Am Ortsausgang Ried, Richtung Zillenberg, werden ab Montag, 5. Juni, die Bagger anrollen. Der Grund: Eine Querungsinsel wird gebaut und gleichzeitig die Gehbahn verlängert. Für diese Baumaßnahme ist eine Vollsperrung notwendig. In der Zeit vom 5. Juni bis zum 24. Juli wird der Verkehr in Ried an der Kreuzung Sirchenrieder Straße und Hörmannsberger Straße nach rechts Richtung Kreisverkehr Baindlkirch sowie Richtung Zillenberg umgeleitet. Die Umleitung vom Högelwald kommend erfolgt über die Kreuzung Tegernbach zum Kreisverkehr Richtung Ried. Die Querungen sind dringend nötig, wie Zahlen zeigen.
Zwei weitere Querungshilfen in Ried folgen
Dies ist die erste Querungshilfe von insgesamt drei, die der Rieder Gemeinderat im Oktober 2021 beschlossen hat. Die beiden anderen Querungshilfen am Ortsausgang Richtung Bachern und am Ortseingang Hörmannsberg Richtung Ried werden im nächsten Jahr in Angriff genommen. "Die Querungshilfen sollen dem Problemfeld Staatsstraße kurzfristig Abhilfe schaffen", sagt Rieds Bürgermeister Erwin Gerstlacher auf Anfrage. Ziel sei es, den Fußgängern und Radfahrern einen sicheren Übergang zu ermöglichen und den einfahrenden Verkehr in der Geschwindigkeit zu bremsen. Ein Geschwindigkeitsmessgerät, das die Gemeinde Ried an dieser Stelle angebracht hatte, zeigte deutlich, dass viele Autos viel zu schnell in den Ort fahren, so der Bürgermeister.
Die Querungshilfen sind ein gemeinsames Projekt zwischen der Gemeinde Ried und dem sogenannten Straßenbaulastträger, dem staatlichen Bauamt. Außerdem wird die Baumaßnahme (Neubau Gehweg) von der Regierung von Schwaben gefördert, da der Gehweg innerorts südseitig verlängert und somit ein sicheres Überqueren der Straße für Fußgänger ermöglicht wird.
Riederinnen und Rieder leiden seit vielen Jahren
Die Gesamtkosten inklusive Planung und neuer Beleuchtung kommen auf etwa 370.000 Euro. Die reinen Baukosten der Querungshilfe belaufen sich auf 290.000 Euro. Davon trägt die Gemeinde die Hälfte für Gehweg und Mittelinsel, das staatliche Bauamt für Asphalt und Straßenbau. "Wir hatten mit dem Bauamt eine sehr kooperative Zusammenarbeit", freut sich das Gemeindeoberhaupt.
Seit vielen Jahren leiden die Riederinnen und Rieder unter dem massiven Durchgangsverkehr auf der Staatsstraße 2052. Mitten durchs Zentrum führt die Staatsstraße, auf der täglich im Durchschnitt knapp 7800 Fahrzeuge durch Ried fahren, davon sind etwa 300 Lastwägen. Der Verkehr hat sich dort in den letzten 30 Jahren mehr als verdoppelt. Am Zeitplan für die von vielen sehnlich gewünschte Umgehung ändert das jedoch nichts. Bis frühestens 2030 könnte der Baubeginn sein, meint Christoph Eichstaedt vom staatlichen Bauamt.
Eine Umgehungsstraße für Ried
Eine Alternative gibt es allerdings: Für die Umgehungsstraße zählen nämlich neue Kriterien, unter anderem die sogenannte "Bürgerakzeptanz". Ist diese erfüllt, könnte das Projekt in Ried schon 2025 in Planung gehen. Das bedeutet in einfachen Worten, dass die Bürgerinnen und Bürger in puncto Umgehungsstraße Einigkeit zeigen müssen. Denn nur so wird die "Bürgerakzeptanz" besser bewertet und das Bauvorhaben rückt im Ranking höher. Der Straßenbau-Bereichsleiter Eichstaedt warnt davor, Bürgerinitiativen gegen eine der Trassen zu bilden und so die Projektakzeptanz herabzusetzen.
Alternativen für Ried: Nord- und Südtrasse
Die Südvariante: Bereits im Jahre 2009 hatte das staatliche Bauamt den ersten Vorschlag für eine südliche Trasse vorgelegt. Diese ist relativ aufwendig, die Kostenschätzung lag schon vor Jahren bei bis zu 12,3 Millionen Euro. Wegen zahlreicher dringlicherer Projekte hat das staatliche Bauamt seitdem nicht weiter an der Rieder Umgehung gearbeitet.
Die Nordvariante: Im Juli 2019 hatte Rieds Bürgermeister Erwin Gerstlacher eine Nordvariante vorgestellt. Diese hätte eine Länge von 5,3 Kilometern und eine Verkehrsfläche von 42,4 Hektar mit Böschungen und Ausgleich. Das staatliche Bauamt hat beide Umfahrungsmöglichkeiten – Variante Nord und Variante Süd – geprüft und den sogenannten „Prognose-Nullfall“ ermittelt, der das Verkehrsaufkommen für das Jahr 2030 unter Berücksichtigung der zu erwartenden verkehrlichen Änderungen prognostiziert.
Prognosen: Eine Nordumfahrung ergäbe demnach eine größere Entlastungswirkung für Ried als die Süd-Variante, und zwar rund 1.000 Autos an einem Tag. Die Kosten dagegen unterscheiden sich nicht stark: Käme die Südvariante nach Schätzungen auf 12,3 Millionen Euro, wären es bei der Nordvariante 15 Millionen Euro.
"Wir erwarten zuversichtlich, dass wir den einfahrenden Verkehr, der auf einem sehr langen und geraden Teilstück Richtung Ried einfährt, abbremsen können“, gibt Gerstlacher seiner Hoffnung Ausdruck. "Dadurch erhöhen wir die Sicherheit der querenden Fußgänger und reduzieren gleichzeitig die Lärmbelastung der Anwohner."