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Günzburg

22.06.2020

BR-Korrespondentin wird Sprecherin des Landratsamtes

Jenny Schack hat den Bayerischen Rundfunk verlassen, um Sprecherin des Landkreises Günzburg zu werden. Das Foto entstand in den Redaktionsräumen der Günzburger Zeitung.
Bild: Till Hofmann

Plus Jenny Schack hat das BR-Regionalstudio in Günzburg aufgebaut. Nun verlässt sie den Bayerischen Rundfunk. In ihrer neuen Tätigkeit ist ihr einiges sehr wichtig.

Günzburgs neuer Landrat Hans Reichhart will die Medien- und Öffentlichkeitsarbeit in seinem Haus stärken. Aus diesem Grund hat der Kreischef einen Profi an Bord geholt: Es ist die langjährige Korrespondentin des Bayerischen Rundfunks (BR) für die Landkreise Günzburg und Neu-Ulm, Jenny Schack. „Als der Anruf bald nach der Kommunalwahl kam, musste ich nicht lange überlegen“, sagt die Journalistin, die sich an der Katholischen Universität Eichstätt das wissenschaftliche Rüstzeug für diesen Beruf angeeignet hat.

„Eine Freundin hat mehr im Spaß gemeint, dass sie diesen Wechsel eher uncool findet. Und sie hat die Frage gestellt, ob sie mir die Freundschaft aufkündigen müsse“, erzählt Schack und schmunzelt dabei.

Nicht nur das Lebensalter hat die Mutter zweier Mädchen mit dem Landrat, der am Samstag 38 Jahre alt geworden ist, gemeinsam. Auch die Haltung scheint eine ähnliche zu sein. „Wenn ich von der Person Reichhart nicht überzeugt gewesen wäre, hätte ich das nicht gemacht. Der Landrat brennt für seinen Landkreis und will hier was reißen. Das will ich auch“, sagt Schack.

BR-Korrespondentin wird Sprecherin des Landratsamtes

Sie baute das BR-Regionalstudio in Günzburg auf

Nach dem Studium (Diplomarbeit: „Die Themenfindung in Redaktionskonferenzen des Hörfunks – eine Prozessanalyse“) und der Berufsausbildung beim BR baute Schack das Regionalstudio des Rundfunksenders in Günzburg seit 2009 auf und aus.

Da sie in Günzburg arbeitete, aber nicht nur für den gleichnamigen Landkreis, sondern auch für den Nachbarlandkreis Neu-Ulm zuständig war, hat sich die Korrespondentin damals ganz bewusst entschieden, in Neu-Ulm zu wohnen. „Ich wollte für beide Regionen, in denen ich tätig war, ein Gespür bekommen.“ Jenes Lebensgefühl unterscheide sich nämlich durchaus „in Nuancen“, macht sie an den zwei Städten Günzburg und Neu-Ulm fest. In Günzburg „gehe ich um 8.30 Uhr über den Marktplatz und sehe, wie die ersten in den Cafés und Gasthäusern ihren Morgenkaffee genießen“. Diese gewisse Leichtigkeit, die Schack an eine Szenerie aus Italien erinnert, gefällt ihr. In Neu-Ulm finde sich Vergleichbares nicht.

Der bisherige Pressesprecher hatte noch viele andere Aufgaben

Die Attraktivität dieses Fleckchens Erde möchte sie in ihrer Tätigkeit, die sie am 1. Juli beginnt, deutlich machen. Schack ist dem Landrat direkt zugeordnet und baut gerade ein kleines Team von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um sich auf.

Eine Entwicklung, von der Karl-Heinz Thomann nur träumen konnte. Er, der in einem Jahr in den Ruhestand geht, war fast so lange Pressesprecher, wie der neue Landrat Reichhart auf der Welt ist: 37 Jahre lang. Thomann konnte sich allerdings nicht nur auf diese Aufgabe konzentrieren, die Pressearbeit passierte gewissermaßen nebenzu: Denn der Beamte ist auch zugleich Leiter der Hauptverwaltung mit vielen Querschnittsaufgaben (ohne Personal) und Leiter der Geschäftsstelle des Kreistages. Die Vor- und Nachbereitung sämtlicher Kreistags- und Ausschusssitzungen fällt in seinen Zuständigkeitsbereich. „Die Pressearbeit hat mir immer gelegen“, sagt er.

„Ich habe versucht, das Verwaltungsdeutsch so gut es geht verständlich zu machen.“ Auch der Ausstoß der Mitteilungen aus dem Landratsamt ist im Laufe der Jahre gewachsen – von 100 auf über 400. Das Feld der sozialen Medien habe man allerdings nicht bespielt. Dass Hubert Hafners Nachfolger als Landrat andere Vorstellungen hat, kann der seit 1983 tätige allererste Sprecher des Landkreises nachvollziehen. „Mit einer Veränderung war zu rechnen, aber es beschäftigt einen schon“, sagt Thomann.

Schack will Kommunikation transparent machen

Eine Kommunikation „so transparent wie möglich“ ist das Ziel von Jenny Schack. Ihr kommt es dabei gelegen, im Hintergrund zu wirken. Das liege ihr. Und: „Genau das werde ich nach diesem Gespräch auch wieder machen“, sagt sie am Montagmorgen während des Besuchs in der Redaktion unserer Zeitung.

In Neu-Ulm wohnt die Diplom-Journalistin nicht mehr. Über den Wohnort Bibertal hat sie sich Günzburg angenähert, wo sie seit diesem Jahr mit ihrer Familie lebt.

Offene Türen und eine Serviceorientierung verspricht Schack: „Das Landratsamt ist keine Behörde, die ein in der Luft schwebender Überbau darstellt. Sie soll die Menschen im Landkreis Günzburg unterstützen.“

Lesen Sie auch dazu den Kommentar von Till Hofmann:

Sein erster Coup: Reichhart holt BR-Korrespondentin als Sprecherin

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