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30.01.2020

Friedberger Volleyballer Andreas Eichhorn brennt noch für seinen Sport

Als Mittelblocker und Diagonalspieler feierte Andreas Eichhorn (Mitte) seine großen Erfolge – nicht nur beim TSV Friedberg. Der 39-Jährige war auch zwei Jahre in der 1. Bundesliga bei Bayer Wuppertal aktiv.
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Als Mittelblocker und Diagonalspieler feierte Andreas Eichhorn (Mitte) seine großen Erfolge – nicht nur beim TSV Friedberg. Der 39-Jährige war auch zwei Jahre in der 1. Bundesliga bei Bayer Wuppertal aktiv.
Bild: Peter Kleist

Plus Der Routinier sieht sich mit seinen 39 Jahren noch lange nicht als Volleyball-Rentner. Warum der ehemalige Erstliga-Spieler kürzer tritt und welche Pläne der Friedberger noch hat.

Nein, als „Volleyball-Rentner im Unruhestand“ sieht sich Andreas Eichhorn nicht, sondern vielmehr als erfahrenen Routinier, der durchaus noch für seinen Sport brennt. Allerdings muss der 39-jährige Akteur des TSV Friedberg in dieser Saison aus familiären Gründen noch ein bisschen kürzer treten, als es dies in den letzten ein, zwei Jahren schon der Fall war.

"Helfe aus, wenn es nötig ist"

„Meine Frau Michaela macht gerade eine Ausbildung für sozialpädagogische und sozialpflegerische Berufe und ist aus diesem Grund drei Tage die Woche in Ansbach. Und da bin ich dann eben Hausmann und kümmere mich um unsere beiden Kinder“, erläutert Eichhorn, der es in Sachen Volleyball ja schon in den vergangenen Jahren etwas ruhiger angehen ließ. „Ich war in den letzten zwei Jahren ja schon fast nur mehr bei den Heimspielen dabei. Nun ist halt das Agreement mit der Mannschaft und dem Trainer, dass ich aushelfe, wenn es notwendig ist – und ansonsten an den Wochenenden Zeit mit meiner Frau und den Kindern verbringe“, erklärt Eichhorn.

Im Kader, aber nicht auf dem Parkett

Beim ersten Spiel im neuen Jahr stand Andreas Eichhorn wieder im Kader des Drittligisten – zum Einsatz aber kam der 2,03 Meter große Diagonalangreifer beim 3:1-Sieg gegen den VC Zschopau nicht. „Ich bin der Backup für die Diagonalposition oder den Mittelblock und da sind wir gerade gut aufgestellt mit Leuten wie Michael Stöcker, Paul Décombe, Lennert Husemann oder Konstantin Luber. Es müsste also schon einem was passieren, um aufs Feld zu kommen – und das wünsche ich natürlich niemandem“, erklärt Eichhorn. „Ich versuche, die Mannschaft auch mental zu unterstützen und bei Bedarf auch beim Coaching helfend tätig zu sein“, meint er.

Friedberger Volleyballer Andreas Eichhorn brennt noch für seinen Sport

Einmal pro Woche, vorzugsweise Montag oder Dienstag, geht der TSV-Routinier in dieser Spielzeit ins Training, doch der 39-Jährige blickt auch schon wieder in die nähere Zukunft voraus. „Mein innerer Plan sieht vor, dass ich in der nächsten Saison wieder zweimal mit dem Team trainieren möchte und dann schaue ich mal, was geht. Mir macht Volleyball nach wie vor riesen Spaß und meine Knochen sind nicht so kaputt, dass es eine Überwindung wäre, zu trainieren und zu spielen“, lässt der Friedberger wissen.

Im Moment ist der Routinier (Mitte) mehr unterstützend von der Seitenlinie tätig, aber das soll sich wieder ändern.
Bild: Peter Kleist

Per Zufall zum Volleyball gekommen

Der Projektingenieur, der bei einem internationalen Autozulieferer in Odelzhausen arbeitet, kann auf einer äußerst erfolgreiche Karriere im Volleyball zurückblicken – dabei kam er eher aus Zufall zu dieser Sportart. „Ursprünglich war ich mal Schwimmer und zwar in der damaligen DDR“, erzählt der in Erfurt geborene Eichhorn. 1996 zogen seine Eltern dann nach Augsburg und Andreas Eichhorn ging dann in Friedberg auf die Realschule. Sein bester Freund dort spielte Volleyball. „Das habe ich dann auch probiert und bin schließlich dabei geblieben“, erinnert sich der Sportler.

Über die Jugend und die dritte Mannschaft des TSV führte sein Weg schnell in das damalige Zweitligateam der Friedberger und von dort wenige Jahre später sogar bis in die 1. Bundesliga. 2005 wechselte der lange Schlaks zum SV Bayer Wuppertal und blieb dort für zwei Spielzeiten. „Das war schon eine gewaltige Umstellung, wir trainierten dort 13 Mal pro Woche – und nebenbei studierte ich auch noch Maschinenbau in Bochum“, erinnert sich Eichhorn, der vor seinem Studium auch noch eine Ausbildung zum Elektromechaniker gemacht hatte.

Aus Wuppertal über München zurück nach Friedberg

Nach den beiden Jahren ging das Experiment Bundesliga zu Ende. Die sportlichen Perspektiven waren begrenzt und das mit dem Studium klappte auch nicht so wie gewünscht – deshalb ging es zurück zum Studieren nach Augsburg.

Sportlich verschlug es Eichhorn zunächst zum MTV München zu seinem späteren Mitspieler Joschi Schöberl und nach dem Abstieg der Münchner kehrte er zu seinem Heimatverein zurück. Dort feierte der „lange Schlaks“ einige Erfolge – so beispielsweise unter Trainer Hannes Müllegger in der Saison 2008/09 den Aufstieg aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga. Ein Ereignis, das er neben seinen zwei Bundesliga-Jahren oder dem Gewinn des deutschen Seniorenmeister-Titels mit Stuttgart zu seinen größten Erfolgen zählt.

Obwohl Eichhorn nun schon über 20 Jahre als Volleyballer aktiv ist, reizt ihn dieser Sport immer noch. „Daran hat sich nichts geändert. Ich finde den Sport immer noch klasse, liebe die taktischen Finessen, die er bietet und mag das Mannschaftsgefühl“, betont der 39-Jährige. „Mit Routine kann ich physische Defizite ausgleichen, wobei ich auch in meiner aktivsten Zeit nie der super-dynamische war“, meint Eichhorn und schmunzelt dabei.

Vielleicht sieht man ihn in der kommenden Saison, wenn eventuell mehr Zeit fürs Training bleibt, wieder öfter auf dem Parkett und vielleicht schallt dann auch wieder öfter die Ansage „Mit der Nummer eins, unser Andi Eichhorn“ durch die Halle des TSV Friedberg. Denn an ein Volleyball-Rentendasein mag Andreas Eichhorn momentan jedenfalls noch nicht denken.

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