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Ausländerregelung im Eishockey: Das ist gelebte Integration

Kommentar Von Uli Anhofer
07.10.2019

Das Landgericht München I hat mit seinem Urteil endlich Klarheit geschaffen. In den bayerischen Eishockey-Landesligen dürfen jetzt unbegrenzt EU-Ausländer eingesetzt werden.

Natürlich werden Kritiker dieser Entscheidung ins Feld führen, dass nun jede Menge ausländische Akteure deutschen Nachwuchsspielern die Plätze in den Kadern wegnehmen werden. Doch Nachwuchsarbeit in Vereinen soll ja unter anderem zum Ziel haben, dass die Talente nach einer guten sportlichen Ausbildung im Seniorenbereich eingesetzt werden. Dabei sollte es egal sein, aus welchem Land der junge Sportler kommt. Außerdem ist die Jugendarbeit in Vereinen, unabhängig von der Sportart, auch ein wichtiger Baustein zur Integration von Kindern und Jugendlichen. Bisher galt im bayerischen Eishockey: In den Juniorenteams dürfen die Nachwuchssportler noch mitmachen, beim Schritt ins Erwachsenenteam ist dann Schluss mit dem Sport. Das kann und darf nicht sein.

Dass junge Europäer ihre Heimat verlassen, um in anderen Ländern berufliche Erfahrungen zu sammeln oder zu studieren, ist heute beinahe alltäglich. Wenn diese jungen Menschen dann daran gehindert werden, ihrem Hobby nachzugehen, ist das nicht kompatibel mit dem europäischen Gedanken. In anderen Sportarten gibt es derart einschränkende Regelungen auch nicht. Im Fußball oder Handball treten beliebig viele ausländische Sportler gemeinsam mit ihren deutschen Teamkameraden an.

Beim ESV Burgau bringen sich die jungen, ausländischen Akteure auch in der Jugendarbeit ein. Sie stehen regelmäßig mit dem Nachwuchs der Eisbären auf dem Eis und vermitteln den Mädchen und Buben die Grundlagen ihres Sports. Auch das ist gelebte Integration.

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Lesen Sie dazu:

Burgauer Eisbären beißen sich vor Gericht durch

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