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Sportskanone

23.04.2015

„Und ich war zu dick!“

Andrea Greif (rechts) war eine der tragenden Säulen der Bayernliga-Volleyballerinnen des TSV Friedberg, die als Meister in die Regionalliga aufsteigen dürfen. Die 27-Jährige hat in ihrer Sportart schon einiges erlebt.
Bild: Kleist

Aus einer Nationalmannschaftskarriere wurde bei Andrea Greif nichts, doch die sympathische Volleyballerin kann dennoch einiges an Erfolgen vorweisen und hat noch Ziele

Ihr helles Lachen ist ansteckend und sie sagt von sich selbst, sie sei ein „fröhliches Naturell und eigentlich immer optimistisch“. Und diesen Eindruck vermittelt die 27 Jahre alte Andrea Greif auch – egal, ob sie nun auf dem Volleyballfeld steht oder einem im Gespräch gegenübersitzt. Und so verwundert es nicht, dass sie von einer Episode in ihrer bemerkenswerten sportlichen Karriere locker und humorvoll erzählt, an der manch anderes Mädchen vielleicht länger zu knabbern gehabt hätte.

Mit 16 war die begeisterte Volleyballerin zu einem Lehrgang für die Juniorinnen-Nationalmannschaft eingeladen worden, nachdem sie zuvor schon einige Auswahllehrgänge absolviert hatte. Dort war sie dann mit ihren 1,80 Metern eine der kleinsten Spielerinnen – „und ich war zu dick“, erzählt die damals wie heute schlanke Sportlerin und muss dabei lachen. „Wir wurden von den Ärzten damals ja von Kopf bis Fuß vermessen und der Arzt, der mich untersuchte, hat damals gemeint: ,Endlich eine mit Babyspeck‘ – und das fand ich echt süß“, erinnert sich Andrea Greif. Eine Woche dauerte der Lehrgang, bei dem der Sportlerin aus Zillenberg auch noch ein anderes Missgeschick passierte. „Beim Basketball bin ich mit einer anderen Spielerin zusammengeprallt und die hat sich die Hand gebrochen – die war natürlich stinksauer, weil für sie der Lehrgang vorbei war“, so Andrea Greif. Zum Sprung ins Juniorinnen-Nationalteam reichte es letztlich für sie nicht. „Die anderen Spielerinnen waren zum einen durchweg 1,90 Meter und größer, und die waren richtig dünn“, sagt sie. Doch an der Körpergröße allein lag es nicht. „Die Mädels aus Dresden oder Berlin hatten eine ganz andere Volleyball-Ausbildung als wir Bayern, die sind von klein auf auf dieses Ziel hingetrimmt worden“, führt Andrea Greif aus. Schlaflose Nächte habe ihr das Ganze jedenfalls nicht bereitet, erklärt Andrea Greif heute – und ihre Mutter war auch froh, dass die Tochter nicht beinahe jedes Wochenende von einem Lehrgang ein neues Trikot mit nach Hause brachte. Und auch ohne Nationalmannschaft machte sich Andrea Greif im Volleyball einen Namen.

Mit zehn Jahren begann sie beim SV Ried mit dem Volleyball, schnell zeigte sich ihr großes Talent und schon mit 13 spielte sie bei den Rieder Damen mit. Klar, dass der SV Ried sie nicht halten konnte und so führte Andrea Greifs Weg als Jugendliche nach Sonthofen und Mauerstetten. Vier Jahre spielte sie in der Bayernauswahl, wurde dreimal Bundespokalsiegerin und durfte auch als Vereinsspielerin mehrmals zu den deutschen Jugendmeisterschaften. „Das waren absolute Highlights, fast besser, als die Turniere mit der Bayernauswahl“, erinnert sich Andrea Greif heute. Nach einem kurzen Gastspiel als 15-Jährige beim TSV Friedberg folgte der Wechsel zur DJK Hochzoll, die damals noch in der Bayernliga spielte. Mit der DJK ging es hinauf bis in die 2. Bundesliga – 2011 aber kehrte sie der DJK den Rücken, als ein Investor hauptsächlich auf ausländische Spielerinnen setzte. Und so kam die begeisterte Volleyballerin schließlich zur Saison 2014/15 zum TSV Friedberg. „Ich wollte einfach noch auf gutem Niveau spielen – ohne den riesen Aufwand, der in der 2. Liga nötig gewesen wäre“, erklärt sie. Und auch, dass der Trainer den Ausschlag zum Wechsel gab. „Als es hieß, Alex Wiskirchen werde die Truppe trainieren, stand mein Entschluss fest“, so Greif. Der Trainer sei „unglaublich erfahren, menschlich grandios, sympathisch und macht ein super Training“, betont die 27-Jährige, die derzeit selbst an ihrem Trainerschein bastelt.

„Ich möchte meine Erfahrungen weitergeben und es macht mir einfach Spaß“, so Andrea Greif, die auch als Trainerin schon einen ersten Erfolg vorweisen kann. Mit den Kissinger Damen schaffte sie in der abgelaufenen Spielzeit den Sprung von der Kreisliga in die Bezirksklasse.

„Volleyball ist einfach faszinierend. Der Sport funktioniert nur als Team und man braucht Köpfchen, man muss bei jeder Aktion hellwach sein und mitdenken“, erläutert die Sportlerin. Nur eines hält sie für verbesserungswürdig: das Ausleben der Emotionen. „Die darf man ja nur zu den eigenen Mitspielern zeigen und nicht zum Gegner – das finde ich schade“, meint sie mit einem vielsagenden Schmunzeln.

In der kommenden Saison hofft die 27-Jährige, die auch beim Jubeln voll aus sich herausgeht, wieder möglichst oft ihre Emotionen zeigen zu dürfen – dann aber in der Regionalliga. Denn mit dem TSV gelang der Sprung nach oben – und „den Klassenerhalt packen wir“, ist sich Andrea Greif sicher.

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