, erklärte Englmeier.

Franz-Xaver Sedlmeyr von der CSU sagte: „Es ist gut, dass die Stellplatzsatzung nun eingehalten werden kann.“ Seine Fraktion sei aber zu einer Anpassung bereit, um mehr Gestaltungsraum auf dem Gelände zu schaffen. Katharina Eigenmann von den Grünen sprach sich ebenfalls für die geänderte Planung aus. „Die Nachbarschaft muss aber mitgenommen werden.“ Zudem schlug sie als Alternative ein Flachdach vor. Des Weiteren plädierte sie dafür, den Grund im Norden so zu gestalten, dass er Platz für Aufenthaltsqualität biete. Das solle bei der Planung der Erschließungsstraße, die dort entstehen soll, berücksichtigt werden. Der Bauausschuss stimmte dem Antrag mit Mehrheit zu.

Widerstand gegen die Wohnanlage in Kissing

Gegen die Stimmen der SPD befürwortete das Gremium auch die Größe und Gestalt des Gebäudes inklusive Tiefgarage. Allerdings soll der Architekt zusätzlich eine alternative Version mit Flachdach ausarbeiten. Zudem gab die Mehrheit des Gremiums der Verwaltung den Auftrag, die Stellplatzsatzung für den geförderten Wohnungsbau zu ändern.

Marion Lang übte scharfe Kritik an dem Plan. „Wir von der SPD sind gegen das Bauvorhaben an der Stelle. Es gibt nun auch Widerstand in der Bürgerschaft“, sagte sie. Die Anlage passe nicht in die Umgebung mit Ein- und Zweifamilienhäusern. Sie plädierte dafür, den Parkplatz östlich des Seniorendomizils Haus Gabriel an der Bahnhofstraße als Standort für die Wohnanlage in den Blick zu nehmen. Dieses Grundstück war zuvor auch im Gespräch. Die Mehrheit des Gemeinderats hatte sich allerdings dagegen und für die Rosenstraße ausgesprochen.

Bürgermeister Reinhard Gürtner verwies auf diesen Beschluss und betonte, dass der Bauausschuss dafür zuständig sei, über die Ausführung der Anlage zu beraten. „Alles was sie angesprochen haben, obliegt dem Gemeinderat.“ Zudem sagte er, dass in einem späteren Schritt das Gespräch mit den Anwohnern gesucht werden soll.

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