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Kissing: Hofcafé mit Laden: Wie soll sich die Ottomühle in Zukunft entwickeln?

Kissing

Hofcafé mit Laden: Wie soll sich die Ottomühle in Zukunft entwickeln?

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    In Kissing in der Ottomühle soll ein Hofladen entstehen.
    In Kissing in der Ottomühle soll ein Hofladen entstehen. Foto: Claudia Bammer (Symbolbild)

    In der Ottomühle in Kissing könnte es bald noch belebter werden. Ein Bauherr plant einen Carport mit Ausgabe für ein Gartencafé und einen Verkaufsraum. Dort sollen einmal landwirtschaftliche Produkte wie Beeren, Melonen, Kürbisse, Gurken, Eier, Nudeln und Honig angeboten werden. Zu viele Autos für die Straße? Aus dem Bauausschuss kam Kritik. Denn in der Ottomühle ist bereits die Fischzucht Berger angesiedelt.

    Neben dem Hofladen ist ein Café geplant

    In dem geplanten Carport sowie drei beweglichen Holzpavillons sei beabsichtigt, Selbstpflückern während der Saison von März bis Oktober ein Gartencafé anzubieten. Dazu gehörten der Ausschank von nicht alkoholischen Getränken und die Ausgabe von Speisen für kleinere Veranstaltungen wie Geburtstagsfeiern oder Hoffeste. In der übrigen Zeit soll das Gebäude als Carport genutzt werden. Die An- und Abfahrtszeiten bewegten sich zwischen 8 und 18 Uhr, der Bauherr rechne mit 30 bis 40 Autos täglich. Weil die Abstandsflächen zwischen dem bestehenden Wintergarten und dem geplanten Carport nicht eingehalten werden, beantragte der Bauherr eine Befreiung. Die Unterschrift des westlichen Nachbars wurde aber erteilt. Trotzdem hatten einige Mitglieder des Bauausschusses Bedenken. Weil sich der westliche Feldweg im Privateigentum befindet, kann dieser für die Anfahrt nicht genutzt werden. Sie soll über den öffentlichen Mühlweg erfolgen.

    Im Hofladen von Peter und Sylvia Berger in der Ottomühle zwischen Alt-Kissing und Mering bekommt man alles rund um die Paartalforelle.
    Im Hofladen von Peter und Sylvia Berger in der Ottomühle zwischen Alt-Kissing und Mering bekommt man alles rund um die Paartalforelle. Foto: Sabine Roth

    Petra Pfeiffer (SPD) sagte: „Vor dem Berger-Laden parken hier auch schon Autos. Ich sehe da Schwierigkeiten, wenn hier noch mehr Verkehr durchmuss.“ Wie Zweiter Bürgermeister Franz-Xaver Sedlmeyr in Vertretung von Reinhard Gürtner erwiderte, sind die angedachten Parkplätze für Café und Hofladen nicht auf der Seite der Fischzucht, sondern der Wiese. „Es ist zudem eine öffentliche Straße. Wir können nicht sagen, dass niemand mehr dort fahren darf.“ Dominik Gebhard (Grüne) warf ein, dass sich hieraus sogar positive Auswirkungen für das bestehende Geschäft ergeben könnten. „Es ist doch gut für den Fischverkauf, wenn mehr Verkehr da ist.“

    Ottomühle ist nicht an die Kläranlage angeschlossen

    Sedlmeyr kritisierte einen ganz anderen Punkt. Es gibt nämlich keine Erschließung mit einem Kanal: „Die ganze Mühle hat eine Pflanzenkläranlage, vermutlich zwischen 15 und 20 Jahren alt. Jetzt sollen da 50 bis 100 Gäste kommen können.“ Ihm und der Verwaltung sei wichtig gewesen, den Punkt in die Beschlussvorlage aufzunehmen. „Die Schmutzwasserentsorgung muss funktionieren.“

    Gebhard erkundigte sich, wer das überprüft – und wer die Kosten übernimmt, falls doch ein Anschluss ans öffentliche Kanalnetz nötig ist. Bauamtsleiter Bernd Miller antwortete, der Bauherr müsse nachweisen, dass es funktioniere, und brauche eine wasserrechtliche Genehmigung. „Grundsätzlich ist das Grundstück nicht erschlossen. Wir können klarmachen, dass kein Anspruch auf eine Zahlung besteht, falls der Kanal gebaut werden muss.“

    Wie soll sich die Kissinger Ottomühle entwickeln?

    Die Fraktionsvorsitzende der SPD, Silvia Rinderhagen, stieß eine grundsätzliche Diskussion an. „Ich sehe das sehr kritisch. Es besteht die Gefahr, dass wir da draußen so sukzessiv eine Siedlungsfläche entstehen lassen, und einen eigenen Ortsteil sogar.“ Es gibt in dem Gebiet keinen Bebauungs- und keinen Flächennutzungsplan. „Wir lassen da draußen Gewerbe und Gastronomie entstehen, wohin wollen wir mit der Ottomühle? Wird das eine eigenständige Siedlung?“

    Sedlmeyr stimmte zu. „Aber Hofcafés liegen im Trend.“ Man solle das Gewerbe nicht bremsen. Wo man im Außenbereich nicht mehr zurechtkommt, müsse man einen Bebauungsplan aufstellen oder Satzungen erlassen. „Hofladen ja, aber eine Café-Party-Eventlocation? Brauche ich das im Außenbereich?“

    Katharina Eigenmann (Grüne) warf ein, dass man im Norden Kissings ebenfalls Gastronomie im Außenbereich habe. „Ich denke schon, dass das in der Ottomühle verträglich ist. Es ist nicht so, dass etwas komplett Neues gebaut wird, wir haben hier schon Gewerbe.“ Nur die Entsorgung des Schmutzwassers müsse man überprüfen. Und auch wäre es gut, sich über das Gebiet außerhalb des Antrags einmal Gedanken zu machen. Letztlich entschied der Bauausschuss mit zwei Gegenstimmen, dem Bauvorhaben zuzustimmen, unter der Maßgabe, dass die Schmutzwasserentsorgung gewährleistet wird. 

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