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Mering/Karmiel

11.08.2019

Zehn Tage sind Meringer Jugendliche zu Gast bei Freunden

Ein besonderes Erlebnis für die Jugendlichen aus Mering war der Ritt auf Kamelen in der Negev-Wüste.
Bild: Peter Holthaus

15 Mädchen und Jungen reisen nach Israel. Sie besuchen auch die Freundschaftsstadt Karmiel. Schon im nächsten Jahr kommt wieder eine Gruppe in die Marktgemeinde.

Voller interessanter Eindrücke kehrte die Gruppe Jugendlicher im Alter von 14 bis 21 Jahren von ihrer ersten offiziellen und geförderten Jugendbegegnung in Israel zurück. Nach dem Austausch in Mering im Juni 2018 fand der Gegenbesuch mit vier Betreuern vom 29. Juli bis 7. August statt. Anfangs waren manche Teilnehmer noch skeptisch oder ein wenig ängstlich, was sie in Israel erwarten würde. Dann übertraf die Reise aber alle Erwartungen und wird für immer in Erinnerung bleiben. Für das nächste Jahr ist geplant, dass wieder eine Gruppe Jugendlicher aus Karmiel nach Mering kommt.

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Das Programm für die Tage in der israelischen Freundschaftsstadt hatten Annemarie und Günter Wurm mit ihrem Sohn Benedikt in Zusammenarbeit mit Andrea Gisberg aus Karmiel ausgearbeitet. Bürgermeister Moshe Koninski empfing die Reisegruppe in seinem Rathaus und betonte, wie wichtig ihm die Beziehungen zu Mering seien. Die Stadt Karmiel, zu der Mering im Oktober 2014 offizielle Beziehungen aufnahm, hat etwa 50000 Einwohner. Sie ist umgeben von Bergen mit arabischen Dörfern.

Die jungen Meringer besuchten eine kleine Schokoladenfabrik, die der neuseeländische Jude John Colat seit 25 Jahren betreibt und Pralinen aus rein natürlichen Zutaten herstellt. Ein Kinderdorf mit 300 Kindern, ein Projekt für autistische Kinder, der Besuch im Atelier des Künstlers Daniel Hasbani, eines der ältesten Kibbuze und eine Olivenöl- und Seifenfabrik standen ebenfalls auf dem Programm. Die letzten vier Tage verbrachte die Gruppe in Jerusalem, der Negev Wüste und in Tel Aviv. Unterwegs sahen sie die König David Wasserfälle und durften auf Kamelen reiten. Für diese Tage war Reiseleiterin Naomi Ehrlich-Kuperman aus Jerusalem zuständig.

Zehn Tage sind Meringer Jugendliche zu Gast bei Freunden

Das interessantes Erlebnis war für Elena der Tag in der Wüste

Die 19-jährige Elena hatte im letzten Jahr die Austauschschülerin Odeya aufgenommen und freute sich, sie und ihre Freundinnen Mayaan und Alice wiederzusehen. Nach der Abreise hatten sie Kontakt über WhatsApp und Instagram gehalten. „Meine Familie war sehr nett und so gastfreundlich“, verriet sie. Bei einem 30-minütigen Spaziergang durch Karmiel hatte sie viele schöne Plätze und Parks entdeckt und die aus Sandstein gebauten Häuser gefielen ihr besonders gut. „Das interessanteste Erlebnis war für mich die Wüste mit ihrer Weite und dem Beduinendorf, in dem Pfauen frei herumliefen“, schwärmte sie. Auch für Maja war dieser Tag mit seiner faszinierenden Landschaft und dem Ritt auf Kamelen der Höhepunkt der Reise. Sophia Kistler aus Unterbergen hatte im letzten Jahr keinen Gastschüler, es war für sie also der erste Kontakt zu Israel. Sie empfand das Programm sehr abwechslungsreich. Der Samstag in der Familie war für sie besonders interessant. Ihr hat es so gut gefallen, dass sie nach Beendigung ihrer Ausbildung mit Freunden auf eigene Faust wieder nach Israel reisen will. Die 16-jährige Marietta gewann viele positive Eindrücke von einem Land, das in den Nachrichten eher negativ dargestellt wird. Sie lernte auch französische Juden kennen, mit denen sie sich über die deutsch-jüdische Geschichte unterhielt. „Die Gespräche sind wichtig, damit so etwas nie wieder passiert. Die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem, die mich sehr berührte, war eines meiner Highlights“, sagte sie.

Tel Aviv erinnerte die Jugendlichen ein bisschen an New York

Die Nacht im Freien im Beduinendorf und das Schwimmen im Toten Meer war für die 18-jährige Julia ein einzigartiges Erlebnis. Sie erzählte, dass das Wasser warm wie in einer Badewanne wäre und dass es scheine, als ob man im Wasser schweben würde. In Jerusalem, wo sie die Grabeskirche und die Klagemauer besichtigten und im Basar einkaufen konnten, trafen sie viele Touristen aus aller Welt. Tel Aviv mit vielen Wolkenkratzern erinnerte sie ein wenig an New York.

„Die Gruppe verstand sich von Anfang an fantastisch und integrierte auch die neu hinzugekommenen, so dass wir wie eine große Familie waren“, freute sich Annemarie Wurm. Manche Familien hatten vier Jugendliche aufgenommen. Auch die Tänzer der Karmiel Flowers, die beim Israeltag in Mering auftraten, konnte die Gruppe im Schwimmbad treffen. Vier israelische Jugendliche hatten in einer Schule eine Diskussion über Rassismus initiiert. Der 21-jährige Benedikt Wurm war als dritter Betreuer mitgereist. Er war erstmals im Alter von elf Jahren in Israel. Es war sein vierter Aufenthalt und er möchte sich bei den nächsten Jugendbegegnungen wieder engagieren.

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