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Kammeltal

29.01.2019

Bürger sollen das Wasser weiter abkochen

Wegen eines Rohrbruchs müssen die Einwohner mehrerer Kammeltaler Ortsteile, wie hier Otti Brenner in Goldbach, das Trinkwasser abkochen.
Bild: Wolfgang Kahler

Warum ein Rohrbruch tagelange Auswirkungen auf die Gemeinde Kammeltal und ihre Einwohner hat und wie es jetzt weitergeht.

Es war nur ein kleiner Riss, der aber weitreichende Folgen hat. Zwischen den Kammeltaler Ortsteilen Ettenbeuren und Goldbach strömten tausende Liter Trinkwasser aus einer gebrochenen Leitung. Der Schaden wurde zwar kurzfristig behoben, doch die Folgen bekamen Bürger, Institutionen und Firmen zu spüren. Fast seit einer Woche muss das Wasser aus der Leitung abgekocht werden (Lesen Sie hierzu mehr). „Eine reine Vorsorgemaßnahme“, wie Bürgermeister Matthias Kiermasz unserer Zeitung auf Anfrage sagte. Ein aufmerksamer Kammeltaler hatte als Erster das Leck entdeckt und daraufhin das Rathaus informiert.

Durch den Rohrbruch bildete sich am Donnerstag vergangener Woche an einem Feldweg zwischen Ettenbeuren und der Druckerhöhungsanlage Goldbach ein Teich an der Oberfläche. Ursache war laut Kiermasz ein kleiner Riss in einem zwischen 40 und 50 Jahre alten PVC-Rohr mit 25 Zentimetern Durchmesser. Bereits zuvor hatte die elektronische Leitungstechnik einen erhöhten Wasserverbrauch angezeigt: „Der Verlust lag zwischen 50 bis 80 Kubikmetern.“ Noch am Freitag wurde das Erdreich aufgebaggert, das gerissene Rohrstück ausgebaut und ersetzt. Die Reparaturkosten werden sich nach erster Schätzung auf 3000 bis 4000 Euro belaufen.

Bürgermeister Kiermasz: Gemeinde informiert über Internetseite

Nach Rücksprache mit dem Kreisgesundheitsamt wurde die Bevölkerung bereits am Freitag mit Lautsprecherdurchsagen über den Rohrbruch informiert und zum Abkochen des Trinkwassers aufgefordert. Eine Vorsorgemaßnahme war es, wie Kiermasz erklärt, da eine erste Analyse unbedenkliche Ergebnisse gezeigt habe. Zusätzlich informierte die Gemeinde über ihre Internetseite und ein soziales Netzwerk über das Abkochgebot. Eine Mutter habe sogar mit einer positiven Rückmeldung reagiert.

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Größere Aktivitäten haben die Folgen des Rohrbruchs beim St.-Thomas-Gymnasium in Wettenhausen mit seinen gut 600 Schülerinnen und Schülern ausgelöst. Dort sind neben Küche und Sanitäranlagen auch die zahlreichen Wasserspender betroffen, wie Direktor Andreas Eberle unserer Zeitung sagte. In der Küche werde das benötigte Trinkwasser natürlich abgekocht. Aber das Team habe schon eine gewisse Routine, weil das letzte Ereignis dieser Art erst ein Dreivierteljahr zurückliege. Zusätzlich hat die Schulleitung Hinweise per Durchsage gegeben und mit Schildern das Trinken von Leitungswasser in den Sanitäranlagen untersagt. Die gern genutzten Wasserspender in Klassenräumen und im Speisesaal mussten gesperrt werden. Zum Ausgleich können die Kinder Tee oder Apfelschorle bekommen.

Wettenhauser Schlachterei hat keine Probleme mit Abkochen

Wenig Kopfzerbrechen hat das Abkochen auch in einer Wettenhauser Metzgerei verursacht. „Wir haben am Freitag nicht geschlachtet“, sagt Seniorchef Johann Holland, und im Verkauf spiele das Trinkwasser keine Rolle. Sogar beim Wurstmachen wäre es unproblematisch, denn im Kessel werde das Wasser ohnehin gekocht.

In den vergangenen Jahren kam es im Gemeindebereich immer wieder zu Brüchen des überwiegend aus den 60er und 70er Jahren stammenden Netzes: 2017 waren es nach Auskunft des Bürgermeisters 14, im vergangenen Jahr vier. Neben den Hauptleitungen sind häufig auch Hauswasseranschlüsse betroffen.

Bei allen größeren Tiefbaumaßnahmen investiert die Gemeinde daher in die Erneuerung der Wasserversorgung in den Ortsteilen wie Goldbach, Ettenbeuren und Egenhofen. Außerdem werden Zug um Zug die Absperrschieber ersetzt, was bei einem Rohrbruch eine schnellere Lokalisierung des Schadens ermöglicht.

Gemeinde Kammeltal sucht nach neuem Brunnenstandort

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, sucht die Gemeinde derzeit nach einem neuen weiteren Brunnenstandort. Außerdem wurde eine Ringleitung mit einem Notverbundsystem mit der Stadt Ichenhausen in die Wege geleitet. Am Mittwoch sollen die neuen Laborwerte der Untersuchung zeigen, ob der Wasserkonsum wieder ohne jedes Abkochen möglich ist. Die Gemeinde will die Öffentlichkeit darüber kurzfristig informieren.

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