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Stiftung Warentest
20.07.2021

Nur wenige schneiden im Test gut ab: Was eine gute FFP2-Maske ausmacht

Die FFP2-Maske ist mittlerweile für viele Deutsche zum Alltagsgegenstand geworden. Nun hat die Stiftung Warentest erneut die Masken getestet.
Foto: Alexander Kaya (Symbolbild)

Die Stiftung Warentest hat erneut FFP2-Masken geprüft - mit ernüchterndem Ergebnis. Wir erklären, wie Sie erkennen, ob eine Schutzmaske ihren Zweck erfüllt.

Habe ich den Schlüssel, den Geldbeutel, das Handy und die Maske dabei? Viele Deutsche checken das mittlerweile wie selbstverständlich, bevor sie das Haus verlassen. Die FPP2-Maske ist zum alltäglichen Gebrauchsgegenstand in der Corona-Pandemie geworden. Doch was taugen sie? Die Stiftung Warentest hat nun zum zweiten Mal die FFP2-Masken geprüft.

Was bringen FFP2-Masken?

Die Prüfung der Stiftung Warentest hat ergeben, dass der Schutz von den insgesamt 20 getesteten Masken hoch ist. Doch sieben Masken sind „weniger geeignet“, da Träger und Trägerinnen schlechter unter diesen atmen können. Weitere sieben Masken sind wegen der Passform nicht für jede Person optimal. Für die Untersuchung wählte Stiftung Warentest FFP2-Masken von Drogerien, Baumärkten, Apotheken, Supermärkten und aus dem Online- und Fachhandel für Arbeits- und Atemschutzprodukte aus.

Welche FFP2-Masken empfiehlt die Stiftung Warentest?

„Rundum empfehlenswert“ finden die Tester und Testerinnen die Maske „Aura 9320“ vom Hersteller 3M (2,74 Euro) sowie die Modelle von Lindenpartner (2,40 Euro), Moldex (1,96 Euro) und Uvex (67 Cent). Alle schützten „sehr gut“ vor Aerosolen, böten genug Atemkomfort, überzeugten in Passform und Dichtigkeit und schnitten unauffällig in den Schadstoffprüfungen ab.

Was sollen FFP2-Masken leisten?

Die englische Abkürzung FFP steht für „filtering face piece“. Die Maske schützt nicht nur die Träger und Trägerinnen, sondern auch das Gegenüber. Beim Atmen stößt der Mensch Aerosole aus – ein Gemisch aus Luft und winzigen schwebenden Tröpfchen, das auch Coronaviren transportieren kann. Eine Person verströmt pro Sekunde allein beim Atmen etwa 100, beim Sprechen 200 und beim Niesen sogar 20.000 solcher Partikel. Masken der Klasse FFP2 müssen mindestens 94 Prozent der Aerosolpartikel aus der Luft zurückhalten – so steht es in der Norm Din EN 149.

Das tragen von FFP2-Masken schützt Menschen vor Coronaviren, doch es ist wichtig, dass die Masken richtig getragen werden.
Foto: Tobias Steinmaurer/ZUMA Wire/dpa

Worauf muss beim Tragen einer FFP2-Maske geachtet werden?

Eine FFP2-Maske sollte Mund, Nase und Kinn vollständig umschließen und dicht an der Haut anliegen, sodass möglichst wenig Luft an den Seiten ein- und ausströmt, empfiehlt der Deutsche Apothekerverband. Die Maske kann in der Regel mehrere Stunden lang getragen werden, aber muss auf jeden Fall gewechselt werden, wenn das Atmen schwerer wird oder die Maske beschädigt ist. Die konkreten Hinweise des Herstellers sind zu beachten.

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Woran erkenne ich, dass meine FFP2-Maske dicht ist?

Es ist wichtig, den Sitz des Atemschutzes selbst zu überprüfen. Ein Anzeichen dafür, dass die Maske prima passt und nicht beschädigt ist: Beim Ausatmen bläht sie sich auf und beim Einatmen zieht sie sich zusammen.

Kann man die Maske reinigen?

Die FFP2-Maske sollte nicht gewaschen oder mit Desinfektionsmittel benetzt werden, da so die Schutzwirkung zerstört wird. Die Einwegmasken sollten nicht länger als acht Stunden getragen werden. Es wird empfohlen, mehrere Masken parallel zu nutzen. Ist eine Atemschutzmaske durchfeuchtet, sollte sie sieben Tage lang bei Raumtemperatur getrocknet werden, bevor sie wieder genutzt wird. Das kann maximal fünfmal wiederholt werden, wie eine Studie der Fachhochschule und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster ergeben hat.

Was kann ich machen, wenn meine Maske nicht gut sitzt?

Wenn die Atemschutzmaske zu weit ist, kann ein Knoten in der Schlaufe den Sitz verbessern, was jedoch am Hinterkopf oder hinter den Ohren drücken kann. Alternativ kann es helfen, wenn die Schlaufen vor dem Aufsetzen einmal gekreuzt werden. Eine weitere Möglichkeit, besonders für Menschen mit Hörgerät, sind Kopfbanderweiterungen, mit denen die Ohrschlaufen am Hinterkopf zusammengeführt werden können. Zudem sollten sich Bartträger rasieren, da die Gesichtsbehaarung die Dichtigkeit der Maske verringert.

Mit solch einem einfachen Doppelhaken lassen sich Ohrschlaufen hinter dem Kopf zusammenführen.
Foto: Franziska Gabbert/dpa (Symbolbild)

Schützt eine nicht optimal sitzende FFP2-Maske besser als eine medizinische Maske oder Stoffmaske?

Nein. Sitzt eine FFP2-Maske nicht richtig, schützt diese der Stiftung Warentest zufolge womöglich nicht besser als eine medizinische Maske oder eine Stoffmaske. Doch wenn eine Maske die Aerosolpartikel eines infizierten Menschen nur zu 30 Prozent filtert und die Maske eines gesunden Menschen ebenfalls 30 Prozent filtert, sind die Aerosole insgesamt um etwa 50 Prozent abgemildert, wie die Stiftung Warentest berichtet. Das sei besser als nichts. Der Tipp von Stiftung Warentest: Wenn der aktuell getragene Mundschutz nicht sitzt, sollte beim nächsten Mal ein anderer gekauft werden, denn erstrebenswert sei eine Maske, die an die 100 Prozent filtert.

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