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05.07.2010

DSL: Kein Pilotstatus für das Kammeltal

Kammeltal Am Tag der Kammeltaler Gemeinderatssitzung trafen sich nachmittags die Firma Smart-DSL und Vertreter des Wirtschaftsministeriums in München. Die Frage: Bekommt die Gemeinde Kammeltal für ihr Breitband-Ausbauprojekt einen Pilotstatus zuerkannt? Davon sollte der erhöhte Fördersatz abhängig gemacht werden. Doch trotz zugesagter Unterstützung mehrerer staatlicher Stellen lautete die Antwort: nein.

Mehr Ausgaben, mehr Fördermittel

Am Abend war es wieder an den Kammeltaler Gemeinderäten, über Varianten des Ausbaus zu entscheiden. Bürgermeister Christian-Konrad Wiesner gab zu bedenken, dass bei Verwirklichung des Bauabschnitts 1 ( Ettenbeuren und Wettenhausen) Ausbaukosten von 130 000 Euro errechnet wurden. Dies ergibt allerdings nur eine Förderung von 70 Prozent oder 90 300 Euro. Allerdings könnte die Bereitstellung des gemeindeeigenen Leerrohrs kapitalisiert werden und somit die Ausbaukosten erhöhen. Der staatliche Zuschuss könnte somit bis maximal 100 000 Euro ausfallen.

Denkbar wäre allerdings auch eine "Variante 1 Plus". Hier könnte zusätzlich zum Ausbauabschnitt I auch die Erschließung des Ortsteiles Goldbach angestrebt werden. Allerdings könnten sich hier die Kosten auf 143 000 Euro erhöhen, andererseits aber auch die maximal förderbaren Kosten ausgeschöpft werden. Für das Gremium keine leichte Entscheidung.

DSL: Kein Pilotstatus für das Kammeltal

Gemeinderat Wolfgang Zimmermann hatte arge Zweifel, dass nach dem ganzen Hickhack das DSL-Angebot in der Bevölkerung überhaupt angenommen werde. Bei der letzten Umfrage des Anbieters MVOX meldeten sich nur 35 Interessenten. Im Hinblick auf die schlechte Haushaltssituation und auf die kommenden Kanalsanierungsmaßnahmen (siehe eigener Bericht) vertrat Zimmermann die Auffassung, dass die Gemeinde dieses Projekt nicht finanzieren kann. Markus Schweimeier stimmte voll und ganz zu.

Infoveranstaltung mit SmartDSL

Gemeinderat Matthias Englet ist klar davon überzeugt, dass sich die Bürger aus Wettenhausen sofort anmelden würden, weil hier eine Internetverbindung nahezu unmöglich ist. Für die anderen Ortsteile hatte aber auch er so seine Zweifel. Bürgermeister Wiesner schlug deshalb vor, eine Infoveranstaltung mit SmartDSL zu veranstalten.

"Die Breitbandversorgung ist zwar nicht Pflichtaufgabe der Gemeinde, gehört aber zur Infrastruktur einer jeden Gemeinde", so Wiesner. Er gehe davon aus, dass für viele Gemeindebürger ein schneller Internet-Zugang wichtiger ist als ein zusätzlicher Regenwasserkanal in Behlingen. Wer beabsichtigt, im Kammeltal zu bauen, werde sich eher nach einem Breitbandanschluss, als nach einer Kanalsanierung erkundigen. Gemeinderat Wilhelm Baumeister erklärte, dass die Kanalmaßnahme in Behlingen bereits im Jahr 1992 bezahlt wurde.

Knappe Entscheidung im Gemeinderat

Innerhalb der kommenden zwei Wochen, so beschloss der Gemeinderat, soll abgeklärt werden, ob die Variante 1 Plus (zusätzliche Erschließung des Ortsteils Goldbach) realisiert werden kann. Sollte dies nicht der Fall sein, wird nur der Bauabschnitt I (Ausbau Ettenbeuren und Wettenhausen) mit einer Auftragssumme von 130 000 Euro an die Firma SmartDSL vergeben. Dieser Vorschlag wurde im Gemeinderat mit knapper Mehrheit von 8:5 Stimmen angenommen.

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