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Vortrag

29.10.2011

Das Geld ist jetzt stabiler als zu D-Mark-Zeiten

„Wir werden keine Inflation in großem Maße haben. Der Euro ist nach wie vor gutes Geld!“Markus Ferber, Chef der CSU-Europagruppe

Europa-Abgeordneter Ferber wirbt in Deffingen um Vertrauen. Die niedrigen Zinsen seien der Beweis für die Stabilität des Euro

Günzburg-Deffingen Den Vortragstermin hatte Ferdinand Munk schon im März mit Markus Ferber vereinbart – und nicht im geringsten geahnt, dass der Europaparlamentarier und Währungsexperte Ferber just nach entscheidenden Gipfelgesprächen in Brüssel über den Schuldenschnitt für Griechenland und die Konsolidierung der Eurozone als Referent des Unabhängigen Wählerblocks Günzburg (UWB) in Deffingen auftreten würde. Auch wenn Ferber, Chef der CSU-Europagruppe, die Aufnahme Griechenlands in die Eurozone 2001 als „Sündenfall Nummer 1“ bezeichnete, so verfocht er doch die aktuell in Brüssel gefassten Beschlüsse und versicherte den gut 110 Zuhörern: „Wir werden keine Inflation im großen Maße haben. Der Euro ist nach wie vor gutes Geld!“

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„Riester-Rente“, „Hebel“, „Sparguthaben“, „Geldentwertung“, „Banken“, „Lebensversicherung“: Diese Schlagwörter schwirrten durch den Saal, bevor Ferber unter dem Thema „Der Euro im Wandel der Zeit – wie lange hält er noch?“ den Gästen eine kurzweilige und umfassende Lektion in aktueller Wirtschaftskunde gab. Geldwertstabilität, Maastricht-Regeln, Stabilitäts- und Wachstumspakt waren einige der Stichworte dazu. Dass nach den „fragwürdigen Kandidaten“ Italien und Belgien das schon seinerzeit hoch verschuldete Griechenland in die Eurozone aufgenommen wurde, das sei schon damals in seinen Augen „Sündenfall Nummer 1“, so Ferber.

Sündenfall Nummer 2 kam dann im Jahr 2004 mit dem Aufweichen des Stabilitäts- und Wachstumspakts, womit Deutschland und Frankreich Strafzahlungen wegen zu hoher Staatsverschuldung entgehen wollten. Damals, so Ferber, sei es um eine Bürgschaft von zehn Milliarden gegangen – „jetzt haben wir 211 Milliarden Euro Bürgschaft gegeben“. Und, so der in Bobingen lebende Wirtschaftsexperte nach einem Exkurs über die Finanzkrise 2008 weiter zur aktuellen Lage Deutschlands in puncto Neuverschuldung: „Mir san no net auf dem Pfad der Tugend.“

Das Geld ist jetzt stabiler als zu D-Mark-Zeiten

Nachdem Griechenland im Frühjahr 2010 nicht mal mehr seine Zinslasten bedienen konnte und unmittelbar vor der Staatspleite stand, wuchs in der Eurozone die „Angst vor dem Domino-Effekt“. Um die Stabilität der Eurozone zu sichern, sei man seitdem „von Gipfel zu Gipfel, von Sondertreffen zu Sondertreffen“ geeilt, sagte Ferber. Er geißelte einen bisher zu laschen Umgang mit den Stabilitätskriterien. Die Griechen „haben jedes Jahr irgendeine Ausrede gehabt“, sagte der Europapolitiker. Er kündigte an, dass die Währungsgemeinschaft den Griechen für eine Konsolidierung ihrer Wirtschaft viel abverlangen müsse und werde: „Mit Olivenöl, Feta und Tourismus wird man keine Volkswirtschaft betreiben können.“

Schuldenschnitt und Hilfen für Griechenland, strenge Sparmaßnahmen für Italien (Ferber: „Italien hat hoffentlich kapiert, dass Schluss mit Bunga-bunga ist“) und Spanien, die Eigenkapitalerhöhung der Banken und die Schlagkrafterhöhung des Euro-Rettungsfonds EFSF auf rund eine Billion Euro sind in den Augen Ferbers eine „kluge Lösung“ – weil damit „das Risiko auf mehrere Schultern verteilt wird“. Jetzt sei es wichtiger denn je, kurzfristig den in Not geratenen Ländern zu helfen und gleichzeitig für langfristige Stabilität innerhalb der Eurozone zu sorgen. Die aktuell niedrigen Zinsen sind für den Europapolitiker Beweis der künftigen Stabilität des Euro. „Haben Sie viel mehr Vertrauen in das Geld, das wir im Geldbeutel haben“, appellierte er bei dem Vortragsabend des Unabhängigen Wählerblocks Günzburg an die Zuhörer in Deffingen, „wir haben ein stabileres Geld im Geldbeutel als in der D-Mark-Zeit“.

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